07.03.2019 | News-Bericht

Rettung dank Spine-Board

  • Schwerer Unfall auf der A81: Ein Lkw fährt auf einen vorausfahrenden Lkw, gerät aus der Spur und prallt auf eine Schilderbrücke.
    Schwerer Unfall auf der A81: Ein Lkw fährt auf einen vorausfahrenden Lkw, gerät aus der Spur und prallt auf eine Schilderbrücke.
  • Die Stuttgarter Luftretter treffen als erste Rettungshelfer ein und. Schnell wird klar: Der Fahrer ist eingeklemmt und schwerverletzt, er muss behutsam gerettet werden.
    Die Stuttgarter Luftretter treffen als erste Rettungshelfer ein und. Schnell wird klar: Der Fahrer eingeklemmt und schwerverletzt, er muss behutsam gerettet werden.
  • Die Rettung erfolgt mit einem Spine-Board, einer harten Unterlage, mit der der Verletzte immobilisiert und stabilisiert werden kann. Foto: Symbolbild Umlagerungshilfe
    Die Rettung erfolgt mit einem Spine-Board, einer harten Unterlage, mit der der Verletzte immobilisiert und stabilisiert werden kann. Foto: Symbolbild Umlagerungshilfe

Immer wieder werden die rot-weißen Luftretter zu Verkehrsunfällen gerufen. Oft sind schwere Verletzungen die Folgen. So auch bei einem ihrer Einsätze Anfang Februar: Bei einem schweren Unfall prallt ein Lkw auf der Autobahn 81 in Richtung Heilbronn auf Höhe Mundelsheim auf einen vorausfahrenden Lkw. Er schert nach links aus, rammt zwei Autos und prallt schließlich frontal auf eine Schilderbrücke. Dabei wird der Lkw-Fahrer in seinem Fahrerhaus eingeklemmt und erleidet schwerste Verletzungen.

An diesem Tag stehen Notarzt Dr. Gregor Lichy, Pilot Christian Nissen und Harald Hartmann als Notfallsanitäter an der Station Stuttgart bereit, um bei einem Alarm innerhalb von zwei Minuten los zu fliegen. Plötzlich ertönt ein lautes Signal: Die Stuttgarter Luftretter werden von der Integrierten Leitstelle Ludwigsburg zur Unfallstelle alarmiert. Auch drei Rettungswagen und ein bodengebundener Notarzt werden aufgrund des schweren Unfall-Ausmaßes gerufen. 

Christoph 51 erstes Rettungsmittel vor Ort

Nur wenige Minuten nach dem Alarm ist „Christoph 51“ als ersteintreffendes Rettungsmittel vor Ort. Notarzt Dr. Gregor Lichy und Notfallsanitäter Harald Hartmann sichten die Patienten und stellen fest, dass neben dem schwer verletzten Lkw-Fahrer noch drei weitere, leicht bis mittelschwer verletzte Patienten versorgt werden müssen.

In Absprache mit dem Einsatzleiter kümmert sich die Crew der Luftretter um den eingeklemmten Fahrer des Lkws. Ihre Diagnose: Polytrauma. Der Patient muss so schnell wie möglich medizinisch versorgt werden. Gleichzeitig wird jedoch klar: Die Rettung aus dem Fahrerhaus wird viel Zeit in Anspruch nehmen. Nachdem es der Feuerwehr gelingt, einen Zugang zum Patienten zu schaffen, können Dr. Lichy und seine Kollegen die medizinische Versorgung des Patienten übernehmen.

Stabilisierung durch das Spine-Board

Aufgrund der Höhe, in der sich der Verletzte befindet, und der Vielzahl seiner schweren Verletzungen, bedarf es einer sicheren und stabilen Rettung aus dem Gefahrenbereich. Dr. Gregor Lichy und Co. müssen den Fahrer immobilisieren – denn der Patient darf nur so wenig wie möglich bewegt werden.

Aus diesem Grund entscheiden sich die erfahrenen Retter für das Spine-Board – eine spezielle, harte Unterlage, die Patienten stabilisiert und dadurch Bewegungen minimiert. Durch das Spine-Board kann die Wirbelsäule für den Transport gefestigt werden, um weitere Verletzungen oder sogar eine Verschlimmerung der bestehenden Verletzungen zu verhindern. Für einen Einsatzzweck wie diesen ist es das am besten geeigneten Hilfsmittel. Sie schieben das Board vorsichtig unter den Fahrer und ziehen ihn mit sicheren Handgriffen aus dem völlig zerstörten Führerhaus.

Anschließend laden sie den Mann in den Hubschrauber und fliegen ihn schnell und schonend in den Schockraum des Ludwigsburger Klinikums.

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