17.11.2016 | News-Bericht

Schwerer Verkehrsunfall bei Lüdinghausen

Einmal kurz abgelenkt – ein plötzlicher Niesanfall oder ein schneller Blick auf das Handy – und schon kann es passieren, dass der Wagen auf die Gegenfahrbahn oder den Grünstreifen gerät. Wie wichtig es ist, dass Autofahrer stets voll konzentriert sind, zeigt folgender Einsatz der Dortmunder Besatzung der DRF Luftrettung. 

Zwischen Olfen und Lüdinghausen kommt es zu einem Frontalzusammenstoß zweier Pkw, mehrere Personen werden dabei verletzt. Am Unfallort bietet sich den Rettungskräften ein Bild des Schreckens: Beide Autos sind völlig demoliert, „sie sahen aus wie Wracks, aus denen wir meist nur noch Tote bergen“, berichtet Hubschraubernotarzt Dr. Christian Afflerbach vom ersten Eindruck, nachdem die Luftretter nahe der Unfallstelle gelandet waren.   

Wie es zu der Kollision kommen konnte, ist zunächst unklar. Doch den Unfallspuren nach ist einer der beiden Pkw in einer Linkskurve auf die Gegenfahrbahn geraten. Beide Fahrer versuchten noch, den Zusammenstoß zu verhindern – doch zu spät. Mit voller Wucht knallten die Fahrzeuge ineinander.

Die Hubschrauberbesatzung übernimmt vor Ort die Versorgung eines 21-jährigen Autofahrers. Er ist noch im Auto eingeklemmt, als die Crew eintrifft. Um ihn zu befreien, will die Feuerwehr das Dach des Pkw abtrennen. Hubschraubernotarzt Dr. Afflerbach zwängt sich auf den Beifahrersitz und legt dem Mann einen Zugang, um ihm Schmerzmittel und kreislaufstabilisierende Medikamente zu verabreichen. Doch der Patient droht, das Bewusstsein zu verlieren. „Wir haben keine Zeit, das Dach zu entfernen“, ruft er den Feuerwehrleuten zu. „Es muss einen anderen Weg geben, ihn schnell ins Freie zu bekommen.“ 

Den gibt es auch, und zwar mithilfe einer Art Rettungskorsett, das bei räumlich beengten Verhältnissen eingesetzt wird, wenn für Spineboard oder Schaufeltrage kein Platz ist. Es ist in horizontaler Richtung flexibel, in vertikaler Richtung starr, und umschließt den Rumpf wie ein klassisches Korsett, das durch mehrere Zugbänder am Körper fixiert wird. „So konnten wir den Schwerverletzten aus dem Auto ziehen und in einen Rettungswagen bringen, um ihn dort zu untersuchen“, berichtet Dr. Christian Afflerbach. Der 21-jährige Autofahrer hat eine Unterschenkelfraktur sowie zahlreiche offene Wunden am ganzen Körper, und er hat bereits einiges an Blut verloren.

Mit einem durch Spendengelder finanzierten Sonographiegerät führt der Hubschraubernotarzt bei dem 21-Jährigen zunächst einen Ultraschall durch, um mögliche innere Blutungen im Bauchbereich zu finden. „Glücklicherweise bestand kein Hinweis auf innere Blutungen. Dafür mussten wir von einem Schädel-Hirn-Trauma ausgehen. Bei so schweren Unfällen erleiden Insassen außerdem häufig eine Beckenfraktur und ein Wirbelsäulentrauma. Somit lagen gleich mehrere Gründe für einen schnellen und schonenden Transport mit dem Hubschrauber in ein überregionales Traumazentrum vor“, erklärt Dr. Afflerbach, warum die Crew den Patienten nach der Versorgung vor Ort in das Klinikum Dortmund Nord transportiert.

Nach der Übergabe des Patienten an das Schockraumteam des Klinikums meldet sich die Crew wieder einsatzbereit. Noch am Abend desselben Tages erkundigt sich die Besatzung nach „ihrem“ Patienten und erfährt, dass sich der Verdacht auf Beckenfraktur und Wirbelsäulentrauma glücklicherweise nicht bestätigt hatte. „Der Patient hatte insgesamt Glück, auch weil er noch jung und sehr sportlich war. Das hat ihm unter Umständen sogar das Leben gerettet“, so der Dortmunder Hubschraubernotarzt.

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