01.08.2018 | News-Bericht

Sattelzug schiebt Kleintransporter am Stauende unter zwei stehende Lkw

  • Christoph 43 wird zu einem schweren Unfall gerufen: Der Fahrer eines Sattelzuges übersieht das Stauende und fährt auf einen 7,5-Tonner auf.
    Christoph 43 wird zu einem schweren Unfall gerufen: Der Fahrer eines Sattelzuges übersieht das Stauende und fährt auf einen 7,5-Tonner auf.

Auffahrunfälle auf der Autobahn – mit teilweise schlimmsten Folgen – ereignen sich leider auch in diesem Sommer immer wieder. Kaum vergeht ein Tag, an dem nicht irgendwo in Deutschland Medien davon berichten, dass ein Fahrzeugführer ein Stauende übersieht und zu spät bremst, um rechtzeitig davor zum Stehen zu kommen.

Auch als die Integrierte Leitstelle Mittelbaden in der vergangenen Woche Kontakt zur Besatzung von Christoph 43 aufnimmt, hat sich abermals ein schlimmes Unglück auf einer Fernstraße ereignet: Ein französischer Sattelzugfahrer mit belgischem Anhänger übersieht das Ende des Staus, der sich zwischen dem Karlsruher Dreieck und der Anschlussstelle Ettlingen gebildet hat! Er fährt auf einen 7,5-Tonner auf. Tragischerweise wird der darin sitzende Beifahrer beim Aufprall tödlich verletzt. Der Fahrer erleidet lebensbedrohliche Verletzungen.

Der Kleintransporter wird vom Sattelzug zudem auf zwei vor ihm stehende Lkw geschoben. Deren Fahrer bleiben glücklicherweise unverletzt, ihre Fahrzeuge wurden jedoch ebenfalls beschädigt. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden auf 500.000 Euro.

Wegen des dramatischen Unfalls nimmt die Leitstelle bereits vor dem offiziellen Beginn der Einsatzbereitschaft telefonisch Kontakt zur DRF Luftrettung an der Station Karlsruhe auf, um zu fragen, ob Pilot Volker Buchmann, Notarzt Dr. Simon Obier und Rettungsassistent Roman Fischer dennoch bereits aufbrechen könnten. Das Team von Christoph 43 sagt die Einsatzübernahme zu, und nur zwei Minuten später, um 6.54 Uhr in der Früh, heben die drei mit ihrer rot-weißen EC 135 ab.

„Die Einsatzstelle befand sich unmittelbar hinter der Überleitung der A 8 auf die A5 in Richtung Basel. Dadurch gab es trotz der frühen Stunde sowohl von Norden her auf der A 5 als auch aus Richtung Stuttgart auf der A 8 eine massive Staubildung“, berichtet Volker Buchmann von seinen ersten Eindrücken beim Anflug.

Der Pilot landet kurz darauf in unmittelbarer Nähe zum Unfallort – dort erwartet die Luftretter, die sich gemeinsam mit bodengebundenem Rettungsdienst und Notarzt, der Feuerwehr sowie der Polizei um die Opfer kümmern, eine schwierige Lage. Es ist eine aufwendige technische Rettung notwendig, die den Einsatzkräften bei bereits am Morgen hohen Temperaturen und großer Schwüle einiges abverlangt: Die Insassen des 7,5-Tonners wurden in ihrem total zerstörten Führerhaus eingeklemmt. Es sind zweistündige Arbeiten erforderlich, um den schwerstverletzten Fahrer aus dem Wrack befreien zu können.

Der 43-Jährige wird von der medizinischen Besatzung von Christoph 43 zunächst am Unfallort vorversorgt. Es geht ihm schlecht, er hat ein lebensgefährliches Polytrauma beim Unfall davongetragen, das Eingeklemmtwerden im Fahrzeug hat ihm schwere innere Verletzungen zugefügt. Aufgrund der anhaltenden Instabilität des Patienten begleitet Hubschraubernotarzt Dr. Simon Obier den Mann im Rettungswagen bis ins nahe Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe.

Trauriges Detail am Rande: Während die Rettungskräfte um das Leben des eingeklemmten Transporterfahrers kämpften, überprüfte die Verkehrsüberwachung des Polizeipräsidiums Karlsruhe zugleich die Einhaltung der vorgeschriebenen Rettungsgasse. Die Bilanz ist erschütternd, denn 58 Verkehrsteilnehmer auf der A 5 und 96 Fahrzeuglenker auf der A 8 bildeten keine ausreichend freie Gasse für die Durchfahrt von Hilfsfahrzeugen, wie die Polizei festhält. „Ein Pkw-Fahrer davon hatte sich gar in der Rettungsgasse auf seinem heruntergelassenen Fahrersitz zum Schlafen abgelegt und musste von Polizeibeamten geweckt werden“, berichtet Frank Otruba von der Polizei Karlsruhe.

Insofern war es gewiss doppelt sinnvoll, dass die Leitstelle sich schon früh an die DRF Luftrettung gewandt und vor Dienstbeginn um Unterstützung gebeten hatte, da Christoph 43 über den Stau hinweg schneller am Unfallort sein konnte als andere bodengebundene Rettungskräfte, die sich zu dem Zeitpunkt noch durch die Fahrzeugschlangen kämpfen mussten.

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