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28.09.2017 | News-Bericht

Videolaryngoskop hilft bei Sicherung der Atemwege

  • Schnelle Hilfe für verletzte Autofahrer brachten zwei Hubschrauber der DRF Luftrettung: Christoph Nürnberg (hinten) und Christoph 27 (vorne).
    Schnelle Hilfe für verletzte Autofahrer brachten zwei Hubschrauber der DRF Luftrettung: Christoph Nürnberg (hinten) und Christoph 27 (vorne).

Die Alarmierung erreichte die Crew der DRF Luftrettung um zwanzig vor acht an einem Juni-Abend. In der Gemeinde Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz hatte es einen schweren Verkehrsunfall gegeben: Ein junger Erwachsener am Steuer eines mit insgesamt vier Personen besetzten PKWs kam von einer abschüssigen Landstraße ab und rutschte mit dem Wagen einen Abhang neben der Fahrbahn hhinunter. Erst in einem Wald unterhalb des Abhangs blieb das Auto stark beschädigt und zwischen Bäumen eingekeilt liegen – die vier Insassen wurden bei diesem Unglück verletzt.

Wegen der vermuteten Schwere der Unfallfolgen sowie der Anzahl der Verletzten entsandte die Rettungsleitstelle daraufhin Polizei, einen bodengebundenen Notarzt, die Feuerwehr sowie Christoph Nürnberg und Christoph 27 der DRF Luftrettung, beide in Nürnberg stationiert. 

„Zunächst musste die Feuerwehr eine aufwendige technische Rettung bewältigen“, erinnert sich Dominic Fischer an jenen Abend. Er flog als Notfallsanitäter gemeinsam mit Pilot und Stationsleiter Tilman Blaich sowie der Hubschraubernotärztin Dr. Sara Landsleitner zum Unfallort. Dort kümmerte sich die Besatzung von Christoph 27 um einen 17-Jährigen. „Ihn mussten die Kameraden der Feuerwehr zunächst aus dem PKW befreien, in dem er eingeklemmt war. Danach galt es, ihn den steilen Hang hinauf zur Straße zu transportieren, was nur mittels Steckleitern gelingen konnte“, so Fischer weiter. „Hier hat unsere Zusammenarbeit mit der Feuerwehr gut funktioniert.“ 

Nachdem der 17-Jährige aus dem Fahrzeugwrack herausgetragen werden konnte, untersuchte Notärztin Landsleitner ihn eingehend: Beim Unfall hatte der Jugendliche erhebliche Verletzungen davongetragen. Die erste Diagnose am Unfallort deutete auf ein Bauchtrauma, Extremitätenverletzungen sowie starke Prellungen nach einem Hochrasanztrauma. „Die Schwere der Verletzungen entsprach dem im sogenannten NACA-Schema definierten Wert 5 – das bedeutet akute Lebensgefahr“, schildert Dominic Fischer. „Da zudem der Verdacht auf ein Thoraxtrauma bestand, also der Verletzung des Brustkorbs und besonders der im Brustkorb gelegenen, lebenswichtigen Organe, und sich der Zustand des Patienten zusehends verschlechterte, legte unsere Hubschraubernotärztin, mit meiner Unterstützung und im Team mit den bodengebundenen Kollegen, den Patienten ins künstliche Koma, intubierte und beatmete ihn.“ 

Dabei, erzählt der Nofallsanitäter, habe Dr. Sara Landsleitner das sogenannte Videolaryngoskop benutzt. „Das ist ein sehr sinnvolles Hilfsmittel, das gesetzlich zwar nicht vorgeschrieben ist in der Notfallmedizin, das wir an Bord von Christoph 27 jedoch als Zusatzausstattung grundsätzlich mitführen“, erklärt Dominic Fischer. „Es besteht aus einer Lichtquelle, einem Monitor und einer Kamera. Unten setzen wir eine Spatel an. So kann ein Patient auch dann sicher intubiert werden, wenn er nicht flach liegt und der Kopf optimal eingestellt werden kann.“ Im Fall des 17-jährigen Unfallopfers sei es darauf angekommen, die Halswirbelsäule wegen des Verdachts auf entsprechende Verletzungen von Wirbeln so wenig wie möglich zu bewegen und zu belasten, weshalb der Patient nicht in eine für das Intubieren günstige Position gebracht werden konnte. „Gerade die Sicherung der Atemwege stellt jedoch selbst für den erfahrenen Notarzt eine Herausforderung dar“, verdeutlicht der Notfallsanitäter der DRF Luftrettung. Mit dem Videolaryngoskop sei diese Maßnahme auch unter den erschwerten Umständen am Unfallort in der Gemeinde Berg sicher und zügig durchführbar gewesen. 

Anschließend konnte zügig der Start des Nürnberger Rettungshubschraubers erfolgen, der den verunglückten Mitfahrer rasch ins Klinikum Nürnberg-Süd transportierte, wo seine Verletzungen weiterbehandelt wurden.

 

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