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Notarzt | Interview

Dr. Marcus Creutzenberg

NOKI ist ein Gemeinschaftsprojekt der Luftrettungsstation Regensburg, der Unklinik Regensburg und dem Verein Sternschnuppe e.V. aus dem Jahr 2005.

Alarmierung bei bei Kindernotfällen

Wir sprachen mit Dr. Creutzenberg, Oberarzt der Anästhesiologie am Universitätsklinikum Regensburg, über die Alarmierung bei Kindernotfällen. Der Kindernotarzt gehört zur medizinischen Besatzung des Intensivtransporthubschraubers "Christoph Regensburg". Der wird oft zusätzlich bei Kindernotfällen alarmiert.

Unsere Frage: Warum wird Regensburger Hubschrauber oft zusätzlich bei Kindernotfällen alarmiert?

Dr. Creutzenberg: "Christoph Regensburg" ist in das Projekt "Notarzt für Kinder – NOKI" eingebunden. Hierzu haben die Notärzte und Rettungsassistenten des Regensburger Hubschraubers von hochqualifizierten Kindernotfallmedizinern spezielle Schulungen für pädiatrische Notfälle erhalten.

Unsere Frage: Was ist NOKI?

Dr. Creutzenberg: NOKI ist ein Gemeinschaftsprojekt der Luftrettungsstation Regensburg, der Unklinik Regensburg und dem Verein Sternschnuppe e.V. aus dem Jahr 2005. Es wurde ins Leben gerufen mit dem Ziel, die notfallmedizinische Versorgung von lebensbedrohlich erkrankten oder verletzten Kindern in Ostbayern zu verbessern.

Unsere Frage: Im Mai 2011 ist die kleine Anna-Lena Rothmund aus dem Schwarzwald am sogenannten RS-Virus lebensbedrohlich erkrankt. Die Kinderärztin hat darauf bestanden, dass das Kind mit dem Hubschrauber schnellstmöglich in eine Kinderklinik geflogen wird. Hätten Sie ebenso reagiert?

Dr. Creutzenberg: Bei einer Infektion mit RSV kann es, gerade bei Säuglingen, zu lebensbedrohlichen Störungen der Atmung kommen. Bei einem schweren Verlauf wie diesem kann eine zeitnahe Einweisung in ein geeignetes Kinderkrankenhaus mit Intensivüberwachungsstation lebensrettend sein, sollte die Atmung stärker beeinträchtigt sein.

Unsere Frage: Was würden Sie Eltern raten, bei welchen Symptomen ihrer Kinder sie umgehend einen Arzt aufsuchen sollten?

Dr. Creutzenberg: Generell sollte der Kinderarzt zu den Kindervorsorgeuntersuchungen regelmäßig in den dafür vorgeschriebenen Zeiträumen aufgesucht werden, um eventuelle Erkrankungen schon im Vorfeld zu erkennen. Sollten Kinder Symptome aufweisen, die den Eltern nicht bekannt sind und das Kind einen "kranken Eindruck" machen, sollte der Kinderarzt aufgesucht werden. Bei Notfällen wie zum Beispiel Luftnot, Bewusstlosigkeit, Unfällen mit Blutungen, Krampfanfällen sollte auf jeden Fall über die bundeseinheitliche Notrufnummer 112 der Notarzt alarmiert werden.

Unsere Frage: Gibt es auch Symptome, bei denen die Sorge unbegründet ist?

Dr. Creutzenberg: Leichtes Fieber, kurzzeitiger Husten oder leichter Durchfall können im Kindesalter des Öfteren auftreten. Sind sich Eltern unsicher, sollten sie auf jeden Fall den Kinderarzt aufsuchen.

Danke für das Gespräch und weiterhin guten Flug mit "Christoph Regensburg".

RSV = Respiratorisches Synzytial Virus - Ein Virus, der meistens über Schmier- und Tröpfcheninfektion übertragen wird. Er verursacht Symptome in den Atemwegen, Schnupfen, Husten, akute Bronchitis, seltener Mittelohrentzündungen. In schweren Verläufen kommt es zu Atemnotsyndromen, welche intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Es gibt eine saisonale Häufung im Frühjahr und Herbst.

Pädiatrie = Kinder- und Jugendheilkunde

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