02.03.2018 | News-Bericht

Zwei Schüler, eine Mission: Luftrettung im Miniaturformat

  • Voller Stolz vor ihrem Modell der Station der DRF Luftrettung in Niebüll : Jannik (li.) und Pascal (re.) von der Gemeinschaftsschule Niebüll.
    Voller Stolz vor ihrem Modell der Station der DRF Luftrettung in Niebüll : Jannik (li.) und Pascal (re.) von der Gemeinschaftsschule Niebüll.

Jedes Jahr stehen die Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse an der Gemeinschaftsschule in Niebüll vor der Frage, mit welchem Projekt sie sich den kritischen Augen der Lehrer stellen werden. Das Thema ist dabei frei wählbar. Die beiden Schüler Jannik und Pascal mussten nicht lange überlegen. Ihre Idee: Die Luftrettungsstation der DRF Luftrettung in Niebüll so originalgetreu wie möglich nachzubauen.

Warum sie sich für die Heimat von „Christoph Europa 5“ entschieden haben? Beide Jungen sind von der Luftrettung fasziniert. Für die notfallmedizinische Versorgung der Region und vor allem der Inseln und Halligen ist der rot-weiße Hubschrauber nicht mehr wegzudenken. Und da jeweils ein Elternteil am Klinikum arbeitet, an dem sich auch die Station befindet, gab es bereits früh Berührungspunkte mit den Lebensrettern.

Im September des vergangenen Jahres haben die beiden 15-Jährigen mit der theoretischen Ausarbeitung ihres Projekts begonnen. Mit Zollstock und Videokamera ausgestattet besuchten sie die Station und sammelten viele Eindrücke. Im Dezember konnte der erste Baustein gesetzt werden. Und was Jannik und Pascal in wenigen Wochen auf die Beine gestellt haben, ist wirklich beeindruckend. Das sahen auch die Lehrer so und vergaben für den Nachbau die volle Punktzahl. Die haben sie sich auch wahrlich verdient, denn für ihre Arbeit haben sie vor Ort recherchiert, Interviews geführt, die Räumlichkeiten begutachtet und viel Fingerspitzengefühl beim Basteln bewiesen.

Der Nachbau ist im Verhältnis 1:30 und besitzt eine Gesamtfläche von 2m x 1,5m. Mit Styropor, Farbe und jeder Menge Liebe zum Detail haben die beiden Schüler die Station in Miniaturformat zum Leben erweckt. Dabei strotzt der Nachbau vor kleinen aber feinen Details. So lässt sich die Plattform elektronisch aus dem Hangar heraus und wieder herein fahren, der Landeplatz ist mit LED-Lämpchen ausgestattet und die Personalräume der Station sind vollständig möbliert.

Auf der Station kam das Ergebnis ebenfalls sehr gut an: „Wir waren wirklich überrascht, wie professionell die Beiden das Modell umgesetzt haben“, lobt Christoph Mathäus, leitender Notfallsanitäter der Station, das kleine Kunstwerk. „Wir finden es toll, dass gerade junge Menschen sich für lebenswichtige Aufgaben, wie die Luftrettung, interessieren und die beiden so viel Herzblut in das Projekt gesteckt haben.“

In Kürze werden Jannik und Pascal ihr Projekt stolz der Öffentlichkeit präsentieren. In einem Präsentationsfilm wird ein Interview mit dem Stationsleiter und Piloten Jürgen Voiss gezeigt und auf die Historie der DRF Luftrettung, den Arbeitsalltag der Luftretter, die notwendige Ausbildung und die technische Ausstattung der Hubschrauber eingegangen. Als Dank gab es für die Station eine CD mit einem "Making off" des Bauprojekts.

Was mit dem Modell nach der Ausstellung passiert, ist noch unklar. Die Schüler spielen mit dem Gedanken, den Nachbau zu versteigern und das eingenommene Geld zu spenden. Und was sie selbst betrifft: Einer Zukunft als Pilot oder Notfallsanitäter sind sie jedenfalls nicht abgeneigt, und dieses Projekt hat sie in ihrer Motivation sicher gestärkt.