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11.05.2017 | News-Bericht

Mann droht nach Unfall zu erfrieren

  • Optimal für den Nachtflug geeignet: die H145, die auch in München zum Einsatz kommt. Symbolbild.
    Optimal für den Nachtflug geeignet: die H145, die auch in München zum Einsatz kommt. Symbolbild.

Arbeiten im Wald gelten zu Recht als gefährlich. Immer wieder ereignen sich schwere Unfälle, teils sogar mit tödlichem Ausgang. An einem seidenen Faden hing in der letzten Woche auch das Leben eines 63 Jahre alten Mannes im Landkreis Landsberg am Lech. Er war bei Arbeiten im Wald von einem Baum gefallen und hatte sich schwer verletzt. Er war alleine und nicht in der Lage, einen Notruf abzusetzen. Lange Stunden des verzweifelten Hoffens auf Hilfe begannen.

Als er am Abend nicht nach Hause kam, begann seine Familie sich Sorgen zu machen und brach schließlich in den Wald auf, um ihn zu suchen. Als sie den Verletzten fanden, hatte dieser bereits rund sechs Stunden in der zunehmenden Kälte gelegen. Ein Notruf wurde abgesetzt und die Besatzung eines Rettungswagens und ein bodengebundener Notarzt eilten zum Einsatzort. Die Untersuchung durch den Notarzt zeigte, dass der Verletzt sehr stark unterkühlt war und in Lebensgefahr schwebte. Sofort wurde über die Leitstelle Christoph München nachalarmiert, neben Christoph Nürnberg und Christoph Regensburg einer der drei bayerischen Hubschrauber, die auch nachts einsatzbereit sind.

Kurz nach 23.00 Uhr ließen die beiden Piloten die Triebwerke an, wenig später waren die Luftretter auch schon vor Ort und konnten in der Nähe des Verletzten landen. Der Hubschraubernotarzt und Rettungsassistent fanden einen Patienten vor, der neben seinen schweren Verletzungen so stark unterkühlt war, dass sein Leben an einem seidenen Faden hing. Sie bereiteten den Verletzten daher Hand in Hand mit den bodengebundenen Rettungskräften zügig für den Transport in ein Traumazentrum vor. Gegen Mitternacht drehten sich die Rotoren wieder und die rot-weiße Maschine erhob sich in den Himmel. Im Münchner Universitätsklinikum Großhadern stand das Team des Schockraums schon bereit, um den Schwerverletzten für die weitere Versorgung in Empfang zu nehmen.

Carsten Strahlendorff, als Pilot an diesem Einsatz beteiligt, erzählt: „Man kann wirklich sagen, dass er – allen Umständen zum Trotz – großes Glück hatte. Hätte ihn seine Familie nicht gefunden, hätte er mit großer Wahrscheinlichkeit die Nacht nicht überlebt. Die Temperaturen sinken derzeit nachts bis nahe oder sogar unter den Gefrierpunkt, sodass er sehr schnell ausgekühlt ist. Durch die Versorgung Hand in Hand mit den bodengebundenen Kollegen und den schnellen Transport in das Klinikum an Bord von Christoph München hat er jedoch eine gute Überlebenschance. Wir wünschen ihm von Herzen alles Gute!"

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