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24.03.2016 | News-Bericht

Qualmendes Klassenzimmer

  • Notfall in der Chemiestunde: Die Dresdner Besatzung der DRF Luftrettung in Altenberg im Einsatz. (Symbolbild)
    Notfall in der Chemiestunde: Die Dresdner Besatzung der DRF Luftrettung in Altenberg im Einsatz. (Symbolbild)

Eine Chemiestunde, bei der es laut knallt, zischt und funkt kommt bei Schülern besonders gut an. Aber nicht ohne Grund tragen Lehrer und Schüler dabei große Schutzbrillen und weiße Laborkittel. Stoffe wie Magnesium, Schwefel oder Wasserstoff erzeugen zwar tolle Effekte, damit einher gehen jedoch auch erhebliche Gefahren. Eine dieser Gefahren erlebten die Schüler und Lehrer einer Schule in Altenberg.

Im Chemieraum missglückte ein Versuch, der Boden fing Flammen und starker Rauch verbreitete sich im Raum. Die ganze Schule wurde in die Sporthalle evakuiert – doch einer fehlte: Ein Lehrer hatte den Kampf mit dem Feuer aufgenommen und versuchte, den Brand zu löschen. Dabei setzte er sich nicht nur der Gefahr der Flamme aus – die dicken Rauchschwaden, voll giftiger Substanzen, verdrängten zudem den Sauerstoff im Raum.

Der Lehrer geriet in starke Atemnot, ihm wurde schwindlig: typische Zeichen für eine Rauchvergiftung. Besonders gefährlich ist hierbei der Bestandteil Kohlenmonoxid. „Das geruchlose Gas führt schon nach wenigen Atemzügen zur Bewusstlosigkeit, weil es die Sauerstoffmoleküle von den roten Blutkörperchen verdrängt“, erklärt Notfallsanitäter Heiko Roth.

Aber nicht nur der Lehrer, sondern auch weitere Personen brauchten so schnell wie möglich notärztliche Hilfe. Deshalb brachte Christoph 38 kurze Zeit später Dr. Marcus Reuter und Rettungsassistent Matthias Braun zum Schulgelände. Neben der Besatzung des Rettungshubschraubers trafen die Feuerwehr, fünf Rettungfahrzeuge und mehrere Notärzte an der Schule ein. Um alle Helfer koordiniert und so effektiv wie möglich einzusetzen, übernimmt bei einer solchen Vielzahl an Rettungskräften ein leitender Notarzt vor Ort die Koordination. Dieser teilte Dr. Marcus Reuter dem rauchvergifteten Lehrer zu. Dessen Kreislauf musste durch zusätzlichen Sauerstoff stabilisiert werden.

Bei leichten Rauchvergiftungen kann bereits ausreichend frische Luft die Beschwerden lindern. „Ist die Vergiftung mit Kohlenmonoxid schon zu weit fortgeschritten, wird eine Behandlung mit Sauerstoff in einer Druckkammer notwendig, um die roten Blutkörperchen von dem giftigen Gas zu befreien. Die Kammer erhöht den Außendruck, wodurch sich der Sauerstoff besser im Blut löst“, erklärt Heiko Roth. Nach der medizinischen Versorgung durch die Dresdner Luftretter wurde der Patient im Rettungswagen ins Krankenhaus transportiert.

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