Christoph 53 wird zu Christoph Mannheim: Mit dem Beginn des neuen Beauftragungszeitraums am 1. November 2026 setzt die Luftrettungsstation Mannheim ihren bewährten Betrieb unter einem neuen Funkrufnamen fort. Die Besatzungen stehen zudem in den Herbst- und Wintermonaten durch eine Erweiterung der Einsatzbereitschaftszeit länger zur Verfügung als bisher: Von morgens 8:00 Uhr bis Sonnenuntergang, mindestens jedoch bis 20:00 Uhr. Die DRF Luftrettung hatte den Zuschlag für den künftigen Betrieb der Station im Rahmen eines öffentlichen Vergabeverfahrens erhalten.
Eingesetzt wird ein leistungsstarker Hubschrauber vom Typ H145 mit Fünfblattrotor. Der Hubschrauber verfügt über ein Glascockpit, einen Vier-Achsen-Autopiloten, ein Anti-Kollisions-System, ein Wetterradar sowie modernste Medizintechnik. Damit eignet er sich sowohl für die primäre Notfallrettung als auch für sekundäre Verlegungs- und Intensivtransporte zwischen Kliniken. So werden eine hohe Einsatzverfügbarkeit und eine optimale medizinische Versorgung in der gesamten Region gewährleistet.
„Wir freuen uns sehr, dass wir weiterhin als wichtiger Baustein in der schnellen notfallmedizinischen Versorgung der Menschen in der Metropolregion zur Verfügung stehen dürfen “, so Andreas Kempf, Stationsleiter und Pilot in Mannheim. „Der Funkrufname des Hubschraubers ändert sich, gleich bleiben unsere Expertise und die Qualität unserer Arbeit. Durch die neue Beauftragung stehen wir der Bevölkerung auch bei Dunkelheit in den Tagesrandzeiten – im Winterhalbjahr bis 20:00 Uhr – als notarztbesetztes Rettungsmittel zur Verfügung. Wir freuen uns auf viele weitere Jahre erfolgreicher Zusammenarbeit mit allen Partnern in der Region.“
Christoph Mannheim ist täglich von Sonnenaufgang (frühestens ab 8:00 Uhr) bis Sonnenuntergang, mindestens aber bis 20:00 Uhr, alarmierbar. Bei Einsätzen in der Dunkelheit nutzen die Piloten Nachtsichtgeräte. Der Betrieb der Luftrettungsstation ist durch eine Vertragslaufzeit von 15 Jahren langfristig gesichert. Der Hubschrauber steht im Dual-Use-Betrieb sowohl für die primäre Notfallrettung als auch für sekundäre Verlegungs- und Intensivtransporte zwischen Kliniken zur Verfügung.
Die Station Mannheim nimmt seit vielen Jahren eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung und Anwendung innovativer Verfahren in der präklinischen Notfallmedizin ein. Moderne Diagnostikverfahren wie mobile Sonografie, Blutgasanalyse und Pupillometrie ermöglichen es, Erkrankungen und Verletzungen bereits am Einsatzort präzise zu diagnostizieren und lebensrettende Maßnahmen frühzeitig einzuleiten. Als erstes Luftrettungsteam Deutschlands wurde die Mannheimer Crew im Jahr 2019 umfassend in erweiterten invasiven Notfalltechniken ausgebildet. Seit 2024 kommen zudem innovative Verfahren wie REBOA zum Einsatz, bei dem lebensbedrohliche innere Blutungen durch einen vorübergehenden Verschluss der Hauptschlagader kontrolliert werden können.
Ergänzend nutzt die Crew die Nahinfrarotspektroskopie zur Überwachung der Sauerstoffversorgung des Gehirns. Bereits seit 2019 gehören auch Blut- und Plasmaprodukte zur Ausstattung, wodurch Patienten mit massivem Blutverlust bereits vor Erreichen einer Klinik gezielt versorgt werden können. Ein weiteres wegweisendes Pilot-Projekt an der Station Mannheim ist Heli-CAT (Helicopter Cardiac Arrest Team), das zum Ziel hat, die präklinische Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand weiter zu verbessern. Hierbei werden erweiterte diagnostische und therapeutische Verfahren wie invasive hämodynamische Messungen, zerebrales Monitoring und die transösophageale Echokardiographie eingesetzt, um die Reanimation zu optimieren und die Überlebenschancen der Betroffenen – insbesondere mit gutem neurologischem Ergebnis – weiter zu verbessern. Gefördert wird das Projekt durch die DRF Stiftung.
Über besondere Expertise verfügt die Mannheimer Crew zudem in der Versorgung kritisch erkrankter oder verletzter Kinder und Neugeborener sowie bei der Durchführung komplexer Intensivtransporte zwischen Kliniken. Mit ihrer hohen medizinischen Kompetenz, dem Einsatz innovativer Verfahren und einer modernen Ausstattung zählen die Mannheimer Luftretter bundesweit zu den Vorreitern der präklinischen Notfallmedizin.
Christoph Mannheim ist mit einem Piloten im Sommer und zwei Piloten über das Winterhalbjahr, einem Notarzt und einem Notfallsanitäter/HEMS TC (Helicopter Emergency Medical Service Technical Crew Member) besetzt. Zielkrankenhäuser sind überwiegend die Universitätskliniken in Mannheim und Heidelberg und die BG Unfallklinik in Ludwigshafen. Einsatzorte erreicht die Besatzung innerhalb eines Radius von rund 60 Kilometern in maximal 15 Minuten Flugzeit. Im vergangenen Jahr wurde die Station insgesamt 907-mal alarmiert.
Der Einsatzradius des Hubschraubers reicht von der Mittelgebirgsregion Odenwald bis zu den stark befahrenen Autobahnen A5 und A6. Er versorgt ein Einsatzgebiet mit mehr als zwei Millionen Einwohnern im Dreiländereck Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz.