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29.06.2017 | News-Bericht

Wanderung mit dramatischem Ende

  • Die Nordhäuser Luftretter waren schnell zur Stelle, um den Patienten in ein Herzkatheterlabor zu fliegen.
    Die Nordhäuser Luftretter waren schnell zur Stelle, um den Patienten in ein Herzkatheterlabor zu fliegen.

Nur wenige Wolken bedecken den Himmel, die Temperaturen sind angenehm – perfekte Bedingungen, um die Vorzüge der Natur bei einer Wanderung zu genießen. Das denkt sich auch ein Ehepaar aus Cuxhaven, das ein paar schöne Tage im Westharz verbringen möchte. Hier locken unberührte Natur, eine schöne und abwechslungsreiche Landschaft, gespickt mit einer Vielzahl an unterschiedlichsten Sehenswürdigkeiten. Geplant, getan.

Es ist Vormittag. Das Ehepaar macht sich auf zu einer Wanderung rund um den Bärenbrucher Teich bei Clausthal-Zellerfeld. Der historische Stauteich, dessen Geschichte sich bis in das Jahr 1634 zurückverfolgen lässt, ist ein beliebtes Ausflugsziel. Unmittelbar unterhalb liegt der Ziegenberger Teich. Beide sind durch einen kleinen Damm voneinander getrennt.

Am Ufer, in der Nähe des Damms, sackt der Ehemann plötzlich in sich zusammen und wird bewusstlos: Herzinfarkt? Schock und Entsetzen führen dazu, dass seine Frau einen Schwächeanfall erleidet. Da nähert sich mit schnellen Schritten eine Walkinggruppe. Als die Sportler die Situation erkennen, zögern sie nicht und tun das Richtige: Sie setzen sofort einen Notruf ab und beginnen gleichzeitig mit der Herzdruckmassage: Drücken, beatmen, drücken, beatmen. Kurze Zeit nach Absetzen des Notrufs trifft der bodengebundene Rettungsdienst ein und übernimmt die Wiederbelebungsmaßnahmen. Sie schließen den Mann an einen Defibrillator an. Die Reanimation ist erfolgreich!

Um einen Notarzt schnellstmöglich an den Einsatzort zu bringen und den Patienten anschließend in das geeignete Klinikum zu transportieren, hat die Leitstelle die Luftretter aus Nordhausen alarmiert. Wenige Minuten nach der Alarmierung landet Christoph 37 der DRF Luftrettung unweit des Einsatzortes. „Die geographischen Begebenheiten waren schwierig für uns, da der Wald bis an das Ufer des Sees reichte. Wir hatten aber Glück und konnten auf der etwas breiteren Stelle des Deiches landen", erklärt Pilot Kay Wode. Sofort nach der Landung beginnt die medizinische Besatzung mit der weiteren Behandlung des Patienten. Hubschraubernotärztin und Notfallsanitäterin intubieren den 75-Jährigen, beatmen ihn und führen kreislaufstabilisierende Maßnahmen durch.

Als alles für den Transport vorbereitet ist, bringt die Besatzung, mit tatkräftiger Unterstützung der eingetroffenen Polizei, den Patienten auf den Damm zum Hubschrauber. Von dort fliegen ihn die Nordhäuser Luftretter nach Göttingen und übergeben ihn dem medizinischen Personal im Herzkatheterlabor der Uniklinik Göttingen.

Die medizinische Besatzung ist sich sicher: Das beherzte Eingreifen der Walkinggruppe und die sofort eingeleiteten Wiederbelebungsmaßnahmen haben maßgeblich zum Überleben des Patienten beigetragen. Daher gilt im Notfall: nicht zögern sondern handeln, denn jede Minute ist wichtig.

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