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02.10.2017 | News-Bericht

St. Josefskrankenhaus und DRF Luftrettung führen Simulationstraining beim ERC Kongress 2017 in Freiburg durch

  • Letzte Vorbereitungen, bevor des losgeht.
    Letzte Vorbereitungen, bevor des losgeht.
  • Beobachter können den Übenden via Bildschirm über die Schulter schauen.
    Beobachter können den Übenden via Bildschirm über die Schulter schauen.
  • Lange Vorbereitungen, großer Erfolg. Ein Teil des Simulations-Teams vor dem Hubschrauber.
    Lange Vorbereitungen, großer Erfolg. Ein Teil des Simulations-Teams vor dem Hubschrauber.

Die Notfall- und Reanimationsversorgung unter realitätsnahen Bedingungen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem Hubschrauber-Simulationstraining beim ERC Kongress in Freiburg in der vergangenen Woche erleben.

Die Vorbereitungen für das Simulations-Großereignis in Freiburg begannen schon einige Monate vor dem eigentlichen ERC Kongress in diesem September. Es galt, viele Einzelheiten zu bedenken und alle technischen und organisatorischen Einzelheiten zu klären. Die Bitte um ein realitätsnahes Simulationstraining in einem Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung kam von Professor Michael Müller, Chefarzt des St. Josefskrankenhauses in Freiburg und Vorstandsmitglied des GRC (German Resuscitation Councils), dem Ausrichter dieses weltgrößten Reanimationskongresses. Neben dem europäischen Kongress mit Vorträgen und Posterpräsentationen sollte es auch interessante Workshops für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Welt geben. Themenschwerpunkte waren dabei naturgemäß die prähospitale Notfallversorgung und speziell die Versorgung beim Herz-Kreislauf-Stillstand.

Hand in Hand bei der Vorbereitung

Das Team für die Organisation des ersten Simulationsworkshops für Teams der Luftrettung im Rahmen des ERC Kongresses war schnell gefunden: Dr. Frank Lerch, Leitender Arzt an der Station Freiburg der DRF Luftrettung, brachte seinen medizinischen Sachverstand mit und kümmert sich um die Bereitstellung eines geeigneten Hubschraubermusters und der notwendigen Medizinprodukte. Dr. Matthias Roth und Dr. Daniel Schmitz beschäftigen sich als hauptberufliche Anästhesisten und Notärzte des St. Josefskrankenhauses in Freiburg seit vielen Jahren in zahlreichen Projekten mit der präklinischen Simulation und bilden interprofessionelle Teams im Bereich Crew Ressource Management (CRM) aus. Georg Pridun brachte mit seiner „SimStation“ das notwendige Know How für die Video-Übertragung und die Aufzeichnung der Audio-Video-Sequenzen mit.

Mit der Landung einer rot-weißen BK 117, die für das Training den Namen „Christoph SIM Freiburg“ bekommen hatte, auf dem Parkplatz hinter der Messehalle 3 der Freiburger Messe am Dienstag der vergangenen Woche begannen dann die intensiven Vorbereitungen für den Trainingsstart am darauffolgenden Donnerstag. Nachdem der Hubschrauber enttankt und für den Transfer in die Messehalle durch die Techniker der DRF Luftrettung vorbereitet worden war, legten Dr. Daniel Schmitz und Dr. Frank Lerch selbst Hand an und halfen beim „Einhallen“. Wenige Minuten später stand die rot weiße Maschine mitten in der Messehalle und die Umrüstung des Hubschraubers in einen perfekt ausgestatteten Simulations-Hubschrauber konnte beginnen. Es wurde unzählige Kabel verlegt, Kameras installiert, Lautsprecherboxen positioniert und die Materialien getestet. Ziel war eine realistische Darstellung einer notfallmäßigen Versorgung „on the fly“ – in der Maschine. Dabei galt es, alle Störfaktoren, wie sie den aktiven Luftrettungsteams im Alltag begegnen, auch erfahrbar zu machen: Der Funkkontakt zum Piloten, die Gespräche über das Interkom, das Geräusch der Triebwerke, der Eindruck der vorbeirasenden Landschaften und nicht zuletzt die Hitze, Enge und Platznot an diesem besonderen Arbeitsplatz mit einem Helm auf dem Kopf gehören zu den charakteristischen Bedingungen in einem Rettungshubschrauber.

