Sie sind hier

Luftsicherheitsbeauftragte | Interview

Aurelie Langer

Was die Luftrettung macht, ist ein höheres Gut.

„Wenn ich mit Freunden unterwegs bin, scherzen sie immer: ‚Lasst Aurélie ja nicht über ihren Job reden, das nimmt sonst kein Ende.“ Seit zwölf Jahren ist Aurélie Langer bei der DRF Luftrettung, von ihrem Büro im Operation-Center am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden aus sind es nur wenige Schritte bis zur Werfthalle. Täglich begegnet sie dort den rot-weißen Hubschraubern. „Und trotzdem fühle ich immer eine große Freude, wenn ich einen sehe. Ich bin begeistert von den Möglichkeiten in der Notfallrettung.“ Auch wegen dieser Begeisterung bewarb sie sich 2003 als Sachbearbeiterin im Flugbetrieb. „Jede Arbeit hat einen Sinn, aber was die DRF Luftrettung macht, ist ein höheres Gut.“

Geboren und aufgewachsen nahe der französisch-deutschen Grenze, lebt Aurélie Langer mit ihrer Familie bis heute in ihrem elsässischen Heimatdorf. Zur Jahrtausendwende erhielt sie am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden ihre erste Stelle in Deutschland. „Seither bin ich feste Grenzgängerin.“ Inzwischen ist sie Abteilungsleiterin Bodenbetrieb bei der DRF Luftrettung und damit für die Sicherheit der Hubschrauber und Besatzungen am Boden an den Stationen verantwortlich. Der bürokratische Aufwand ist bei vielen ihrer Projekte immens: „Kerosinabrechnungen machen beispielsweise viel Arbeit, zahlreiche Daten müssen erfasst und geprüft werden, wovon auch unsere Piloten betroffen sind. Wegen der Energiesteuerbefreiung müssen wir jeden verbrauchten Liter nachweisen können.“ Auch die Umsetzung von Maßnahmen im Bereich Arbeitsschutz an den 30 Stationen der DRF Luftrettung liegt in ihrer Verantwortung.

Ein zentraler Bestandteil von Aurélie Langers Arbeit ist die Einhaltung und Umsetzung von luftfahrtrechtlichen Bestimmungen – wie die EU-Verordnung, die am 29. Oktober 2014 in Kraft trat.
Um in Deutschland alle Landeplätze an Kliniken zu erhalten, die die europäischen Vorgaben nicht erfüllen, wurden sie in sogenannte "Public Interest Site" (PIS) umgewandelt. „Gleichzeitig sind damit Auflagen verbunden, die in den nächsten Monaten und Jahren erfüllt werden müssen“, erklärt Aurélie Langer. Zu diesem Zweck wurde im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums eine Arbeitsgruppe gebildet, bestehend aus DRF Luftrettung und anderen Luftrettungsbetreibern. „Wir sind für die Erstellung eines Anforderungskatalogs für die rund 1.500 Landeplätze verantwortlich und müssen dessen Umsetzung durch die Kliniken prüfen. Dabei sind Hindernisfreiheit, Beleuchtung, Windrichtungsanzeiger und Brandschutz wichtige Themen.“

Die Regularien aus Brüssel werden immer komplexer, der Dokumentationsaufwand nimmt zu, auch für die Besatzungen. „In Deutschland müssen zudem die Anforderungen jedes Bundeslandes berücksichtigt werden, das macht es für uns als überregional tätige Rettungsorganisation noch komplizierter.“ Trotz der enormen Ausdauer, die ihre Projekte oft erfordern, ist Aurélie Langer glücklich mit ihrem Job: „Ich kann mir nicht vorstellen, irgendwann woanders zu arbeiten. Mein Herz schlägt für die Luftrettung."

 

Gut geplant ist halb gebaut - Interview zum Neubau des Operation-Centers

Das Operation-Center am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden soll vergrößert werden. Hier werden die weltweiten Ambulanzflüge koordiniert, die Flotte gewartet und technische Entwicklungen vorangetrieben. Wir sprachen mit Aurelie Langer, Luftsicherheitsbeauftragte der DRF Luftrettung, über die Vorbereitungen für Umbau.

Unsere Frage: Was ist das Besondere bei den geplanten Baumaßnahmen auf dem Flughafengelände?

Aurelie Langer: Alle unsere Gebäude, Werftbetrieb, Alarmzentrale, Qualitätsmanagement, Ausbildungs- und Entwicklungsbetrieb sowie der Flugbetrieb Flugzeuge liegen innerhalb des Sicherheitsbereichs des Flughafens. Jeder, egal ob Handwerker, Besucher oder Lieferant, benötigt eine Zugangsberechtigung, bzw. muss begleitet werden. Das würde während der Bauarbeiten zu erheblichen Verzögerungen führen.

Unsere Frage: Wie können Sie die Sicherheit garantieren und trotzdem bauen?

Aurelie Langer: In enger Zusammenarbeit mit dem Terminalmanagement Luftverkehrsanlagen Sicherheit des Flughafens und dem Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg haben wir die Land-Luft-Grenze vorübergehend verschoben. Der Sicherheitszaun wird mit Baubeginn dann so verlaufen, dass der entsprechende Bauabschnitt außerhalb des Sicherheitsbereichs liegen wird. Wir werden insgesamt vier Bauabschnitte haben und die Land-Luft-Grenze jeweils anpassen.

Unsere Frage: Was muss bei der Anpassung beachtet werden?

Aurelie Langer: Für den Sicherheitszaun gibt es strenge Vorschriften. Er muss einen Mindestabstand von zwei Metern zu Fenstern haben. Würde die Gebäudewand selbst als Sicherheitszaun genutzt werden, hätten wir die Fenster vergittern müssen bzw. sie dürften lediglich über eine Kippfunktion verfügen.

Unsere Frage: Was ändert sich für Mitarbeiter und Besucher während bzw. nach Abschluss der Bauarbeiten?

Aurelie Langer: Zu Beginn der Bauarbeiten, abhängig von den Bauabschnitten, wird das Verwaltungsgebäude wie bisher im Sicherheitsbereich liegen. Nach der Fertigstellung können uns Besucher jederzeit ohne Kontrollen erreichen ebenso die Mitarbeiter anderer Stationen, die für Schulungen hierher kommen. Die Mitarbeiter des Operation-Centers passieren eine Vereinzelungsanlage mit Zugangskontrollsystem (Drehkreuz) im Gebäude, um von dort zum Beispiel den Werftbetrieb zu erreichen. Vielen Dank für das Gespräch und gutes Gelingen für den Ausbau des Operation-Centers.

Die Station zum Beitrag:

Standorte DRF Luftrettung

Auswählen und mehr erfahren

Von wo starten unsere Hubschrauber und Ambulanzflugzeuge zu ihren Einsätzen? Wer koordiniert eine Patientenrückholung aus dem Ausland? Und wo wird unsere Flotte eigentlich gewartet? Lernen Sie die Hubschrauberstationen, das Operation-Center und den Ambulanzflugbetrieb der DRF Luftrettung kennen. Mit einem Klick auf eine unserer Stationen können Sie den jeweiligen Einsatzradius des Hubschraubers erkennen. Weitere Einblicke und Hintergrund- informationen erhalten Sie auf den Stationsseiten.

Minuten- und Kilometerzahl sind durchschnittliche Angaben

Alle Standorte