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27.06.2017 | News-Bericht

Nach Auffahrunfall: Zwei Männer in Fahrerkabine eingeklemmt

  • Die Luftretter aus Leonberg konnten bei einem Einsatz auf der A8 direkt auf der gesperrten Fahrbahn landen.
    Die Luftretter aus Leonberg konnten bei einem Einsatz auf der A8 direkt auf der gesperrten Fahrbahn landen.

Die Autobahn 8 ist mit 505 Kilometern eine der längsten deutschen Bundesautobahnen. Staus und Unfälle stehen auf der partiell sechsspurig ausgebauten Straße tragischerweise auf der Tagesordnung. Auch an einem hektischen Montagmorgen ringen Pendler und Lastkraftfahrer um ein rasches Durchkommen im stockenden Verkehr. Als sich nahe der Stadt Wendlingen am Neckar bereits eine lange Autoschlange gebildet hat, kommt es in Richtung Stuttgart plötzlich zum Unglück: Der Führer eines Lastkraftwagens, der in Begleitung eines Beifahrers ist, übersieht das Stauende. Dadurch fährt er auf das letzte Fahrzeug der Reihe, einen Sattelzug auf. Der Mann, der in ebendiesem hinter dem Steuer sitzt, bleibt bei dem Aufprall unverletzt. Doch der 48-jährige Lkw-Führer und sein Sitznachbar haben weniger Glück: Sie werden in der Fahrerkabine ihres völlig zerstörten Wagens eingeklemmt.

Die Feuerwehr, der bodengebundene Rettungsdienst und ein Notarzt sind schnell zur Stelle. Die Wehrkräfte beginnen eiligst, die zwei Männer aus dem Lastkraftwagen zu schneiden. Da erkennen die Helfer bereits, dass Unterstützung aus der Luft benötigt wird. Denn während sich der Beifahrer nicht in einem lebensbedrohlichen Zustand befindet und bodengebunden in ein Krankenhaus gebracht werden kann, ist für seinen schwer verletzten Nebenmann ein schnellerer Transport erforderlich. Christoph 41 von der Station Leonberg der DRF Luftrettung wird angefordert. „Es war klar, dass die Kollegen im Rettungswagen für den Weg zum Krankenhaus bedeutend länger brauchen würden als wir“, schildert Harry Hartmann nach dem Einsatz die Situation. Der Notfallsanitäter von Christoph 41 flog umgehend mit Pilot Jochen Fleckenstein und Hubschraubernotarzt Dr. Remo Carbone zur Unglücksstelle. Diese ist bei ihrer Ankunft bereits von der Polizei abgesperrt worden, die Luftretter können direkt auf der Straße landen. Zu diesem Zeitpunkt sind die beiden Eingeklemmten gerade aus ihrem Wagen befreit worden. Die bodengebundenen Kräfte nehmen sich sogleich des Beifahrers an, das medizinische Team des Rettungshubschraubers kümmert sich um den zweiten Patienten.

„Die Notwendigkeit unseres Kommens zeigte sich uns dann auch schon“, blickt Hartmann zurück. Denn der 48-Jährige erlitt durch den Zusammenstoß ein lebensbedrohliches Thoraxtrauma, sein Zustand war kritisch. Für ihn ging es nun folglich um Sekunden. „Bei einem Thoraxtrauma berücksichtigen wir sofort alle möglichen Faktoren; fragen uns, mit welchen Verletzungen wir rechnen sollten, und wie diese behandelt werden müssen. Der Lkw-Fahrer hätte innere Blutungen haben können, was in dem Moment nicht sicher war. Mit solchen Verletzungen hätte er nicht im Rettungswagen befördert werden können, der im Stau womöglich auch noch schwer durchgekommen wäre. Für die genaue Abklärung musste der Patient also rechtzeitig in eine Klinik gelangen, in der er optimal versorgt werden konnte. Das Klinikum in Esslingen war dafür am besten geeignet.“

Die Leonberger Besatzung versorgte den Fahrzeugführer am Unfallort und lud ihn in die rot-weiße Maschine der DRF Luftrettung ein. „Wir konnten dann glücklicherweise mit einem kreislaufstabilen Patienten abheben“, erinnert sich der Notfallsanitäter. Bei dem Transport des Verletzten zeigte sich schließlich die enorme Effizienz der Luftretter: „Wir erreichten schon nach knapp zwei Minuten die Klinik, in der wir den Mann dem dortigen Team zur weiteren Behandlung übergeben konnten“, verdeutlicht Hartmann und vergleicht: „Der Rettungswagen hätte unter Berücksichtigung der gegebenen Bedingungen rund 20 Minuten zum Esslinger Klinikum gebraucht.“

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