14.05.2015 | News-Bericht

Zwei Hubschrauber nach Motorradunfall bei Titisee-Neustadt im Einsatz

Der Schwarzwald ist nicht nur das größte deutsche Mittelgebirge und ein überaus beliebtes Erholungsgebiet, auch Motorradfahrer kommen hier auf ihre Kosten. Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es eine vergleichbare Dichte an anspruchsvollen Serpentinen und Hochstrecken mit idyllischem Panoramablick. Das lockt zahlreiche Biker in den Süden der Bundesrepublik, was die Besatzungen der DRF Luftrettung besonders zwischen April und Oktober deutlich spüren. „In diesem Gebiet werden wir häufig zu Unfällen alarmiert, in die Motorradfahrer verwickelt sind“, weiß Volker Buchmann, Pilot an Bord des Freiburger Hubschraubers Christoph 54. Gemeinsam mit Notarzt Dr. Michael Fischer und Rettungsassistent Henning Behrens startete er erst vor Kurzem zu einem Einsatz, bei dem ein Pkw auf die Gegenfahrbahn geraten war und einen 52-jährigen Motorradfahrer samt Sozia frontal erfasst hatte. Der Autofahrer kam mit einem Schock davon, die beiden Biker dagegen wurden schwer verletzt.

Die Leitstelle Freiburg alarmierte zunächst den bodengebundenen Notarzt aus Titisee-Neustadt. Kaum hatte dieser die nahegelegene Unfallstelle auf der B 31 erreicht und sich einen ersten Überblick verschafft, forderte er bei der Leitstelle zunächst den Hubschrauber der DRF Luftrettung aus Freiburg, kurz darauf auch den aus Villingen-Schwenningen nach. „Im Schwarzwald kommt eine Nachalarmierung unserer Hubschrauber häufig vor“, erklärt Frank Jaenke, Pilot an Bord des Villingen-Schwenninger Rettungshubschraubers. „Aufgrund der oft großen Distanz vom Einsatzort zur nächsten geeigneten Klinik hat die Luftrettung einen enormen Zeitvorteil. Rettungswagen müssten teils lange Strecken fahren, die durch Berg und Tal führen. Wir können unseren Notarzt schnell zum Patienten bringen und diesen direkt zu der Spezialklinik fliegen, die für die weitere Versorgung optimal geeignet ist.“

Etwa zwölf Minuten nach der Alarmierung traf die Besatzung von Christoph 54 aus Freiburg ein und übernahm die Versorgung der 47-jährigen Beifahrerin. „Die Patientin war ansprechbar“, erinnert sich Rettungsassistent Henning Behrens. „Sie hatte eine offene Fraktur am linken Unterschenkel, die wir nach der Verabreichung von Schmerzmitteln reponierten. Das heißt, wir haben den Knochen wieder richtig positioniert, damit die Knochenfragmente keine Blutgefäße abdrücken und Schäden verursachen. Dann wurde die Wunde mit einem Druckverband steril verpackt. Außerdem klagte die Patientin über Schmerzen im Bauch- und Beckenbereich. Bei einem Abdominaltrauma besteht immer die Gefahr innerer Blutungen. Umso wichtiger war es, sie schnellstmöglich in die Klinik zu bringen.“ Hubschraubernotarzt Dr. Michael Fischer legte der Patientin eine Halskrause an, anschließend wurde sie auf die Vakuummatratze gebettet und fixiert. „Da nach einem solchen Unfall immer auch die Wirbelsäule verletzt sein könnte, sollte jede weitere Bewegung vermieden werden“, erklärt der erfahrene Freiburger Rettungsassistent. Schonend wurde die Patientin ins Universitätsklinikum Freiburg transportiert und den bereits vorinformierten Ärzten übergeben.

Kurz nach dem Freiburger Hubschrauber war auch die Besatzung aus Villingen-Schwenningen am Einsatzort gelandet und kümmerte sich sofort um den verletzten Motorradfahrer. „Er hatte ein Beckentrauma sowie offene Frakturen am Unterarm und am linken Unterschenkel erlitten, die Notarzt Dr. Johannes Bettecken und Rettungsassistent Heiko Freyer versorgten“, berichtet Pilot Frank Jaenke. „Der Patient musste beatmet werden. Nachdem der Arzt ihm Schmerzmittel verabreicht hatte, fixierten wir den Mann ebenfalls auf eine Vakuummatratze, um die möglicherweise verletzte Wirbelsäule zu schützen, und transportierten ihn binnen weniger Minuten ins Schwarzwald-Baar-Klinikum nach Villingen-Schwenningen.“

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