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Prüfer | Portrait

Lutz Trebehs

Meine wichtigsten Werkzeuge ... sind meine Gesundheit und mein Kopf.

Ordnungsliebe ist eine Eigenschaft von Lutz Trebehs, die dem 59-jährigen Prüfer für Luftfahrtgeräte seinen Job erheblich erleichtert. Seit 2003 arbeitet der gelernte Hubschraubertechniker für die DRF Luftrettung. Davor hat er für den Bund und die freie Wirtschaft Hubschrauber auf der ganzen Welt kontrolliert. Kein Wunder, dass er auch in seiner Freizeit gerne bastelt – am liebsten mit einem seiner Enkel. Schrauben und ihre Lebensdauer sind nur ein Gebiet, das Lutz Trebehs berufsbedingt fasziniert. Als Leiter des mobilen Wartungsteams der DRF Luftrettung, der Line Maintenance, kennt er die Wellen, Lager, Triebwerke und Rotoren der Hubschrauberflotte wie kaum ein Zweiter.

Leiter des mobilen Wartungsteams

Um rund 70.000 Kilometer steigt der Tachostand im Dienstwagen von Lutz Trebehs jährlich. Ist er im Einsatz, beginnt er am Montagmorgen um 10 Uhr seine Wochenschicht. Die Tour führt ihn zu den Stationen, deren Hubschrauber kontrolliert, repariert oder in die Werft geschickt werden müssen. Am darauffolgenden Montag um 10 Uhr übergibt er dann an einen seiner sieben Kollegen. Ihre Aufträge erhalten sie von der CAMO, der Continuing Airworthiness Management Organisation der DRF Luftrettung, die die termingerechte Wartung der Flotte steuert. Seit neun Jahren führt Trebehs dieses Leben in Schicht. Ist er nicht unterwegs, steht er als Technischer Betriebsleiter vom Dienst seinen Kollegen zur Verfügung. Vom heimischen Telefon aus teilt er dann ihre Einsätze ein und beantwortet ihre Anfragen. Im Kofferraum seines Dienstwagens finden sich wohlgeordnet mehr als 1.000 Einzelteile, Schrauben, Kleber, Reinigungsmittel und Öldosen. Sollte doch einmal etwas fehlen, so hat er es dank des Ersatzteilmanagements der DRF Luftrettung spätestens 24 Stunden später in der Hand. Als staatlich anerkannter Prüfer für Luftfahrtgeräte, ausgestattet mit einer Lizenz vom Luftfahrtbundesamt, darf er Hubschrauber nach Wartungsarbeiten wieder für den Flugbetrieb freigeben. Lutz Trebehs gewinnt dem Druck der Verantwortung etwas Positives ab: »Er hält mich wach. Ich habe keine Angst vor der Arbeit und der Verantwortung, sondern Respekt. Dadurch konzentriere ich mich, auch wenn ich jeden einzelnen Handgriff schon tausendmal gemacht habe.«

Kein Beruf - Eine Berufung

Trebehs profitiert von, wie er es nennt, »40 Jahren Hubschrauberei«. Die Gerätekennblätter der Hubschraubertypen, mit denen die Besatzungen der DRF Luftrettung unterwegs sind, kennt er in- und auswendig. »Ich lese mir oft die Berichte der Kollegen durch und schreibe meine eigenen, da bleibt was hängen.« Lutz Trebehs hat keinen Beruf, sondern eine Berufung. »Schon als Kind war ich von Hubschraubern fasziniert. Zu sehen, wie die fliegen, da kann man doch nur mit dem Kopf im Nacken staunen.«

Helfen um anderen zu helfen

Heute blickt er akribisch hinter jede Verkleidung, überprüft Wellen und Lager auf mögliches Spiel, kontrolliert Triebwerke und Rotoren und untersucht mit kleinen abgewinkelten Spiegeln auch schwer einsehbare Bereiche. Die Flugsicherheit ist der Hauptaspekt dieser engmaschig geknüpften Kontrollen der Hubschrauber, die alle 50 Flugstunden stattfinden. »Nur so kann man frühzeitig kleinste Schäden erkennen. Außerdem haben viele Bauteile eine vorgeschriebene Lebensdauer.« Aber es geht Lutz Trebehs auch um den Komfort der Patienten und der Mitarbeiter: »Je feiner man die Blätter am Rotor einstellt, umso geringer ist die Erschütterung im Hubschrauber und desto ruhiger können wir unsere Patienten transportieren.« Das sei überhaupt das Beste an seiner Arbeit, »zu sehen, dass sie Menschen dabei hilft, anderen zu helfen«.

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