29.04.2011 | Rettungsbericht

Verhängnisvoller Fenstersturz

Am späten Nachmittag des 21. Juli 2010 ist Herr Lutz Pfannschmidt mit seinem Tagwerk fertig. Alle Arbeiten im Haushalt sind getan, jetzt will er sich ausruhen. Zur Entspannung schaut er aus dem Fenster seiner Wohnung im zweiten Stock. Doch, Spinnenweben an der Außenwand des Hauses, stören seinen Blick.

Die ärgern ihn und stören seinen Ordnungssinn. Er holt schnell einen Besen mit einem langen Stiel. An der Fensterbank lehnend, rücklings zur Straße beginnt er die lästigen Fäden zu entfernen. Doch plötzlich verliert er das Gleichgewicht. Lutz Pfannschmidt stürzt sieben Meter in die Tiefe und überlebt das Unglück nur knapp.

Sieben Meter tief

Ein Nachbar sieht den 45-Jährigen bewusstlos im Vorgarten liegen und setzt sofort einen Notruf ab. Die Leitstelle Schmalkalden-Meiningen alarmiert einen Rettungswagen. Die wenige Minuten später eintreffenden Rettungskräfte erkennen die Schwere der Verletzungen und alarmieren den Suhler Hubschrauber der DRF Luftrettung. Mit "Christoph 60" kommen der Notarzt und ein Rettungsassistent zum Einsatzort. "Der Patient lag auf dem Boden, war zwar ansprechbar, aber vollkommen orientierungslos", erinnert sich Dr. Henry Merxbauer "Wir stellten mehrere Brüche und innere Verletzungen fest", so der Notarzt der DRF Luftrettung weiter. Lutz Pfannschmidt wird stabilisiert und an Bord des Rettungshubschraubers von Unterschönau ins Krankenhaus Suhl gebracht. Dort übernehmen ihn die Ärzte im Schockraum.

Langwierige Krankenhausaufenthalte

Die folgenden Monate verbringt Lutz Pfannschmidt im Krankenhaus und muss sich zahlreichen Operationen unterziehen. Die Wirbelfrakturen und weitere schwere Verletzungen müssen behandelt und auskuriert werden. Am schlimmsten sind jedoch die Verletzungen der inneren Organe. Im Krankenhaus versagte die Leber des Patienten – es besteht akute Lebensgefahr. Mehrere Operationen übersteht Lutz Pfannschmidt. Er soll sich in der Reha Klinik in Bad Liebestein erholen. Doch seine Leber regeneriert sich nicht, so dass er nach sieben Wochen Aufenthalt erneut ins Krankenhaus muss. Die Ärzte setzen ihn auf die Organspendenliste. Es geht ihm sehr schlecht, er benötigt starke Schmerzmittel. Am 7. Dezember 2010 erhält Lutz Pfannschmidt schließlich das dringend benötigte Organ. Die aufwendige Transplantation und die anschließende Genesung machen einen Aufenthalt im Krankenhaus bis zum Februar 2011 nötig.

Der größte Herzenswunsch

Der größte Herzenswunsch des Verunfallten: Er möchte sich bei den Einsatzkräften und den Ärzteteams in den Krankhäusern bedanken. Auch der Besatzung von „Christoph 60“, die ihn am 21. Juli 2010 medizinisch versorgt und geflogen hat, gilt sein Dank. „Im Laufe der Monate habe ich es geschafft, überall vorbei zu schauen, um all meinen Lebensrettern meinen Dank auszusprechen“, berichtet Lutz Pfannschmidt. Am 19. Juli 2011 – beinahe ein Jahr nach seinem schrecklichen Unfall – trifft der ehemalige Patient die Besatzung von „Christoph 60“. Endlich kann er sich persönlich für seine Rettung bedanken. “Die Helfer der DRF Luftrettung sind sicher und kompetent vorgegangen. Die Arbeit der Retter verdient meinen vollsten Respekt“, betont der heute 46-Jährige.

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