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09.05.2017 | News-Bericht

Mit dem Gleitschirm abgestürzt

  • Die Mannheimer Luftretter waren als erste vor Ort und begannen sofort mit der Versorgung des schwer verletzten Mannes.
    Die Mannheimer Luftretter waren als erste vor Ort und begannen sofort mit der Versorgung des schwer verletzten Mannes.

So schön die Gleitschirmfliegerei auch ist: Das Risiko fliegt mit. Unfälle geschehen meist in kritischen Situationen wie beim Start oder bei der Landung, wenn der Pilot wenig Abstand zum Boden hat. Wer dann rasch an Höhe verliert, prallt häufig ins Gelände. Einem 67 Jahre alten Gleitschirmpiloten ist es am 24. April genauso ergangen, als er im Anflug auf den Landeplatz bei Schriesheim (Rhein-Neckar-Kreis) aus etwa zehn Metern abstürzte und sich beim Aufprall schwer verletzte. Fliegerkollegen vor Ort setzten sofort einen Notruf ab, die Leitstelle Rhein-Neckar alarmierte einen Hubschrauber der DRF Luftrettung sowie bodengebundene Rettungskräfte zum Unfallort.

Die Besatzung des Mannheimer Hubschraubers benötigte von der Alarmierung durch die Leitstelle bis zum Eintreffen am Unfallort lediglich sieben Minuten. „Da noch Gleitschirmflieger in der Luft waren, musste ich den Hubschrauber im Schwebeflug halten und warten, bis alle Piloten am Boden waren. Wir wollten keinesfalls riskieren, dass andere Paraglider durch die Luftturbulenzen der Rotorblätter in Gefahr geraten", berichtet Pilot Andreas Kempf.

Christoph 53 war das erste Rettungsmittel vor Ort, kurz darauf trafen bodengebundene Rettungskräfte mit einem Rettungswagen (RTW) ein. Hubschraubernotarzt Martin Göring und Rettungsassistent Oliver Lutz versorgten den Schwerverletzten gemeinsam mit den Kollegen des RTW. Der Verunfallte hatte eine Beckenfraktur sowie mehrere Trümmerbrüche an der Wirbelsäule erlitten. Da er über starke Schmerzen klagte, wurden ihm zunächst Zugänge gelegt, um ihm u.a. Schmerzmittel zu verabreichen. Anschließend wurde ihm eine Beckenschlinge angelegt, um das gebrochene Becken zu stabilisieren. Auf ein Spineboard gelagert verbrachten ihn die Einsatzkräfte in den Rettungswagen, mit dem der 67-Jährige in die nahgelegene Uniklinik nach Heidelberg gebracht wurde. Hubschraubernotarzt Martin Göring begleitete den Transport in die Klinik und übergab den Patienten dem dortigen Schockraumteam. „Aufgrund der kurzen Distanz zur Heidelberger Uniklinik haben wir den Patienten bodengebunden transportiert. Mit dem Hubschrauber hätte er keinen Zeitvorteil gehabt und wir hätten ihn nochmals vom RTW in den Hubschrauber umlagern müssen", erklärt Rettungsassistent Oliver Lutz die Wahl des Transportmittels in die Zielklinik.

Nach der Patientenübergabe kehrte die Crew zunächst an ihre Station zurück. Doch der Folgeeinsatz ließ nicht lange auf sich warten – insgesamt wurden die Mannheimer Luftretter an diesem Tag zu sechs Notfällen alarmiert.

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