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15.12.2016 | News-Bericht

Notruf im Radio

  • Der rot-weiße Hubschrauber aus Berlin landet nur wenige Flugminuten entfernt auf der A10.
    Der rot-weiße Hubschrauber aus Berlin landet nur wenige Flugminuten entfernt auf der A10.

„Alles sah bei diesem Einsatz nach einem klassischen Verkehrsunfall aus“, erinnert sich Pilot Thomas Reimer an den 9. Dezember. Auf der A10 prallen mehrere Fahrzeuge ineinander, drei Personen werden verletzt. Doch dieser so klassische Einsatz wird zum Abenteuer für ein neues Leben.

Als Christoph Berlin kurz nach dem Notruf die Unfallstelle erreicht, ist die Autobahn noch nicht für die Landung abgesperrt. Einen kurzen Augenblick später trifft die Freiwillige Feuerwehr aus Altlandsberg ein und sichert die Autobahn wie immer professionell für die Landung des Hubschraubers ab. „Unsere medizinische Besatzung, Notarzt Dr. Moritz Weigeldt und Rettungsassistent Matthias Buchholz, verschaffte sich in wenigen Augenblicken einen Überblick über die Lage: Die Anzahl der Patienten und die Schwere ihrer Verletzungen. Sie behandelten eine 57-Jährige, die ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte. Notarzt Dr. Weigeldt entscheidet, dass die Frau aufgrund ihrer leichteren Verletzungen im Rettungswagen in das nur wenige Kilometer entfernte Unfallkrankenhaus Berlin transportiert werden kann. Zwei weitere Verletzten werden von den bodengebundenen Kollegen medizinisch versorgt.

Zeitgleich auf der Gegenfahrbahn: Eine 44-jährige schwangere Frau steckt mitten in einem langen Stau. Sie ist auf dem Weg ins Krankenhaus zu einer Routineuntersuchung. Doch plötzlich treten starke Wehen ein. In ihrer Verzweiflung ruft sie einen Berliner Radiosender an und schildert dem Redakteur ihre verzwickte Lage. Umgehend beruhigt der Redakteur die Frau und alarmiert die Rettungsleitstelle. „Auf seinen Bildschirmen sah der Disponent, dass wir nur wenige Kilometer von der Schwangeren entfernt waren. Da die Versorgung der beim Unfall Verletzten bereits abgeschlossen war, starteten wir sofort. Unsere Kollegen von der freiwilligen Feuerwehr hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf die Suche nach der Schwangeren im Stau gemacht und den Autobahnabschnitt für unsere erneute Landung abgesperrt“, erzählt Pilot Thomas Reimer.

Aufgrund der starken Wehen war sofort deutlich: Es muss schnell gehen, denn ein neues Leben will das Licht der Welt erblicken. Doch die schwangere Frau über die Leitplanke zum Hubschrauber zu tragen, war zu zeitintensiv und zu risikoreich. Notarzt Dr. Weigeldt entscheidet daher, die Frau im Rettungswagen in das nahe gelegene Klinikum Berlin Buch zu begleiten. „Leider konnten die Kollegen erst einige Minuten später abfahren, da die Verkehrsteilnehmer keine Rettungsgasse gebildet haben. „Wir können daher stets nur an alle Autofahrer appellieren, bei einem Unfall immer sofort an den Rettungsdienst zu denken, damit keine wertvollen Minuten bei der Rettung von Menschenleben vergehen“, so Thomas Reimer. In diesem Fall ging alles gut, die 40-Jährige erreichte rechtzeitig das Krankenhaus.

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