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22.03.2017 | News-Bericht

Mannheimer Luftretter bei Motorradunfall im Odenwald im Einsatz

  • Schwerer Motorradunfall in Heiligkreuzsteinach im Odenwald. Die Besatzung von Christoph 53 aus Mannheim versorgt den Verletzten und fliegt ihn dann zur weiteren Behandlung nach Ludwigshafen.
    Schwerer Motorradunfall in Heiligkreuzsteinach im Odenwald. Die Besatzung von Christoph 53 aus Mannheim versorgt den Verletzten und fliegt ihn dann zur weiteren Behandlung nach Ludwigshafen.

Endlich Frühling, endlich die Maschine wieder aus der Garage holen und zu den ersten Touren aufbrechen! Die Motorradfahrer läuten die neue Saison ein und wie jedes Jahr bekommen das auch die Luftretter zu spüren. Immer häufiger schrillt derzeit in den Stationen der Alarm, weil Zweiradfahrer schwer verunglückt sind.

Auch die Piloten, Notärzte und Rettungsassistenten der Station Mannheim sind häufig bei Motorradunfällen im Einsatz, denn zu ihrem Einsatzgebiet gehört der Odenwald. Das Mittelgebirge liegt im Grenzgebiet zwischen Hessen, Baden-Württemberg und Bayern und bietet viele beliebte Bikerstrecken. Einem Motorradfahrer wurde eine der schönen Kurvenstraßen vor einer Woche allerdings zum Verhängnis. Bei Heiligkreuzsteinach verlor er die Kontrolle über seine Maschine, stürzte und rutschte unter der Leitplanke durch. Nachdem er eine sechs Meter hohe Böschung hinabgestürzt war, blieb er schwer verletzt liegen.

„Uns erreichte die Alarmierung der Leitstelle Rhein-Neckar um halb zwölf", erzählt Andreas Kempf, als Pilot der DRF Luftrettung im Dienst an diesem Tag. „Wir brachen sofort auf, überquerten das Rheintal und sahen bald unter uns den Odenwald. Vor Ort konnten wir direkt neben der Unfallstelle landen und waren als erstes Rettungsmittel zur Stelle. Hubschraubernotarzt Dr. Florian Striehl und Notfallsanitäter Christoph Lind eilten zum Verletzten, der bis dahin von Ersthelfern betreut worden war."

Wie immer bei schwer verletzten oder kranken Patienten führte die medizinische Hubschraubercrew den sogenannten ABCDE-Check durch. Das standardisierte Verfahren erlaubt es, sehr schnell den Gesamtzustand des Patienten zu erfassen und zu sehen, welche Behandlung die dringendste ist. Notarzt und Notfallsanitäter prüften, ob die Atemwege des Mannes frei waren (A), ob die Atmung in Ordnung war (B für Englisch Breathing) und ob Kreislauf und Blutdruck vorhanden waren (C für Circulation). Dann untersuchten sie, ob und wie der Patient auf Ansprache reagierte und welche Reaktion seine Pupillen zeigten (D für Disability). Den Abschluss bildete eine eingehende Untersuchung des gesamten Körpers (E für Exposure).

„Zum einen hatte der junge Mann großes Glück gehabt, da bei Motorradunfällen das Durchrutschen unter der Leitplanke oft tödlich endet", erklärt Andreas Kempf. „Auf der anderen Seite hatte er so schwere Verletzungen erlitten, dass er in Lebensgefahr schwebte. Daher entschied unser Notarzt, ihn sofort nach der Stabilisierung vor Ort in die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Ludwigshafen zu fliegen."

So verließ die Besatzung wenig später den Odenwald mit dem Patienten an Bord und steuerte Ludwigshafen an. Dort angekommen übergaben Hubschraubernotarzt und Notfallsanitäter den Verletzten dem Schockraumteam.

Insgesamt wurde die Crew an diesem Tag sechsmal alarmiert und war von morgens bis abends mit nur einer halben Stunde Pause unterwegs.

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