20.01.2011 | Rettungsbericht

Mit Mut, Kraft und Dankbarkeit

  • Der rot-weiße Ambulanzjet der DRF-Luftrettung

„Ile de Beauté“ wird Korsika auch genannt, die Insel der Schönheit. Dr. Carl-Werner Curtius verbindet auch weniger Schönes mit der Insel im Mittelmeer. „Ich hatte noch nie solche Schmerzen“, erinnert sich der Rentner, der im September 2010 von seinem Fahrrad stürzte und sich dabei schwer verletzte. Noch am Abend desselben Tages fliegt ihn die DRF Luftrettung mit einem ihrer Ambulanzflugzeuge zurück nach Deutschland in eine Klinik. Monate später ist Curtius immer noch dankbar für den schnellen und professionellen Einsatz der Luftretter.

Die Besatzung hat sich liebenswürdig und mit großer Fachkompetenz um mich gekümmert.“ Dr. Carl-Werner Curtius weiß, wovon er spricht: Als Mediziner hat er einst im Krankenhaus gearbeitet und führte fast 30 Jahre lang eine internistische Praxis. 2007 schloss seine Frau Brigitte eine Fördermitgliedschaft bei der DRF Luftrettung ab, was der heute 75-Jährige als "beste Idee überhaupt" bezeichnet. Nach seiner Erfahrung vom September 2010 schlägt er für die Luftrettung sogar die Werbetrommel. "Ich konnte schon einige Menschen in meinem Umfeld davon überzeugen, die DRF Luftrettung im Rahmen einer Fördermitgliedschaft zu unterstützen", berichtet Curtius über seine Möglichkeit, Dankbarkeit zu zeigen. Dass sie jemals die Hilfe der DRF Luftrettung benötigen würden, hatten Brigitte und Carl-Werner Curtius nicht im Entferntesten geahnt.

Croissants zum Frühstück

Mit zwei befreundeten Ehepaaren bezogen die beiden im September 2010 ihr Ferienhaus zwischen den Städtchen Propriano und Porto-Pollo auf Korsika. "Zusammen mit meinem alten Schulfreund wollte ich losradeln, um frische Croissants und Brötchen zu holen", erzählt Curtius Monate später in seinem Münchner Haus. In der ersten Kurve auf der steilen Strecke geschah das Missgeschick: "Ich muss mich verbremst haben – und schon kippte ich mitsamt dem Rad um." Ihm sei sofort klar gewesen, dass er sich beim Sturz auf die linke Hüfte eine Fraktur zugezogen hatte. Wenig später, auf der Ambulanzstation von Sartène, bestätigt sich seine Vermutung: Der linke Oberschenkelhals war gebrochen.

Rückholung noch am Unfalltag

Unverzüglich nimmt sein Schulfreund, ebenfalls Mediziner, Kontakt mit der Alarmzentrale der DRF Luftrettung auf und berichtet vom Unfall und der Schwere der Verletzung. Dort beginnen die erfahrenen Disponenten sofort mit der Organisation der Repatriierung, holen Landegenehmigungen ein und verständigen die Besatzung: Flugkapitän Peter Keidler, Copilot Peter Schroth, Notarzt Dr. Götz Trabert und Rettungsassistent Thomas Offenhäußer sind an diesem Tag in Bereitschaft und werden den Einsatz durchführen. So kann der Learjet noch am selben Tag Richtung Korsika starten, um Curtius zur Operation in eine deutsche Klinik zu bringen. „Gerade bei älteren Patienten bestehen oft degenerative Veränderungen der Hüftgelenke. Deshalb ist nach solchen Frakturen häufig ein totaler Gelenkersatz notwendig“, erklärt Notarzt Dr. Götz Trabert. „In solchen Fällen setzen wir alles daran, eine schnelle heimatnahe Versorgung in einer Fachklinik zu ermöglichen.

Gut betreut zurück in die Heimat

Am 14. September 2010 setzt der rot-weiße Ambulanzjet gegen 17 Uhr auf der Landebahn des Flughafens von Ajaccio auf. "An diesem Tag war keine Wolke am Himmel", berichtet Keidler von optimalem Flugwetter. Carl-Werner Curtius war in der Zwischenzeit mit einem Krankenwagen von Sartène nach Ajaccio gebracht worden. Notarzt Dr. Götz Trabert übernimmt den Patienten auf dem Vorfeld des Flughafens von seinen französischen Kollegen. Gemeinsam mit Rettungsassistent Thomas Offenhäußer verabreicht er dem Patienten noch ein Schmerzmittel. "Während des Fluges haben wir Dr. Curtius permanent überwacht und betreut", fährt Trabert fort. In der Abenddämmerung landet die Crew der DRF Luftrettung auf dem Flugplatz in Oberpfaffenhofen bei München. Dort warten bereits bodengebundene Einsatzkräfte, die Curtius mit einem Rettungswagen in die Gräfelfinger Wolfartklinik bringen. "Am nächsten Tag wurde ich bereits operiert", erzählt der sportliche Pensionär, der zehn Tage nach seiner OP das Krankenhaus wieder verlassen konnte. Zum Jahreswechsel durfte er das linke Bein wieder belasten, und der rüstige Rentner hofft, bis Ostern vollständig genesen zu sein. Schließlich wolle er baldmöglichst wieder seinem liebsten Hobby  nachgehen: dem Bergwandern mit seiner Frau. 

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