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Stationsbetreuung | Portrait

Eva Kaiser

Ich denke sehr oft, wie schön es doch ist, für eine Organisation zu arbeiten, die etwas wirklich Sinnvolles tut.

Wenn der Alarm läutet, schwärmen sie aus: Binnen zwei Minuten sind die Besatzungen der DRF Luftrettung in der Luft, um Patienten schnellstmöglich Hilfe zu leisten. Doch wenn Pilot, Rettungsassistent und Notarzt von einem Einsatz zurückkehren, verbringen sie ihre Zeit bis zum nächsten Alarm an der jeweiligen Station. Oft arbeiten sie mehrere Tage am Stück und bleiben dann auch über Nacht, weshalb die Station für sie sowohl Arbeitsplatz als auch Unterkunft ist. „Es ist wichtig, dass sich die Besatzung immer auf die eigentliche Arbeit konzentrieren kann und die dienstfreie Zeit an der Station zur Erholung nutzt“, erzählt Eva Kaiser, Abteilungsleitung Stationsbetreuung bei der DRF Luftrettung. „Und meine Aufgabe ist es, dies zu ermöglichen.“

Ob Waschmaschine oder Winterdienst, ob Jubiläumsveranstaltungen oder Jahresgespräche – es gibt viele kleine und große Dinge, an die Eva Kaiser denken muss. Täglich erreichen sie zahlreiche Anfragen. „Bei der DRF Luftrettung gehen wir sehr sorgsam mit den Ressourcen um, die uns zur Verfügung stehen. Die Kunst in meinem Bereich ist es, alle gleichermaßen zu bedienen und nichts aus den Augen zu verlieren. Die Stationen verlassen sich auf mich, das treibt mich an“, erklärt die 34-Jährige, die innerhalb des Fachbereichs Luftrettung für die Infrastruktur aller Hubschrauberstationen der DRF Luftrettung zuständig ist. „Ich lege zum Beispiel das Budget fest, wenn an einer Station neues Inventar benötigt wird, prüfe Rechnungen, bin zuständig für Dienstleistungsverträge und arbeite eng mit den Stationsleitern und den anderen Fachbereichen zusammen.“

Seit 2009 ist die gebürtige Koblenzerin bei der DRF Luftrettung. Nach einem Studium der Betriebswirtschaftslehre hat es sie zunächst in den Modebereich nach Stuttgart gezogen. Schon nach kurzer Zeit wird sie dort Filialleiterin einer bekannten Modekette. „Doch allmählich stellte sich eine Ernüchterung ein. Ich hatte mein Hobby zum Beruf gemacht und dadurch mein Hobby und die Kreativität, die für Mode notwendig ist, verloren. Deshalb ging ich den umgekehrten Weg und machte meinen Beruf wieder zum Hobby.“

Dass ihr Weg sie zur DRF Luftrettung führte, bezeichnet sie als Glücksfall: „Gerade bei Bewerbungen auf Stellen, die man unbedingt haben möchte, ist das Bauchgefühl oftmals nicht so gut. So ging es mir hier. Umso glücklicher bin ich, dass es doch geklappt hat. Ich denke sehr oft, wie schön es doch ist, für eine Organisation zu arbeiten, die etwas wirklich Sinnvolles tut.“

Privat sucht Eva Kaiser gerne die Herausforderung: „Am liebsten sitze ich auf dem Mountainbike. Letzten Sommer fuhr ich zum Beispiel über die Alpen, dem schönen Wetter entgegen. Wenn während der Fahrt das Gefühl eintritt, dass nichts mehr geht, reizt es mich, ans absolute Limit zu gehen. Die Belohnung kommt am Ende, vergangenen Sommer war es der Gardasee.“

Einen langen Atem benötigt sie häufig auch bei der Arbeit. Ihre größte Herausforderung bestand bisher im Neubau der Station in Leonberg: „In einem solchen Prozess hat man mit vielen Dienstleistern zu tun, die man unter einen Hut bringen und auf die man sich verlassen muss.“ Seit April 2010 begleitete sie dieses Projekt, regelmäßig verfolgte sie den Fortschritt vor Ort. Inzwischen wurde die Station flugbetrieblich abgenommen und bezogen. „Ein tolles Gefühl! Sehr viele Hände haben daran mitgearbeitet und ich bin stolz darauf, dass alles so gut geklappt hat.“