21.01.2019 | News-Bericht

Waldarbeiter stürzt drei Meter tief

  • Schwerste Verletzungen erlitt ein Arbeiter, als er von einem Hubsteiger fiel. Die Luftretter mussten auf dem Weg zum Patienten die Gleise des "Rasenden Rolands" überqueren.
    Schwerste Verletzungen erlitt ein Arbeiter, als er von einem Hubsteiger fiel. Die Luftretter mussten auf dem Weg zum Patienten die Gleise des "Rasenden Rolands" überqueren.

Das Jagdschloss Granitz, einer der beliebtesten Besuchermagneten Rügens, ist ein lohnenswertes Ziel. Mit seinem imposanten Mittelturm bietet das zwischen 1837 und 1846 errichtete Bauwerk beste Aussicht über die Weiten der Ostseeinsel. Unterhalb des Jagdschlosses befindet sich eine Haltestelle des „Rasenden Rolands“. Die Strecke der historischen Dampflok führt von dort weiter durch einen dichten Laubwald bis hoch zum Schloss. All diesen Besonderheiten konnte die Crew von Christoph 47 an einem Dienstagmorgen im Dezember aber wenig Aufmerksamkeit schenken. Das Greifswalder Team der DRF Luftrettung wurde von der Rettungsleitstelle Vorpommern in das erwähnte Waldgebiet entsandt. Dort war es zu einem schweren Unfall gekommen: Bei Baumfällarbeiten wurde ein Hubsteiger eingesetzt, in dessen Korb sich ein Arbeiter befand. Als dieser gerade einen Ast absägen wollte, erfasste dieser den Mann. Der 41-Jährige fiel dadurch aus dem Korb der Arbeitsbühne und stürzte drei Meter tief zu Boden.

Um dem lebensbedrohlich Verletzten zu helfen, machten sich Pilot Bernd Rosenberger, Hubschraubernotarzt Dr. Jens Heyder-Musolf und Notfallsanitäter Enrico Wagner umgehend auf den Weg nach Rügen. Nach wenigen Minuten traf das Team über der Einsatzstelle ein, und Bernd Rosenberger setzte die Maschine der DRF Luftrettung auf einer freien Fläche auf. Nach der Landung stiegen Heyder-Musolf und Wagner aus und eilten zu dem Verunglückten. Dafür mussten die beiden zunächst die Gleise des „Rasenden Rolands“ überqueren und dann mit ihrer Ausrüstung durch das schwer zugängliche Waldgebiet laufen. Eine Rettungswagenbesatzung und ein bodengebundener Notarzt, die zuvor eingetroffen waren, kümmerten sich bereits um den Arbeiter.

Der Mann hatte durch den Aufprall schwerste innere Verletzungen an verschiedenen Organen erlitten. Zudem einen Pneumothorax, bei dem Luft zwischen die Lunge und das Rippenfell gelangt. Auch trug der 41-Jährige eine Reihe von Brüchen davon. „Unser medizinisches Team legte dem mittlerweile im Rettungswagen liegenden Patienten eine Beckenschlinge an, um eine mögliche Einblutung in den Beckenbereich zu verhindern und führte eine intravenöse Schmerztherapie durch“, berichtet Bernd Rosenberger. „Er wurde mit Hilfe eines an Bord befindlichen Ultraschallgeräts auf freie Flüssigkeiten im Bauchraum untersucht und mittels einer Vakuummatratze immobilisiert.“ Durch dieses Schienmaterial wird der Körper fest umschlossen und fixiert.

Wenig später wurde der Arbeiter schließlich in die rot-weiße Maschine der DRF Luftrettung eingeladen und für die weitere Behandlung seiner schweren Verletzungen zum Universitätsklinikum Greifswald geflogen. Eine Viertelstunde nach dem Start von der Unfallstelle erreichte die Crew das Krankenhaus, und der 41-Jährige wurde in den Schockraum gebracht. Der Vorteil des Hubschraubers gegenüber dem bodengebundenen Transport, betont Pilot Bernd Rosenberger, sei enorm gewesen: „Eine Fahrt mit dem Rettungswagen hätte deutlich über eine Stunde in Anspruch genommen. Und der Lufttransport war hier bezüglich des Verletzungsmusters auch schonender für den Patienten.“

Die Station zum Beitrag:

Standorte DRF Luftrettung

Auswählen und mehr erfahren

Von wo starten unsere Hubschrauber und Ambulanzflugzeuge zu ihren Einsätzen? Wer koordiniert eine Patientenrückholung aus dem Ausland? Und wo wird unsere Flotte eigentlich gewartet? Lernen Sie die Hubschrauberstationen, das Operation-Center und den Ambulanzflugbetrieb der DRF Luftrettung kennen. Mit einem Klick auf eine unserer Stationen können Sie den jeweiligen Einsatzradius des Hubschraubers erkennen. Weitere Einblicke und Hintergrund- informationen erhalten Sie auf den Stationsseiten.

Minuten- und Kilometerzahl sind durchschnittliche Angaben

Alle Standorte

Mehr zur Station:

Wie können Drohnen die Notfallversorgung optimieren? Dies wird gerade in einem Pilotprojekt der Uniklinik Greifswald in Kooperation mit der DRF Luftrettung untersucht.
14.11.2019 | News-Bericht
Die DRF Luftrettung arbeitet aktuell gemeinsam mit der Universitätsmedizin Greifswald in einem Projekt, das neuartige Konzepte in der Notfallversorgung für dünn besiedelte Gebiete…