15.08.2019 | News-Bericht

Motorradfahrer stürzt schwer in Linkskurve

  • Landung im Maisfeld. Nach dem Aussteigen bahnen sich die Luftretter den Weg durch das Getreide und eine Dornenhecke. Dann erreichen sie das Unfallopfer und stabilisieren es routiniert.
    Landung im Maisfeld. Nach dem Aussteigen bahnen sich die Luftretter den Weg durch das Getreide und eine Dornenhecke. Dann erreichen sie das Unfallopfer und stabilisieren es routiniert.

Ein schwerer Motorradsturz ereignete sich in einer langgezogenen Linkskurve auf der Bundesstraße 1/5, Nähe Ortslage Herzfelde. Nach der Alarmierung steigen Pilot Holger Wolff, Notarzt Dr. Jörg Rößler und Notfallsanitäter Christian Barth in den rot-weißen Hubschrauber der DRF Luftrettung, Christoph 49 macht sich an diesem Donnerstagmittag von Bad Saarow aus auf den Weg zur Unfallstelle.

Eine Landung auf der Straße ist bei der Ankunft nicht möglich, da der Verkehr noch läuft. Wolff setzt deshalb im benachbarten Maisfeld auf. Das medizinische Team muss sich nach dem Aussteigen den Weg durch 50 Zentimeter hohes Getreide und eine Dornenhecke bahnen, ehe es das Unfallopfer erreicht und die bodengebundenen Rettungskräfte unterstützen kann.

Der 50 Jahre alte Patient ist lebensgefährlich verletzt, blutet stark und befindet sich im Schockzustand. Rößler und Barth mindern zügig die Schmerzen des Motorradfahrers, stillen die Blutungen. „Bei dem Aufprall hat sich der Mann eine offene Oberschenkelfraktur am rechten Bein zugezogen. Der rechte Fuß und Finger waren abgetrennt“, schildert Pilot Wolff die Situation.

Rößler intubiert den Verletzten. Dabei, sagt Wolff weiter, habe der Notarzt das sogenannte Videolaryngoskop benutzt. Das Hilfsmittel, das auf Christoph 49 stets mitgeführt wird, besteht aus einer Lichtquelle, einem Monitor und einer Kamera. Unten wird ein Spatel angesetzt. So kann ein Patient auch dann sicher intubiert werden, wenn er nicht flach liegt. Im Fall des Unfallopfers sei es darauf angekommen, die Halswirbelsäule wegen des Verdachts auf entsprechende Verletzungen von Wirbeln und aufgrund der starken Blutungen so wenig wie möglich zu bewegen und zu belasten. Rößler stabilisiert den Zustand des Patienten, der viel Blut verloren hat.

Der Notarzt und der Notfallsanitäter der DRF Luftrettung untersuchen zudem den Bauchraum und das Herz des verunglückten Zweiradfahrers per Ultraschallgerät. Dr. Jörg Rößler und Christian Barth laden den Mann anschließend behutsam in den Hubschrauber, der nach der erfolgten Straßensperrung in unmittelbarer Nähe umgesetzt werden konnte. Dann startet der Pilot die Motoren erneut, die Besatzung von Christoph 49 hebt ab. Nach nur wenigen Minuten erreicht das Team das Klinikum in Bad Saarow, ein Krankenhaus der Maximalversorgung. Rößler übergibt den Schwerverletzten an seine Ärztekollegen, die diesen im Schockraum des Hospitals weiterbehandeln.

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Das Team der DRF Luftrettung in Bad Saarow kommt nach wenigen Flugminuten am Einsatzort an. Symbolbild (Quelle: Daniel Stibitz).
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