28.05.2019 | News-Bericht

Nachteinsatz für Christoph Dortmund

  • Die Luftretter starten bei Dämmerung am Dortmunder Flughafen. Hubschraubernotärztin Katharina Schlang (li.) überwacht das Anlassen der Triebwerke. Foto: UPRESS/U. Schmalenbach
    Die Luftretter starten bei Dämmerung am Dortmunder Flughafen. Hubschraubernotärztin Katharina Schlang (li.) überwacht das Anlassen der Triebwerke. Foto: UPRESS/U. Schmalenbach
  • „Rendezvous" zwischen Hubschrauber und Rettungswagen an der Einsatzstelle in Meschede, direkt nach Aufsetzen auf dem Platz vor der Halle der St. Georgs-Schützenbruderschaft. Foto UPRESS/U.Schmalenbach
    „Rendezvous" zwischen Hubschrauber und Rettungswagen an der Einsatzstelle in Meschede, direkt nach Aufsetzen auf dem Platz vor der Halle der St. Georgs-Schützenbruderschaft. Foto: UPRESS/U.Schmalenbach
  • Der 50-jährigen Patient wird in die BK 117 geladen. Foto: UPRESS / U.Schmalenbach
    Der 50-jährigen Patient wird in die BK 117 geladen. Foto: UPRESS / U.Schmalenbach

„Entgegen der ersten Meldung können Sie direkt an der Einsatzstelle landen: Da ist ein großer Parkplatz.“ Notfallsanitäter Björn Orschel hatte per Funk die Leitstelle gerufen, um sie zu informieren, dass Christoph Dortmund mit ihm, dem Piloten Uli Weigang sowie der Hubschraubernotärztin Katharina Schlang gestartet und auf dem Weg nach Meschede ist, in 14 Minuten ankommen wird. In der Sauerländer Kreisstadt ist ein 50-Jähriger in einer möglicherweise lebensbedrohlichen Situation: Ein Aneurysma im Kopf des Mannes könnte reißen und damit schwere Hirnschäden oder sogar den Tod des Betroffenen verursachen.

Nur Sekunden nach dem Abheben am Flughafen in Dortmund-Wickede, über den schon die abendliche Dämmerung hereinbricht, ist Christoph Dortmund bereits über Fröndenberg. Unter der Crew der rot-weißen BK 117 schlängelt sich die Ruhr an der Stadt im Süden des Kreises Unna vorbei. Wenig später wird die Besatzung dem Gewässer erneut begegnen, denn es fließt auch durch Meschede, und die Einsatzstelle liegt zufälligerweise keine 100 Meter entfernt der Ruhr.

Dort hat die St. Georgs-Schützenbruderschaft Meschede ihre Heimstatt: Vor deren Halle befindet sich ein großer, freier Platz. Ein bodengebundener Notarzt und ein Rettungswagen (RTW), die zum Haus des 50-Jährigen gerufen wurden, haben den Patienten ohne Umweg über ein örtliches Krankenhaus direkt dorthin zum „Rendezvous“ mit dem Hubschrauber der DRF Luftrettung gefahren: Es gilt, keine Zeit zu verlieren.

Das Aneurysma wurde bei dem Mescheder bereits im Dezember 2018 diagnostiziert, jedoch nicht weiter behandelt. Nun könnte es eine Hirnblutung auslösen oder schon ausgelöst haben, den Druck auf das Hirn gefährlich erhöhen. Die sehr starken Kopfschmerzen, die der Betroffene seit dem Mittag verspürt, sprechen dafür. Ebenfalls, dass er nach Schilderung der Ehefrau zeitweilig weggetreten ist, sich ständig erbrechen musste.

„Für die Behandlung ist eine Neurochirurgische Abteilung erforderlich“, erläutert Dr. med. Katharina Schlang. Doch eine solche gibt es in Meschede oder der näheren Umgebung nicht. Darum hatten die bodengebundenen Kollegen über die Rettungsleitstelle Christoph Dortmund angefordert: Der 50-Jährige soll im Klinikum Dortmund Nord behandelt werden. Doch die Fahrtzeit aus dem Sauerland dorthin würde mehr als eine Stunde betragen.

Pilot Uli Weigang landet vor der Schützenhalle. Sofort läuft die Hubschraubernotärztin in den RTW, um sich ein eigenes Bild vom Zustand des Patienten zu machen. Sie verliert keine Zeit: Zusammen mit Notfallsanitäter Björn Orschel bereitet sie den Mann auf den Flug vor, er wird umgelagert und in den Hubschrauber eingeladen. Nur 13 Minuten nach dem Aufsetzen ist Christoph Dortmund erneut in der Luft und auf dem Rückweg.

Inzwischen ist es dunkel über dem Sauerland. Kurz darauf wird es am Horizont allerdings etwas heller: Die Großstädte Dortmund und Bochum strahlen viel Licht in den Himmel. Uli Weigang fliegt über das Stadtgebiet direkt zum Klinikum im Norden Dortmunds. Da links von der Besatzung ist das „Dortmunder U“ hell erleuchtet zu sehen, eine einstige Brauerei und heutiges Kulturzentrum.

Eine Minute darauf geht er an der Zielklinik zur Landung. Grüne Lampen im Boden markieren den Landeplatz. Von dort bringen Katharina Schlang und Björn Orschel den Patienten eilig in den Schockraum, wo die Dortmunder Klinikärzte übernehmen.

Christoph Dortmund kehrt im Anschluss zu seiner Station auf dem Dortmunder Flughafen zurück. Der Airport liegt, nachdem dort kein Linienflug mehr geht an diesem Abend, schon komplett im Dunkeln, die Befeuerung von Start- und Landebahn ist ausgeschaltet.

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