11.12.2015 | News-Bericht

Prüfung im Kleinflugzeug: Absturz statt Flugschein

Im September absolvierten ein Fluglehrer und sein Schüler einen Prüfungsflug und waren gerade im Anflug auf den Flugplatz Iserlohn-Sümmern. Plötzlich verloren sie die Kontrolle und stürzten mit so hoher Geschwindigkeit in einen angrenzenden Acker, dass die Maschine mit der Nase in der Erde stecken blieb. Zeugen alarmierten den Rettungsdienst, es war nicht klar, ob die Insassen des Kleinflugzeugs überhaupt überlebt hatten. Der bodengebundene Notarzt stellte fest, dass beide Verunglückten lebensgefährlich verletzt worden waren und schnellstmöglich mit Hubschraubern in Spezialkliniken transportiert werden mussten.

Christoph Dortmund der DRF Luftrettung erreichte die Alarmierung um 14:03 Uhr. Die Crew hatte gerade einen Patienten nach Düsseldorf gebracht und war auf dem Rückflug. Pilot Ulrich Weigang änderte sofort die Route und steuerte den Flugplatz an. Am Unfallort war die Feuerwehr gerade dabei, die Verletzten aus dem Wrack zu befreien.

Hubschraubernotarzt Dr. Axel Schellongowski und Rettungsassistent Björn Orschel brachten den Patienten, den sie versorgen würden, sofort in einen Rettungswagen, da die Außentemperatur nur rund acht Grad betrug und die Gefahr bestand, dass der Verletzte auskühlte. Die Untersuchung des Mannes ergab, dass er ein Polytrauma erlitten hatte, eine Reihe schwerster lebensbedrohlicher Verletzungen. Vor allem der Kopf und das Gesicht waren betroffen. Der Mann reagierte zwar noch auf Ansprache, war jedoch bereits deutlich eingetrübt. Da die Gefahr bestand, dass er an Blut und Erbrochenem erstickte, intubierte ihn die medizinische Crew mithilfe des Videolaryngoskops von Christoph Dortmund.

Björn Orschel erzählt: „Gerade bei schweren Gesichtsverletzungen ist es oft sehr schwierig, die Patienten zu intubieren, weil zum Beispiel alles voller Blut ist. Das Videolaryngoskop ist eine enorme Hilfe, da es eine eingebaute Kamera enthält und wir auf dem Bildschirm die Intubation verfolgen können. Wir setzen das Gerät, das durch Spenden finanziert wurde, schon seit über zwei Jahren ein und es hat schon vielen Patienten das Leben gerettet.“

Nach der Intubation und dem Anschließen an das Beatmungsgerät des Hubschraubers versorgten Dr. Schellongowski und Björn Orschel die weiteren Frakturen des Mannes und bereiteten alles für den Transport in das Knappschaftskrankenhaus Bochum vor. Wenige Minuten nach dem Start am Unfallort übergab die Besatzung den Patienten bereits den vorinformierten Ärzten des Schockraums zur weiteren Diagnostik und Behandlung. Der zweite Verletzte wurde durch die Besatzung eines weiteren Hubschraubers versorgt und ebenfalls in ein Krankenhaus gebracht.

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