31.12.2016 | News-Bericht

Vorweihnachtlicher Hochbetrieb in Villingen-Schwenningen

  • In rund zehn Flugminuten bringen die Villingen-Schwenninger Luftretter den Notarzt auf den Feldberg.
    In rund zehn Flugminuten bringen die Villingen-Schwenninger Luftretter den Notarzt auf den Feldberg.

Hochbetrieb bei Christoph 11. In der Vorweihnachtszeit hatten die Besatzungen des rot-weißen Rettungshubschraubers allerhand zu tun. Auch wenn sich noch keine winterliche Pracht über die Hänge und Bäume des Schwarzwaldes ausgebreitet hatte, so machten niedrige Temperaturen den Autofahrern zu schaffen. So auch an jenem Tag Mitte Dezember. Auf spiegelglatter Straße nahe Schramberg verloren zwei Pkws die Kontrolle und kollidierten. Schwerverletzt benötigten sie dringend medizinische Hilfe. Und die kam wenige Minuten später aus der Luft. Die Leitstelle alarmierte die Luftretter aus Villingen-Schwenningen. Nach kurzem Flug landete der rot-weiße Hubschrauber direkt an der Einsatzstelle und die medizinische Besatzung übernahm die Versorgung eines Schwerverletzten Autofahrers. Die Temperaturen fielen indes immer weiter und Blitzeis drohte. Während die Besatzung von Christoph 11 bereits wieder unterwegs war, um einen der Patienten im Hubschrauber in das nächstgelegene Klinikum zu fliegen, sollte der zweite Patient bodengebunden transportiert werden. Die Straßen waren zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht mehr befahrbar und die Rettungsfahrzeuge steckten fest. Nachdem die Luftretter den Patienten an das Klinikpersonal übergeben hatten, flogen sie zur Einsatzstelle zurück, um auch den zweiten Patienten zu transportieren. „Der Hubschrauber war das einzige Rettungsmittel, das zu diesem Zeitpunkt den Unfallort noch erreichen konnte“, so Rettungsassistent Andreas Schuhbauer.

Wieder hoch hinaus ging es für Pilot, Notarzt und Rettungsassistent ein paar Tage später. Die Dämmerung machte sich schon allmählich bemerkbar, als an der Station in Villingen-Schwenningen der Alarm losging. Das Ziel: eine Berghütte auf dem Feldberg. Die umliegenden Rettungshubschrauber konnten wegen Nebel an den Stationen nicht starten, also alarmierte die Leitstelle Freiburg den rot-weißen Rettungshubschrauber der höchstgelegenen Station Deutschlands, Christoph 11. Eine 13-Jährige klagte über sehr starke Bauchschmerzen. Auf direktem Wege flogen die Luftretter Richtung Feldberg. Wer schon mal mit Skiern bepackt auf den höchsten Berg Baden-Württembergs gefahren ist, der weiß, wie lang und zeitaufwendig die Anfahrt sein kann. Nicht so für die Luftretter: Nach etwas mehr als zehn Flugminuten trafen sie bereits an der Berghütte ein und der Hubschraubernotarzt versorgte das junge Mädchen. Der Notarzt stellte ein akutes Abdomen in der Magengegend fest. Dabei handelt es sich um eine lebensbedrohliche Erkrankung, die einen raschen operativen Eingriff erfordert. So war klar, dass die junge Patientin auf schnellstem Wege in eine Klinik gebracht werden musste und sie wurde für den Transport im Hubschrauber vorbereitet. Nach kurzem Flug übergaben die Luftretter die Patientin den Ärzten des Klinikums Villingen-Schwenningen.

Der nächste Morgen sollte für die Besatzung den 1.400. Einsatz der Station in diesem Jahr bereithalten, als der Pager an jenem Vormittag erklang. Bei einer Routinearbeit verlor ein Mann an einem Schneidegerät einen Finger. Nun zählte jede Sekunde, denn gerade bei Amputationsverletzungen spielt Zeit eine wichtige Rolle. Dabei ist es wichtig, schnellstmöglich den Patienten und das abgetrennte Körperteil in eine Fachklinik zu transportieren, um eine theoretische Chance auf Replantation (Wiederannähen) zu haben. Bereits wenige Minuten nach Eingang des Alarms trafen die Luftretter beim Patienten ein und begannen sofort mit der medizinischen Versorgung. Notarzt und Rettungsassistent legten dem Patienten einen Druckverband an, um die Blutung zu stillen und verabreichten ihm Schmerzmittel. Der abgetrennte Finger wurde in sterile Kompressen gewickelt und in einen sterilen Plastikbeutel gesteckt. Dieser wurde verschlossen und in einen zweiten Beutel mit Eiswürfeln und Wasser gelegt, dann begann der Transport. So konnten sie den Patienten bereits rund 30 Minuten nach Eingang des Alarms zur weiteren medizinischen Versorgung übergeben.

Die Station zum Beitrag:

Standorte DRF Luftrettung

Auswählen und mehr erfahren

Von wo starten unsere Hubschrauber und Ambulanzflugzeuge zu ihren Einsätzen? Wer koordiniert eine Patientenrückholung aus dem Ausland? Und wo wird unsere Flotte eigentlich gewartet? Lernen Sie die Hubschrauberstationen, das Operation-Center und den Ambulanzflugbetrieb der DRF Luftrettung kennen. Mit einem Klick auf eine unserer Stationen können Sie den jeweiligen Einsatzradius des Hubschraubers erkennen. Weitere Einblicke und Hintergrund- informationen erhalten Sie auf den Stationsseiten.

Minuten- und Kilometerzahl sind durchschnittliche Angaben

Alle Standorte

Mehr zur Station:

Pilot Roy Fleischer landet die rot-weiße Einsatzmaschine direkt neben den zerstörten Autos.
24.10.2019 | News-Bericht
Die Bundesstraße 317 führt zwischen Bärental und Todtnau hinauf auf den Feldberg. Auf dieser Verbindung verunglückt am vergangenen Sonntagmorgen eine 38-jährige Pkw-Fahrerin…