13.11.2016 | News-Bericht

Schlucht wird zum Verhängnis

Immer wieder weite Ausblicke, Seen, Wiesen und anspruchvolle Wege – der Harz ist ein wahres Eldorado für Mountainbiker. Im Geschwindigkeitsrausch geht es rasante Abfahrten herunter, Bäume ziehen in Sekundenbruchteilen vorbei.

An einem Freitag im September unternimmt eine Gruppe aus Hannover mit ihrem Lehrer eine Mountainbiketour. Die Lehrlinge fahren über Stock und Stein, die Stimmung ist ausgelassen. Nahe Goslar geht es eine steile Schlucht hinunter, der mit Wurzeln und Steinen durchsetzte Untergrund verlangt allerhöchste Konzentration. Ein 20-Jähriger bremst dabei zu abrupt, wird über den Lenker geschleudert und prallt mit seinem Rücken auf dem harten Boden auf. Kameraden und Lehrer eilen sofort zu Hilfe und erkennen den Ernst der Lage. Sie wählen den Notruf, das Warten auf den Rettungsdienst beginnt, denn der Verletzte sitzt in der Schlucht fest.

Die Leitstelle alarmiert sofort die Feuerwehr, die Bergwacht und den Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung aus Göttingen. Als Pilot Mathias Mader, Notarzt Dr. Dominik van der Straten und Rettungsassistent Jörg Stöber starten, sind sie mit den Gedanken schon an der Einsatzstelle. Denn die Lage des Patienten in der Schlucht stellt die Retter vor eine große Herausforderung. „Wir landeten auf einer angrenzenden Wiese. Der Himmel war wolkenverhangen und die Dämmerung setzte langsam ein. Gemeinsam mit den Kollegen der Feuerwehr und der Bergwacht stiegen wir zu dem Patienten in die Schlucht hinab“, erzählt Pilot Mathias Mader.

Der junge Mann klagt über starke Schmerzen im Rücken und kann sich nicht bewegen. „Alles deutete auf eine mehrfache Verletzung der Wirbelsäule hin. Die Gefahr ist dabei, dass der sogenannte Spinalkanal geschädigt wird und es zu Verletzungen des Rückenmarks kommt. Wir waren bei diesem Einsatz daher sehr gefordert, mussten einerseits jegliche Bewegung des Patienten vermeiden und ihn gleichzeitig den steilen Hang nach oben transportieren. Hinzu kam, dass der junge Mann sehr groß und kräftig gebaut war“, beschreibt Rettungsassistent Jörg Stöber die Lage vor Ort.

Nach der medizinischen Versorgung in der Schlucht stabilisieren sie den Mann auf einem Spineboard. Mit Hilfe einer speziellen Schleifkopftrage der Bergwacht tragen die Retter ihn mit vereinten Kräften den Hang hinauf zum Rettungshubschrauber. Dann fliegen ihn die Göttinger Luftretter auf dem schnellsten Weg in die Medizinische Hochschule Hannover (MHH). „Da unser Patient aus Hannover kam und er in der MHH die bestmögliche medizinische Versorgung erhalten kann, fiel die Entscheidung auf diese Klinik“, berichtet Pilot Mathias Mader. Nach wenigen Minuten Flugzeit konnte der Patient den Ärzten der MHH übergeben werden.

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