27.01.2020 | News-Bericht

Siebenjährige benötigt ECMO-Therapie

  • Blick ins Cockpit während eines Intensivtransports bei Nacht.
    Für die überlebenswichtige ECMO-Behandlung wird das Kind in ein spezielles Kinder-ECMO-Zentrum geflogen.

Kurz vor Mitternacht geht vor einigen Tagen ein Alarm auf der Nürnberger Station der DRF Luftrettung ein, der wegen einer erst sieben Jahre alten Patientin ausgelöst wurde: Auf der Kinderintensivstation im Krankenhaus Coburg liegt ein Mädchen, das kurz vor einem Multiorganversagen steht! Die einzige Überlebenschance, die das Kind in dieser Situation hat, ist der Anschluss an eine „ECMO“. Diese Abkürzung (ECMO bedeutet „extrakorporale Membranoxygenation“) bezeichnet eine Maschine, die sowohl die Herz- als auch Lungenfunktion des Körpers übernehmen kann, wenn diese gestört sind.

Beispielsweise in Bremen oder auch Berlin gibt es spezielle Kinder-ECMO-Zentren, in denen die Siebenjährige weiter behandelt werden könnte. Allerdings ist ein Flug dorthin in der fraglichen Nacht aus Wettergründen nicht möglich. Nachdem Hubschraubernotarzt Dr. Oliver Stagneth zunächst mit dem Arzt der Klinik in Coburg telefoniert und rasch weitere Details zum Einsatz abgefragt hat, startet die Besatzung des 24 Stunden einsatzbereiten Christoph Nürnberg umgehend in Richtung der oberfränkischen Stadt. Dort stabilisieren Notarzt Stagneth und Notfallsanitäter Robert Heiß die junge Patientin, schließen sie unter anderem an die tragbaren Überwachungsgeräte des Hubschraubers sowie sechs Spritzenpumpen an, mit denen dem Kind auf dem Flug, von Mikroprozessoren gesteuert, permanent lebenswichtige Medikamente gegeben werden können. Von Coburg aus fliegt das Team der DRF Luftrettung mit dem Mädchen gen Regensburg: Auch im dortigen Klinikum ist eine ECMO-Therapie möglich. Der Anschluss der Siebenjährigen an das Gerät gelingt komplikationsfrei.

Einige Tage nach dem Einsatz erreicht die Station von Christoph Nürnberg eine erfreuliche Nachricht: Inzwischen ist das Kind zwar noch im Krankenhaus, sein Zustand hat sich jedoch deutlich gebessert. Es ist außer Lebensgefahr und atmet wieder selbstständig.

Infografik zur Funktionsweise der ECMO

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