08.07.2014 | News-Bericht

Mobile ECMO: Hochkomplexe Technik auf kleinstem Raum

Die transportable „Künstliche Lunge“ – die sogenannte ECMO (extrakorporale Membranoxygenierung) – ist eines der Geräte, an denen der kontinuierliche Fortschritt in der Medizin besonders deutlich wird.  Aufgabe der ECMO ist es, die menschliche Herz-Kreislauf-Funktion zu übernehmen, das heißt die Versorgung des Blutes mit Sauerstoff, ohne die ein Mensch innerhalb kürzester Zeit stirbt. Dieses hochkomplizierte Verfahren ist oft die einzige Überlebenschance für Patienten, deren Herz und Lunge sehr geschwächt oder sogar ausgefallen sind. Die ersten Herz-Lungen-Maschinen, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelt wurden, waren noch zimmergroß. Seither schritt die Entwicklung stetig voran, bis um die Jahrtausendwende die ersten Geräte gebaut und getestet wurden, die so klein und leicht waren, dass sie auch für einen mobilen Einsatz – zum Beispiel im Hubschrauber – infrage kamen. Die DRF Luftrettung führt bereits seit 2006 an einigen ihrer Stationen ECMO-Transporte durch, vielen Menschen hat das bereits das Leben gerettet. Die Station in Dortmund sieht derzeit einen Anstieg der Einsätze mit der ECMO. Stationsleiter Udo Laux erläutert: „Es gibt seit einigen Jahren eine neue Generation von Geräten, die einfacher im Einsatz sind und in Kliniken immer häufiger verwendet werden. Wir vermuten, dass der Anstieg der ECMO-Transporte, den wir seit einigen Monaten beobachten, unter anderem hiermit zusammen hängt. Derzeit fliegen wir etwa alle zwei Wochen Einsatz mit der mobilen Herz-Lungen-Maschine. Wir stimmen uns schon im Vorfeld sehr eng mit den Kliniken ab, die uns für Transporte mit der mobilen Herz-Lungenmaschine alarmieren. So können wir beispielsweise Doppelungen in der Ausrüstung vermeiden und Gewicht sparen. Zudem können sich die ECMO-Teams der Kliniken so optimal auf die Besonderheiten der Arbeit im Hubschrauber vorbereiten. Ein Beispiel für einen lebensrettenden Einsatz der ECMO ist der Fall eines Mannes, der mit einer besonders schweren Herzerkrankung von Völklingen nach Bad Oeynhausen transportiert werden sollte. Ohne den Einsatz von Christoph Dortmund und der mobilen Herz-Lungen-Maschine hätte der Mann nicht überlebt. Schwerstkranke Menschen wie er bekommen mit der ECMO eine Chance zu überleben, die es früher nicht gegeben hätte.“

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