27.06.2017 | Hintergrund

Wenn die Intensivstation zum Patienten kommt

  • Die Hubschrauber der DRF Luftrettung sind mit hochmoderner Medizintechnik ausgestattet. Unsere Intensivbeatmungsgeräte ermöglichen unterschiedliche Beatmungstherapien und passen sich optimal an den Patienten und sein Krankheitsbild an. Benötigt ein Patient Medikamente, müssen diese exakt angepasst an die Situation dosiert werden. Dies ermöglichen die Pumpen zur intravenösen Verabreichung von Medikamenten.
    Die Hubschrauber der DRF Luftrettung sind mit hochmoderner Medizintechnik ausgestattet. Unsere Intensivbeatmungsgeräte ermöglichen unterschiedliche Beatmungstherapien und passen sich optimal an den Patienten und sein Krankheitsbild an. Benötigt ein Patient Medikamente, müssen diese exakt angepasst an die Situation dosiert werden. Dies ermöglichen die Pumpen zur intravenösen Verabreichung von Medikamenten.
  • Der Corpuls3 besteht aus drei über Funk verbundenen Modulen: einem Monitor zur Überwachung der Vitalparameter, einer Patientenbox und einem Defibrillator.
    Der Corpuls3 besteht aus drei über Funk verbundenen Modulen: einem Monitor zur Überwachung der Vitalparameter, einer Patientenbox und einem Defibrillator.
  • Die Reanimationshilfe ermöglicht eine fortlaufende Herzdruckmassage mit optimaler Drucktiefe und -frequenz – am Einsatzort, während des Umladens des Patienten und sogar im Flug.
    Die Reanimationshilfe ermöglicht eine fortlaufende Herzdruckmassage mit optimaler Drucktiefe und -frequenz – am Einsatzort, während des Umladens des Patienten und sogar im Flug.
  • Mit einem mobilen Ultraschallgerät können wir innere Blutungen bereits am Einsatzort erkennen. Dies kann die Therapie und die Wahl des Zielklinikums entscheidend beeinflussen.
    Mit einem mobilen Ultraschallgerät können wir innere Blutungen bereits am Einsatzort erkennen. Dies kann die Therapie und die Wahl des Zielklinikums entscheidend beeinflussen.

Ob Notfallrettung oder Intensivtransport – wenn die Besatzungen der DRF Luftrettung alarmiert werden, zählt in der Regel jede Minute. Sofort machen sie auch auf dem Weg zum Patienten und haben eine hochmoderne, fliegende Intensivstation im Gepäck. Fliegende Intensivstation – klingt gut. Aber was steckt eigentlich dahinter?

Die medizinischen Besatzungen der DRF Luftrettung müssen stets in der Lage sein, optimal auf jedes gesundheitliche Problem ihrer Patienten zu reagieren. Im Hubschrauber wie im Ambulanzflugzeug halten sie deshalb auf kleinstem Raum die größtmögliche Vielfalt an medizinischen Geräten bereit. Dazu zählt spezielles Equipment zur Trauma- oder Verbrennungsversorgung ebenso wie zur Kinder- und Säuglingsversorgung. Dadurch kann die DRF Luftrettung den individuellen Anforderungen zur Behandlung von schwer verletzten oder erkrankten Patienten gerecht werden.

„Wir arbeiten fortlaufend daran, Dinge zum Wohle unserer Patienten zu verbessern“, so Stefan Neppl, Leitender Notfallsanitäter der Station Regensburg. Als Stellvertretender Abteilungsleiter für medizinisches Qualitätsmanagement der DRF Luftrettung legt er ein besonderes Augenmerk auf die Medizintechnik an Bord des Hubschraubers. „Wenn man zurückblickt, wie es früher war, ist die Weiterentwicklung schon verblüffend. Wir können heute Daten drahtlos an unser Monitorsystem schicken und darauf die Vitalparameter wie Herzfrequenz, Blutdruck oder Sauerstoffsättigung ablesen. Wenn einer unserer Notärzte vor Ort ein EKG schreibt, kann dieses direkt per Fax an die Zielklinik weitergeleitet werden, damit sich die Ärzte dort schon vorab mit dem Patienten beschäftigen können. Und wir haben mobile Ultraschallgeräte, die unglaublich klein und leicht sind, und mit denen wir innere Blutungen bereits vor Ort erkennen können.“

Mithilfe eines Videolaryngoskops können die Luftretter bei jedem Patienten den Beatmungsschlauch schnell und sicher einführen, das Beatmungsgerät lässt sich binnen Sekunden optimal auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten einstellen. „Es gibt so viele Möglichkeiten, die wir früher nicht hatten. Die Medizintechnik in unseren Hubschraubern ist heute auf sehr hohem Niveau. Wir bringen die Intensivstation schon direkt zum Einsatzort“, so der erfahrene Notfallsanitäter. „Wir wollen und müssen auch zukünftig neue medizintechnische Möglichkeiten nutzen. Die DRF Luftrettung war dabei schon immer Vorreiter. Schließlich profitieren davon unsere Patienten.“

Ein Beispiel dafür ist die mobile Reanimationshilfe. Wie ein Bogen spannt es sich über den  Patienten, ein Stempel, der genau über dem Herz auf dem Brustkorb platziert wird, reanimiert automatisch mit der optimalen Drucktiefe von fünf bis sechs Zentimetern sowie der idealen Frequenz von etwa 100 Kompressionen pro Minute. Mit einem solchen Gerät kann die DRF Luftrettung ihre Patienten ins Zielkrankenhaus fliegen, ohne die Reanimation unterbrechen zu müssen. Ein Vorteil, der Zeit spart und somit entscheidend sein kann beim täglichen Kampf der Luftretter um Leben und Gesundheit.