Realistische Trainings

Am Mittwochabend war schließlich klar: Das Team um Lerch, Roth und Schmitz (alle auch Mitglieder des Teams von Christoph 54 in Freiburg) hatten ganze Arbeit geleistet: Die Probeläufe ließen erwarten, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Workshops beim ERC Kongress 2017 eine bisher einmalige Trainingssituation erleben würden. Neben den drei Protagonisten aus dem St. Josefskrankenhaus stießen noch Dr. Stephanie Schmidt (Anästhesistin und Notärztin aus Stuttgart), Sebastian Kiefer und Steffen Götz (beide Notfallsanitäter des DRK Kreisverbandes Freiburg und erfahrene Simulationsteilnehmer) zum Team hinzu.

Und so begannen am Donnerstagmorgen die Workshops mit dem Titel „Zwischenfallmanagement in der Luftrettung – Crisis Resource Management in HEMS missions“ in der Halle 3 der Messe Freiburg. In 90 Minuten erlebten die Workshopteilnehmer nach einer kurzen Einführung in die Thematik CRM und der sogenannten Familiarisation, d.h. dem Kennenlernen der Trainingsmaterialien, zwei aufregende und anspruchsvolle Notfallversorgungen an Bord von „Christoph SIM Freiburg“.

Von den sechs Teilnehmern der jeweiligen Workshops arbeiteten immer drei als Team in der Maschine, während die anderen drei die Ereignisse live auf einem großen Monitor und über die Audioanlage der „SimStation“ in Echtzeit mitverfolgen konnten. Zwischen 10 und 15 Minuten dauerte ein Szenario und wurde nach Abschluss der Übung sofort mit allen Teilnehmern des Workshops am Monitor nachbesprochen (Debriefing). Schon nach den ersten Workshops wurde klar: Es gelang in ganz besonderer Weise, die Kongressbesucher an der Arbeit einer medizinischen Hubschrauberbesatzung teilhaben zu lassen. Nach den Szenarien zeigten sich die Übenden von der Intensität der Trainingseinheit beeindruckt: die roten Köpfe, die schwitzenden Notfallteams und die Hitze im Hubschrauber sprachen Bände...

Begeisterte Rückmeldungen

Unter den Workshop-Teilnehmern waren auch viele aktive Luftretter von Stationen aus Deutschland, der Schweiz, Skandinavien und dem Mittelmeerraum. Sie waren sogar als „alte Hasen“ deutlich beeindruckt und lobten die realitätsnahe Darstellung, die Szenariengestaltung und den Materialaufwand für diese Simulationen: „Genau so ist es, in einem Rettungshubschrauber zu arbeiten“ schwärmte ein erfahrener Hubschrauber-Notarzt aus Nordrhein-Westfalen.

Diese Premiere beim ERC Kongress 2017 war somit ein großer Erfolg für die Initiatoren, Instruktoren und alle Kongressteilnehmer. So waren die Instruktoren und das ganze Team des „Christoph SIM Freiburg“-Projektes auch sehr zufrieden, als es nach drei Tagen Simulation, unzähligen spannenden Rettungsmomenten, lehrreichen Debriefings und mehr als 60 Workshopteilnehmern am Samstagmittag heißt: einpacken und zusammenräumen.

Und alle sind sich sicher: Das war nicht das letzte Mal dieser außerordentlichen „on the fly“ Simulation in einem Hubschrauber der DRF Luftrettung.

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