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08.01.2018 | News-Bericht

Schwerer Verkehrsunfall am Heiligen Abend

  • Die neu in Dienst gestellte H 135 in Aktion: Ein schwerverletzter Autofahrer benötigte an Heiligabend schnelle notärtzliche Hilfe.
    Die neu in Dienst gestellte H 135 in Aktion: Ein schwerverletzter Autofahrer benötigte an Heiligabend schnelle notärtzliche Hilfe.

Heiligabend im Altmarkkreis Salzwedel: Hier im Norden von Sachsen-Anhalt verläuft die Landstraße 20 zwischen Rätzlingen und Miesterhorst. Auf dieser L 20 hatte am Nachmittag des 24.12. ein Autofahrer angehalten. Als sich ein weiterer PKW-Fahrer von hinten näherte, stoppt er nicht hinter dem stehenden Fahrzeug, sondern überholte es und  befuhr dabei die Gegenfahrbahn. Dabei, so hält es die Polizei des Reviers Bördekreis später in ihrem Bericht fest, übersah er offenbar ein entgegenkommendes Auto. Es kam zum frontalen Zusammenstoß beider Wagen – mit verheerenden Folgen.

„Bei dem Crash wurden beide Autofahrer in ihren Fahrzeugen eingeklemmt und insgesamt drei Personen schwer verletzt, darunter ein vier Jahre altes Kind“, berichtet Marco Cramme. Gemeinsam mit Hubschraubernotarzt Vadym Lifshits und Notfallsanitäter Marek Pecher wurden der Pilot von Christoph 36 von der Rettungsleitstelle daraufhin zum Verkehrsunfall alarmiert. Nach nur zwei Minuten hatte Cramme die rot-weiße H 135 der DRF Luftrettung über der Station Magdeburg bereits in die Luft gebracht und Kurs auf die Unglücksstelle genommen. Als das Team dort eintraf, waren bodengebundener Rettungsdienst und Notarzt, die Polizei und die Feuerwehr ebenfalls vor Ort und hatten damit begonnen, die in den Fahrzeugwracks eingeklemmten Personen zu befreien.

„Wir konnten nicht unmittelbar neben den verunglückten Autos landen, da dort so viele Rettungsfahrzeuge auf der Landstraße standen. Rechts neben der Straße war ein Aufsetzen nicht sinnvoll, da der dortige Acker durch einen Bachlauf von der Straße getrennt wurde, in den einer der Pkw bei dem Zusammenprall geschleudert worden war. Und auf der anderen Straßenseite gab es nur Morast, so dass wir ein paar Meter weiter in einem Feldweg zur Landung gegangen sind“, schildert Marco Cramme.

Den drei Schwerverletzten geht es, der Heftigkeit des Aufpralls geschuldet, sehr schlecht, als die medizinische Crew von Christoph 36 eintrifft: Der 37-jährige Mann, um den sich Notarzt Vadym Lifshits und Notfallsanitäter Marek Pecher sofort kümmern, hat ein Polytrauma erlitten, sich unter anderem eine Unterschenkelfraktur, eine Leberruptur, ein Thoraxtrauma sowie eine lebensbedrohliche Beckenverletzung zugezogen. Um den Patienten zu stabilisieren und ihn im Anschluss an die notärztliche Versorgung am Unfallort mit dem Hubschrauber der DRF Luftrettung sicher ins Städtische Klinikum Magdeburg fliegen zu können, legte die Crew den 37-Jährigen ins künstliche Koma, intubierte und beatmete ihn. Außerdem wurde sein Körper mittels einer Vakuummatratze fixiert und der Hals mit einem sogenannten „Stiffneck“ gegen mögliche Verschiebungen der Wirbel gesichert. Danach starteten die Magdeburger Luftretter erneut und übergaben den Patienten nach etwas mehr als zehn Minuten im Klinikum der Landeshauptstadt an die dortigen Ärzte zur weiteren Behandlung.

Für Marco Cramme war der tragische Verkehrsunfall der erste Einsatz, bei dem er als alleinverantwortlicher Pilot mit dem neuen Hubschraubermuster H 135 einem Patienten zur Hilfe geeilt ist. Diesen modernsten Hubschraubertyp hatte die DRF Luftrettung erst kurz zuvor im Rahmen ihrer Flottenerneuerung an der Magdeburger Luftrettungsstation in Dienst gestellt. „Mit zusätzlichen Ausstattungsdetails wie einem Vier-Achsen-Autopilot oder einem Hindernis-Warnsystem ist diese Maschine für die Bewältigung unserer Einsätze noch besser geeignet als das Vorgängermodell“, erklärt der erfahrene Pilot Cramme.

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