Experten im Cockpit

„Mathe ist doof! Das brauche ich doch sowieso nie wieder.“ Leo schleudert den Stift in eine Ecke und knallt sein Heft auf den Tisch. Sein Vater zieht erstaunt die Augenbrauen hoch. „Ich dachte, du möchtest einmal Pilot werden?“ „Ja schon, aber dafür muss ich ja nur das Fliegen lernen ...“

Und genau da täuscht sich Leo ganz gewaltig. Er weiß noch nicht, dass Mathematik, Physik und vieles andere, das Kinder in der Schule lernen, fürs Fliegen später sehr wichtig sind. Im Unterschied zu einem Auto, das auf vier Rädern auf der Straße fährt, bewegt sich ein Luftfahrzeug beim Fliegen im dreidimensionalen Raum. Auch wenn der Kurs heute vom Navigationsgerät berechnet wird, muss der Pilot das ebenfalls selbstständig können. So muss er zum Beispiel die Gradzahlen für den richtigen Kurs ausrechnen. Er muss seine Instrumente im Cockpit kennen und prüfen und im Zweifel gegenrechnen, sollten sie fehlerhaft anzeigen. Außerdem sind fürs Fliegen die Kräfteberechnung und Strömungslehre sehr wichtig. Nicht zuletzt müssen Piloten regelmäßig ihre guten Englischkenntnisse nachweisen, denn das ist die internationale Funksprache im Cockpit. Auch Piloten, die ihre Lizenz schon lange in der Tasche haben, beweisen zweimal im Jahr bei einem Checkflug, dass sie ihren Hubschrauber gekonnt und sicher steuern.

Piloten lernen ein Leben lang

Um für die DRF Luftrettung fliegen zu dürfen, müssen Hubschrauberpiloten bereits 2.000 Flugstunden im Cockpit verbracht haben, das sind fast drei Monate! Das ist deshalb so wichtig, weil sie zu jeder Zeit schnell und sicher handeln müssen, um verletzten oder erkrankten Personen schnelle Hilfe zu bringen.

Wenn du einmal einen Hubschrauber steuern möchtest, solltest du also gerne und viel lernen – und das ein Leben lang! Piloten werden übrigens an Flugschulen, bei Polizei und Bundespolizei sowie bei der Bundeswehr ausgebildet, natürlich erst ab 18 Jahren. Na, hast du Interesse?