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30.12.2016 | News-Bericht

Rettungshubschrauber auf Deponie gerufen

  • Mit vereinten Kräften kümmern sich die Greifswalder Lufretter, der bodengebundene Rettungsdienst und die Feuerwehr um den Patienten.
    Mit vereinten Kräften kümmern sich die Greifswalder Lufretter, der bodengebundene Rettungsdienst und die Feuerwehr um den Patienten.

Es ist noch früh am Morgen auf dem Gelände der Deponie Peenemünde. Die Lichter eines Muldenkippers suchen sich ihren Weg durch die morgendliche Dämmerung und wandern auf dem unebenen Untergrund auf und ab. Die Lade ist randvoll mit Schlacke, die Baggerschiffe täglich aus der Fahrrinne des Peenestroms emporheben, um diesen fahrbar zu halten. Routiniert beginnt der erfahrene Fahrer eines Muldenkippers mit dem Entladevorgang. Zunächst geht alles wie gewohnt seinen Gang. Die Laderampe kippt allmählich und rauschend gleitet die Schlacke zu Boden. Als der Muldenkipper zur Hälfte entladen ist, spürt der Fahrer plötzlich, wie sich das Gefährt auf die Seite neigt und schon ist es zu spät. Ohne reagieren zu können, kippt das Fahrzeug mit einem Schlag auf die Seite und schließt den 61-Jährigen in der Fahrerkabine ein. Schwerverletzt an Beinen und Oberkörper schwebt er in akuter Lebensgefahr. Ein Kollege, der alles mit angesehen hat, greift geistesgegenwärtig zum Handy und wählt den Notruf.

Zur selben Zeit an der Greifswalder Station der DRF Luftrettung: Pilot Bernd Rosenberger hat den Telefonhörer in der Hand, um Christoph 47 bei der Leitstelle anzumelden. Als der Leitstellendisponent seinen Anruf entgegennimmt überschneiden sich die Ereignisse. Parallel geht der Notruf ein und so bittet der Disponent die Greifswalder Luftretter sofort, diesen Einsatz zu übernehmen. Keine zwei Minuten später ist die Crew bereits in der Luft. Der Küste entlang geht es auf direktem Wege nach Peenemünde. In der Zwischenzeit spricht der Ersthelfer seinem Kollegen Mut zu und schützt ihn mit einer Decke vor den kühlen Morgentemperaturen. Bereits wenige Minuten später ertönt das Rotorengeräusch über der Deponie. Nach der Landung beginnt die medizinische Besatzung den Verletzten zu versorgen. Der Fahrer ist eingeklemmt und schwer zu erreichen. Die Öffnung der Dachluke ist gerade so breit, um den Patienten mit dem Nötigsten zu versorgen, dann muss die Feuerwehr ran. Es gibt nur einen Weg: durch die Frontscheibe. Hierzu nutzen die Feuerwehrkräfte aus Karlshagen, Trassenheide und Peenemünde ein Spezialgerät zum Sägen. Nachdem der Weg zum Patienten frei ist, bereiten die Luftretter ihn für den Transport vor. Da eine Verletzung der Wirbelsäule nicht auszuschließen ist, ist gerade in so einem Fall ein schonender Transport äußerst wichtig. Es gelingt ihnen, den Körper mit einer Beckenschlinge und einem Stiffneck zu stabilisieren und betten ihn auf eine Vakuummatratze. Nach kurzem Flug übergeben die Greifswalder Luftretter den Mann an die Klinikärzte zur weiteren Behandlung.

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