Sie sind hier

Pilotin | Portrait

Adriana Langer

Es gibt nichts Schöneres als das Fliegen mit einer sinnvollen Tätigkeit zu verbinden.

Manchmal sind es die kleinen Momente, die ein Leben komplett verändern. Auch Adriana Langer hat einen solchen Moment erlebt, als sie durch ein Fenster blickte. In Greifswald hatte sie ihr Medizinstudium begonnen – eine Karriere als Ärztin stand ihr bevor. Doch während eines Praktikums im OP einer gefäßchirurgischen Abteilung landete vor dem Krankenhaus ein rot-weißer Rettungshubschrauber. Adriana Langer blickte aus dem Fenster und wusste: „Ich will Pilotin werden!“

Wenn sie heute an jenen Moment zurückdenkt, ist sie glücklich darüber, wie alles gekommen ist. „Eine bessere Entscheidung hätte ich nicht treffen können. Mir war einfach klar, dass ich eines Tages zur Luftrettung gehen werde, jedoch nicht als Ärztin. Ich wollte Menschen helfen, aber vorne sitzen.“ Das ist umso erstaunlicher, weil die 39-Jährige vorher rein gar nichts mit der Fliegerei zu tun hatte.

Die Eltern reagierten unterschiedlich auf die plötzliche Entscheidung ihrer Tochter: „Meine Mutter hat mich sofort unterstützt und bestärkt. Mein Vater dagegen war zunächst enttäuscht. Er war so stolz darauf gewesen, dass seine Tochter Ärztin wird. Doch inzwischen findet er es großartig, was ich beruflich mache.“

Doch der Weg zur Luftrettung war nicht ganz einfach. Die Ausbildung zur Pilotin musste Adriana Langer selbst finanzieren. Dafür ging sie 2004 nach Miami, weil in den USA die Flugstunden, die man sammeln muss, deutlich günstiger sind. An ihren ersten Flug erinnert sie sich noch ganz genau: „Es war aufregend, ich war schweißgebadet, der ganze Körper angespannt. Man will ja nichts falsch machen. Aber es fühlte sich gut und richtig an.“

Die Privatpilotenlizenz in der Tasche, kehrte die gebürtige Schleswig-Holsteinerin zunächst nach Deutschland zurück, um dort die Berufspilotenlizenz zu erwerben. Ihr erster Pilotenjob führte Adriana Langer 2005 ins Urlaubsparadies: auf die kanarische Insel Lanzarote. Flüge für Touristen sowie für Filmaufnahmen bildeten ihren Alltag an Bord eines Hubschraubers des Typs Eurocopter AS 350.

Ein halbes Jahr später wurde die Pilotin nach Frankfurt versetzt, um dort verstärkt Filmflüge durchzuführen. In dieser Zeit erwarb sie zusätzlich die Fluglehrer- und später die Prüferlizenz, ehe sie 2007 weiter in ihre Wahlheimat Hamburg zog und zudem Rund- und Taxiflüge durchführte. „Ich hatte vor allem Geschäftsleute an Bord, aber auch Prominente, zum Beispiel den damaligen DFB-Präsidenten, den ich im Zuge der Frauenfußball-Weltmeisterschaft durch die Lüfte chauffierte.“

Im Jahr 2009 erreichte Adriana Langer schließlich die Mindestflugstundenanzahl, die sie benötigte, um eine Stelle als Pilotin bei der DRF Luftrettung anstreben zu können. Ihre Initiativbewerbung führte zum Erfolg, zum 1. Januar 2010 ergriff die Pilotin ihren Traumberuf. „Und das ist er auch nach fünf Jahren noch. Es gibt nichts Schöneres als das Fliegen mit einer sinnvollen Tätigkeit zu verbinden.“

Von Anfang an war die Pilotin an der Bremer Station der DRF Luftrettung im Einsatz und erlebte dort bereits viele besondere Momente: „Das Schönste sind die Augenblicke, in denen man merkt, dass sich die eigene Arbeit einfach lohnt. Etwa als die Patientin Carmen Bockfeld sich wiedergemeldet hat. Zwei Jahre zuvor hatten wir sie nach einer Hirnblutung transportiert, die sie kurz nach ihrer Hochzeit erlitten hatte. Ihre Geschichte ist sehr bewegend. Als sie uns an der Station besuchte, war das ein überwältigendes Gefühl.“

Inzwischen ist Adriana Langer Stationsleiterin in Bremen und somit auch zuständig für administrative und organisatorische Aufgaben. Doch am liebsten startet sie mit der rot-weißen BK 117 vom Flughafen Bremen aus, um Menschen in Not zu helfen. „Die Intensivtransporte führen uns oft quer durch Deutschland, es gibt kaum ein Bundesland, in dem wir noch nicht waren. Zusätzlich werden wir zu Notfällen alarmiert, immer wieder auch im Stadtgebiet von Bremen.“ Häufig muss sie „ihren“ Christoph Weser dann an unbekannten Plätzen landen. „Diese Einsätze sind oft sehr anspruchsvoll, ein geeigneter Landeplatz ist nicht immer gleich zu erkennen. Man muss schnell und richtig handeln, um Notarzt und Rettungsassistent sicher zum Patienten zu bringen.“

An ihren freien Tagen zieht es Adriana Langer hingegen oft in die alte Heimat: „Ich bin ein Kind der Ostsee, daher gehe ich dort regelmäßig windsurfen. Das macht großen Spaß, dabei kann ich abschalten. Die Arbeit als Pilotin ist kräftezehrend und man sieht viele Dinge, die man normalerweise nicht sehen muss. Außerdem muss man körperlich fit bleiben. Daher ist ein sportlicher Ausgleich in meinem Beruf besonders wichtig.“

Helfen Sie jetzt. Und damit auch der Station Bremen

Egal ob großer oder kleiner Betrag: Mit jeder Spende helfen Sie uns die Betreuung unserer Patienten zu verbessern.

Freie Eingabe durch Klick ins Zahlenfeld.

Die Station zum Beitrag:

Standorte DRF Luftrettung

Auswählen und mehr erfahren

Von wo starten unsere Hubschrauber und Ambulanzflugzeuge zu ihren Einsätzen? Wer koordiniert eine Patientenrückholung aus dem Ausland? Und wo wird unsere Flotte eigentlich gewartet? Lernen Sie die Hubschrauberstationen, das Operation-Center und den Ambulanzflugbetrieb der DRF Luftrettung kennen. Mit einem Klick auf eine unserer Stationen können Sie den jeweiligen Einsatzradius des Hubschraubers erkennen. Weitere Einblicke und Hintergrund- informationen erhalten Sie auf den Stationsseiten.

Minuten- und Kilometerzahl sind durchschnittliche Angaben

Alle Standorte