19.10.2019 | News-Bericht

Windenrettung vom Hochhausdach

  • Christoph 27 verfügt über eine fest installierte Rettungswinde mit 90 Metern Seillänge.
    Christoph 27 verfügt über eine fest installierte Rettungswinde mit 90 Metern Seillänge.

Notfall im 14. Stock eines Wohnhauses im Nürnberger Stadtteil Langwasser: Ein 82-Jähriger wird bewusstlos in seinem Badezimmer liegend aufgefunden! Er hat Kammerflimmern, eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, die effektive Herzschläge verhindert. Es kommt zum Kreislaufstillstand.

Neben dem bodengebundenen Rettungsdienst alarmiert die Rettungsleitstelle darum sofort Christoph 27: Der Nürnberger Hubschrauber der DRF Luftrettung ist der schnellste Notarztzubringer. Pilot Tilmann Blaich, Hubschraubernotarzt Dr. Christian Engelen und Notfallsanitäter Markus Lederer fliegen unverzüglich zu dem Hochhaus. Dort gelingt es dem medizinischen Team von Christoph 27, den Senioren wiederzubeleben. Dennoch muss er zur weiteren Behandlung rasch in ein geeignetes Krankenhaus. Allerdings stellen die Luftretter fest, dass der Aufzug in dem Gebäude erheblich zu klein ist, um den Patienten samt Trage, begleitet von den Einsatzkräften, sowie die benötigten medizin-technischen Geräte nach unten zu befördern. Auch ein weiterer im Wohnhaus vorhandener Fahrstuhl scheidet aus: Er ist defekt.

Markus Lederer, der zugleich als Winden-Operator ausgebildet ist und als solcher die Rettungswinde des Nürnberger Hubschraubers bei Windeneinsätzen bedient, hat eine Idee zur Lösung des Problems: Das Team der DRF Luftrettung könnte den Patienten am Seil vom Gebäude hochziehen und dann umgehend ins Krankenhaus fliegen. Dazu trägt die Crew den 82-Jährigen gemeinsam mit den bodengebundenen Kollegen zunächst auf das Flachdach des Hochhauses, das sich nur zwei Stockwerke über der Wohnung des Patienten befindet. Dort lagert sie den Mann in einen Bergesack um, in dem er sicher zur rot-weißen EC 135 nach oben „gewincht“ werden kann. Begleitet von Hubschraubernotarzt Dr. Christian Engelen wird er mit der Seilwinde vom Dach des Hauses in Langwasser zur Einsatzmaschine gehoben und dann am Hubschrauber sowie der Winde gesichert direkt ins nahe Klinikum geflogen, wo die dortigen Ärzte die lebensbedrohliche Herzerkrankung des Mannes sofort weiterbehandeln.

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