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05.12.2016 | News-Bericht

Neugeborenes überlebt dank schnellen Hubschraubertransports

  • Die Besatzung von Christoph Nürnberg übernimmt in Mannheim die ECMO-Spezialtrage, um das kleine Mädchen in Aschaffenburg abzuholen.
    Die Besatzung von Christoph Nürnberg übernimmt in Mannheim die ECMO-Spezialtrage, um das kleine Mädchen in Aschaffenburg abzuholen.

Heutzutage werden Kinder meist ohne größere Probleme geboren. Dennoch kommt es hin und wieder zu Komplikationen, die für Neugeborene sogar lebensgefährlich werden können. In einer Aschaffenburger Klinik wurde vor kurzem ein Mädchen entbunden. Während der Geburt war mit Mekonium (auch Kindspech genannt) infiziertes Fruchtwasser in die Lunge des Kindes gekommen. Aufgrund dieser sogenannten Mekoniumaspiration war das Neugeborene nicht in der Lage, eigenständig zu atmen. Ein qualifiziertes Klinikteam kämpfte um das Leben des Mädchens, es wurde intubiert und künstlich beatmet. Doch die Lunge arbeitete nach wie vor nicht so, wie sie sollte.

In den frühen Morgenstunden wurde die Klinik für Neonatologie der Universitätsmedizin Mannheim zu Rate gezogen und entschieden, das Neugeborene nach Mannheim zu transportieren, da dort die Möglichkeit besteht, bei der kleinen Patientin eine ECMO-Therapie durchzuführen (ECMO = Extracorporale Membranoxygenierung). ECMO übernimmt dabei die Lungenatmung des Patienten in Teilen oder auch vollständig, falls dies erforderlich sein sollte. Viel Zeit war nicht, das Leben des Mädchens war akut bedroht. Also wurde die Nürnberger Besatzung der DRF Luftrettung angefordert, um an Bord ihres Hubschraubers ein ECMO-Team samt Herz-Lungen-Maschine zunächst von Mannheim nach Aschaffenburg zu bringen.

Mit der aufgehenden Sonne startete die Crew von Nürnberg in Richtung Uniklinik Mannheim. Um ausreichend Platz- und Gewichtsreserven für den anstehenden Transport zu haben, baute die Crew die verzichtbare Ausstattung aus und belud den Hubschrauber mit der Medizintechnik der ECMO-Spezialtrage der Mannheimer Spezialisten. „Unser hochmoderner Hubschrauber des Typs H 145 verfügt über einen modularen Aufbau. Dadurch kann der medizinische Innenraum innerhalb kürzester Zeit und mit wenigen Handgriffen auf die Erfordernisse auch spezieller Einsätze konfiguriert werden", erklärt Notfallsanitäter Alexander Schuricht, Crewmitglied an Bord von Christoph Nürnberg. Kaum war dies geschehen, kamen noch eine Kinderärztin und eine Kinderkrankenschwester an Bord und der Pilot nahm Kurs auf die Klinik in Aschaffenburg.

„Als wir dort eintrafen und die kleine Patientin übernahmen, war diese bereits bestens vorversorgt. Das heißt sie lag in einem Inkubator (Brutkasten), war in Narkose gelegt und wurde mit einem speziellen Beatmungsgerät hochfrequent beatmet. Dabei wird die Lunge mit einem minimalen Luftvolumen in schneller Frequenz beatmet, da sie so besser belüftet wird", erklärt der Notfallsanitäter. Während der ruhig und strukturiert ablaufenden Übernahme der Patientin wurden die medikamentöse Versorgung, das Monitoring sowie die Sauerstoff- und Stromzufuhr auf die Versorgung der ECMO-Trage umgesteckt, schließlich wurde das kleine Mädchen umgelagert. „Vor Ablug haben wir nochmals eine Blutgasanalyse durchgeführt um zu überprüfen, dass ausreichend Sauerstoff in den Kreislauf kommt und dass das CO2 vernünftig abgeatmet wird. Die maschinelle Beatmung wurde daraufhin nochmals minimal an das Ergebnis der Analyse angepasst, dann transportierten wir die Kleine in nur 18 Minuten in die Uniklinik Mannheim", erläutert Alexander Schuricht. Das ECMO-Team überwachte währenddessen die Vitalwerte der kleinen Patientin mit Argusaugen. In der Mannheimer Uniklinik eingetroffen, wurde das Mädchen direkt auf die Intensivstation gebracht.

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