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Notarzt | Portrait

Dr. Gregor Lichy

Das faszinierende an meinem Beruf ist, Menschen in scheinbar ausweglosen Situationen helfen zu können.

Seit zehn Jahren ist Dr. Gregor Lichy als Notarzt bei der DRF Luftrettung tätig. Schon in den 90er-Jahren kam der damalige Medizinstudent mit der gemeinnützig tätigen Organisation in Berührung. „Ich hatte mich um ein ausgeschriebenes Promotionsthema beworben: eine Studie zu interkontinentalen Repatriierungsflügen. Ebola- und Lassafieber waren damals wichtige Themen. Wir entwickelten eine mobile Isolierstation für Patienten, die einen solchen Virus eingefangen hatten und transportiert werden mussten, und haben dafür die Ambulanzflüge der DRF Luftrettung zwischen den Jahren 1996 und 1999 ausgewertet.“

Gregor Lichy ist zu dieser Zeit bereits als Sanitäter im Rettungsdienst tätig. Seinen Studienschwerpunkt legt er auf die Bereiche Anästhesie und Intensivmedizin. Nach seinem Abschluss im Jahr 2001 kehrt er zurück in seine Heimatstadt. „Im Ludwigsburger Klinikum ergab sich die Möglichkeit, als AIP (Arzt im Praktikum) zu arbeiten. Meine berufliche Karriere begann also an genau dem Ort, wo ich geboren wurde. Das war für mich ein besonderes Gefühl.“

Nach einer Weiterbildung zum Facharzt für Anästhesie erwirbt er die Zusatzbezeichnungen „Notfallmedizin“ und „Spezielle Anästhesiologische Intensivmedizin“. Dem Ludwigsburger Klinikum ist er bis heute treu geblieben. „Die Mischung aus Klinik und Präklinik halte ich für sehr wichtig, beide Bereiche profitieren voneinander. Durch meine Tätigkeit im Krankenhaus bin ich über aktuelle Entwicklungen in der Medizin stets informiert. Das Know-how über neue Behandlungsmethoden, Medikamente oder medizintechnische Geräte fließen in meinen Arbeitsalltag als Luftretter mit ein. Teil dieses Alltags ist es, Patienten in unterschiedliche Kliniken zu bringen. Dabei erhalte ich Kenntnis über die Abläufe im Schockraum einer Klinik, was einen positiven Effekt auf eine reibungslose Patientenübergabe als Hubschraubernotarzt hat. Nur wenn man das Gesamtspektrum der Notfallversorgung kennt, kann sie auch bestmöglich funktionieren.“

Deshalb wagte er den Schritt zur DRF Luftrettung, und dieser führte Dr. Gregor Lichy zunächst an Bord der Ambulanzflugzeuge. Dr. Lichy begleitete diese internationalen Patientenrückholungen als Notarzt, ehe er 2008 in die regionale Luftrettung mit Hubschraubern wechselte. Seither ist er regelmäßig an Bord von Christoph 51, dem in Stuttgart stationierten rot-weißen Hubschrauber, im Einsatz – inzwischen sogar als leitender Notarzt der Station.

„Menschen helfen zu können, auch in scheinbar aussichtslosen Situationen – das ist es, was mich an diesem Beruf so fasziniert“, erklärt der Ludwigsburger seine Motivation. „Und ich finde es beeindruckend, wie viel sich in all den Jahren getan hat, wie zum Beispiel Abläufe immer weiter optimiert wurden. Die Weiterbildungsstrategien der DRF Luftrettung haben mich von Anfang an beeindruckt. Wir arbeiten fortlaufend daran, Dinge zu verbessern, zum Wohle unserer Patienten.“

Als Notarzt legt Dr. Gregor Lichy ein besonderes Augenmerk auf die Medizintechnik an Bord. „Wenn ich zurückblicke, ist die Weiterentwicklung schon verblüffend. Wir können nun Daten drahtlos an unser Monitorsystem schicken. Ein EKG, das ich vor Ort schreibe, kann ich direkt per Fax an die Zielklinik weiterleiten, wo die Ärzte sich dann schon mit dem Patienten beschäftigen können. Und wir haben mobile Ultraschallgeräte bei uns, die unglaublich klein und leicht sind. Es gibt so viele Möglichkeiten, die wir früher nicht hatten. Die Medizintechnik im Hubschrauber ist auf absolutem Topniveau. Wir bringen die Intensivstation schon direkt zum Einsatzort.“

Auch das Videolaryngoskop, das wie das mobile Ultraschallgerät mit Förderbeiträgen und Spenden finanziert werden konnte, war ein weiterer Meilenstein der Notfallrettung. „Es gibt Patienten, die sich schwer intubieren lassen – aufgrund ihrer Anatomie oder in Folge von Verletzungen. Mithilfe dieses Geräts können wir Patienten schnell und problemlos intubieren. Erst kürzlich benötigten wir es bei einem Patienten, der er aus rund zehn Metern Höhe auf einen Steinboden gestürzt war und dringend beatmet werden musste. Dieses Gerät hat entscheidend dazu beigetragen, dem Mann das Leben zu retten. Dieser Fall zeigt, dass man medizintechnische Möglichkeiten ausnutzen muss. Die DRF Luftrettung war da schon immer federführend – auch dann, wenn solche Geräte selbst finanziert werden müssen. Schließlich profitieren davon unsere Patienten.“

Die Patienten, sie sind stets der Mittelpunkt der Arbeit von Dr. Gregor Lichy. Und nicht selten trifft er zu einem späteren Zeitpunkt erneut auf jene Menschen, denen er als Notarzt der DRF Luftrettung helfen konnte. „Das Klinikum in Ludwigsburg ist eines der Zentren, die wir mit Christoph 51 am häufigsten anfliegen. Ich treffe dort Patienten im OP oder auf der Intensivstation wieder und begleite manchmal später sogar noch ihren Flug in die Reha. Vor allem aber erlebe ich immer wieder, wie wichtig die Arbeit der DRF Luftrettung ist. Man muss stets alles geben, auch wenn es einmal aussichtslos scheint. Schon so manches Mal ging es doch noch gut aus, weil alle an einem Strang gezogen haben. Man darf nie aufgeben, muss jede Möglichkeit nutzen, denn jeder Aufwand ist lohnend, wenn Patienten dadurch wieder gesund werden. Und oftmals geht es dabei um Zeit – ein großer Vorteil des Hubschraubers. Wir sind nicht nur sehr schnell an einem Einsatzort, sondern auch in der Klinik, die zur weiteren Behandlung des Patienten am besten geeignet ist. Denn je besser die Behandlungsmöglichkeiten, desto besser die Prognose des Patienten. Und da ist die Luftrettung ein wichtiger Baustein.“

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