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Rettungsassistent | Portrait

Ralf Mewes

Ich wurde sehr herzlich empfangen, fühlte mich gleich als Teil des Teams.

Unser leitender Rettungsassistent in Freiburg

Gekommen, um zu bleiben – was für seine Heimat gilt, gilt auch für die DRF Luftrettung: Seit nunmehr 10 Jahren ist Rettungsassistent Ralf Mewes inzwischen Teil der Freiburger Besatzung. Vieles hat er in dieser Zeit erlebt.

„Natürlich erinnere ich mich noch an den ersten Tag“, erzählt Rettungsassistent Ralf Mewes, „allerdings nicht an den vor zehn Jahren. Denn eigentlich war ich ja bereits vor 2003 bei der DRF Luftrettung, damals nebenberuflich. Ich wurde sehr herzlich empfangen, fühlte mich gleich als Teil des Teams. Dann folgten die Einarbeitung und der erste Einsatz im Hubschrauber. Das war schon ein besonderer Tag.“ Ende der 90er-Jahre war Ralf Mewes noch im Rettungswagen unterwegs, als sich plötzlich die Möglichkeit ergab, an der Freiburger Station der DRF Luftrettung zu hospitieren. „Diese Chance durfte ich mir nicht entgehen lassen!“

Es war nur der erste Schritt: Bereits ein gutes Jahr später fing er als Rettungsassistent an. „Als die Stelle frei wurde, hat man mich direkt angesprochen. Und natürlich sagte ich zu. Das war eine kluge Entscheidung, ich bin heute noch froh, hier zu sein.“ Hier sein, damit meint Ralf Mewes die Arbeit bei der DRF Luftrettung. Seit 2003 ist er dort festangestellt, seit 2011 als leitender Rettungsassistent. Er meint aber auch seine Heimat, den Großraum Freiburg, „eine schöne Ecke, die ‚Toskana Deutschlands‘.“ Ralf Mewes schmunzelt über diesen Vergleich und schwärmt von der wunderbaren Landschaft am Fuße des Schwarzwalds. Plötzlich wirkt er nachdenklich: „Eigentlich war ich nie wirklich weg. Nur einmal, während meiner Ausbildung in Zwickau. Offensichtlich bin ich hier stark verwurzelt.“

Manche Bilder bleiben

1970 in Freiburg geboren, wohnt er bis heute mit seiner Familie im rund 40 km entfernten Mühlheim. Seine beiden Söhne gehen hier zur Grundschule. Beide sind begeistert von der Arbeit des Freiburger Rettungsassistenten: „Meine Jungs schwärmen vor allem für den Hubschrauber, aber das ist in ihrem Alter wohl normal. Beim Stationsbesuch der Kindergartengruppe vor einigen Jahren strahlten die Augen aller Kinder beim Anblick unserer BK 117. Der medizinische Aspekt ist für sie eher Nebensache.“ Bei seiner Frau ist es umgekehrt: Als Flugbegleiterin bei einer großen deutschen Luftfahrtgesellschaft ist sie mit dem Reiz des Fliegens vertraut und kennt sich flugtechnisch gut aus. Ihr Interesse gilt vor allem den Erlebnissen, den täglichen Schicksalen, mit denen ihr Mann konfrontiert ist. Doch nur selten lässt sich der 42-Jährige etwas entlocken: „Meine Frau sagt immer: ‚Du erzählst ja nie etwas.‘ Dabei will ich sie einfach nur nicht belasten.“

Belastung – ein wichtiges Thema, denn wer im Rettungsdienst tätig ist, muss nicht nur körperlich fit sein, sondern sieht zwangsläufig Dinge, mit denen nicht jeder gleich gut umgehen kann. Die Möglichkeit darüber zu sprechen gibt es an der Freiburger Station jeden Abend in Form einer Gesprächsrunde, in der die Einsätze des Tages resümiert werden. „Wir alle sind sehr erfahren im Umgang mit tragischen Erlebnissen, die sich ins Gedächtnis eingebrannt haben, und können uns gegenseitig unterstützen. Wie man aber konkret damit umgeht, ist letztlich individuell. Ich vergesse vieles schnell, das ist wohl meine Art der Verarbeitung. Aber manche Bilder bleiben.“

Menschen helfen? Eine Selbstverständlichkeit

Der Raum mit Kindern, die man beim Brand einer Behinderten-Werkstatt in Titisee-Neustadt vergeblich zu reanimieren versuchte, ist ein solches Bild. Auch ein Mann aus dem Ruhrpott blieb Ralf Mewes im Gedächtnis. Dieser hatte soeben seinen Bruder bei einer gemeinsamen Motorradtour im Schwarzwald verloren und fühlte sich schuldig, weil er den Verunglückten zu dieser Tour überredet hatte: „Er erzählte, dass sein Bruder vor kurzem erst gebaut hatte und Frau und Tochter hinterließ. Er war völlig aufgelöst. So etwas lässt einen natürlich nicht kalt.“

Der 42-jährige Rettungsassistent weiß, wie wichtig es ist, eine gewisse emotionale Distanz zu wahren, wenn man im Rettungsdienst arbeitet. „Aber natürlich wird es schwierig, wenn man bei einem Einsatz mehr über das Umfeld oder die Umstände erfährt.“ Beim Schlittschuhlaufen auf einem See war Anfang 2012 das Eis unter den Füßen eines jungen Mannes eingebrochen. Ralf Mewes war Teil der Crew, die gerade noch rechtzeitig eintraf, um den Verunglückten aus dem Wasser zu retten. „Ein paar Wochen später besuchte er uns auf der Station, um sich zu bedanken, und erzählte, wie er diesen dramatischen Moment erlebt hatte, wie er seine letzten Kräfte mobilisierte, als er uns heranfliegen sah.“  

Die Dankbarkeit von Menschen zu erfahren gehört für Ralf Mewes zu den schönsten Momenten seiner Arbeit. Vielen hat er in den vergangenen zehn Jahren helfen können. „Eine Selbstverständlichkeit, das ist schließlich meine Aufgabe als Rettungsassistent.“ Er ist glücklich darüber, wohin sein beruflicher Weg ihn geführt hat: „Es ist eine Berufung, die mich erfüllt. Ich könnte mir keine schönere Arbeit vorstellen. Das Besondere ist, dass man morgens nie weiß, was tagsüber passieren wird. Es gibt keine Routine. Das Wichtigste ist deshalb ein funktionierendes Team, in dem sich einer auf den anderen verlassen kann. Nur so gelingt uns die optimale Versorgung eines Patienten. Da bei der DRF Luftrettung ausschließlich Profis arbeiten, genügt meist ein Blick, und alle wissen, was zu tun ist.“  

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