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Christoph München wird 35 Jahre alt

Geschrieben von DRF Luftrettung | 1.04.2026

Luftrettung in Bayern 

  • Erster Intensivtransporthubschrauber Deutschlands
  • Erster Einsatz von Nachtsichtgeräten in der zivilen Luftrettung

Am 1. April 1991 wurde Christoph München als erster Intensivtransporthubschrauber (ITH) Deutschlands in Dienst gestellt. Er bildete den Startschuss für die erfolgreiche Entwicklung von luftgebundenen Patiententransporten unter intensivmedizinischen Bedingungen in Deutschland und trug maßgeblich zu deren heutiger Bedeutung bei. Auch für den Flugbetrieb setzte die Station in den vergangenen 35 Jahren wichtige Impulse. So kamen in München weltweit der Hubschraubertyp H145 und bundesweit Nachtsichtgeräte erstmalig in der zivilen Luftrettung zum Einsatz.

Heute wird der nach wie vor am Klinikum Großhadern stationierte Hubschrauber rund 1.200-mal im Jahr alarmiert und ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil in der medizinischen Versorgung der Menschen in der Region und ganz Bayern geworden. Von Anfang an startete Christoph München dabei auch zu nächtlichen Einsätzen und ist seither an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit. Fast 40 Prozent der Einsätze finden in der Dunkelheit statt, eine Zahl, die deutlich zeigt, dass die schnelle Hilfe aus der Luft auch in den Nachtstunden dringend gebraucht wird.

Immer wieder gingen Impulse für die Luftrettung bundesweit vom Standort München aus. Gleich bei der Dienstaufnahme 1991 gab es eine Besonderheit: Der Hubschrauber war der erste Intensivtransporthubschrauber Deutschlands. Das Konzept war in Kooperation mit Ärzten aus dem Klinikum Großhadern und dem Arbeiter Samariter Bund (ASB) entwickelt worden. Mit beiden Partnern verbindet die DRF Luftrettung bis heute eine über die Jahre gewachsene, starke Zusammenarbeit. Die Notärzte auf Christoph München werden nach wie vor durch das LMU Klinikum der Universität München-Campus Großhadern und die Notfallsanitäter durch den ASB Regionalverband München/Oberbayern gestellt.

 

Impulse für die Luftrettung

Im Jahr 2003 nahmen die Münchner Luftretter als erste Station der DRF Luftrettung die neue EC145 in Dienst und lösten mit ihr die bisher eingesetzte Bell 412 ab. 2009 folgte der nächste Meilenstein: Als erste zivile Luftrettungsstation in Deutschland setzte München Nachtsichtgeräte ein, was ein weiteres Plus an Sicherheit bei Nachteinsätzen brachte. Die am Pilotenhelm befestigten Brillen verstärken das in der Nacht vorhandene Restlicht und bieten so den Piloten eine bessere optische Orientierung in der Dunkelheit. 2015 war München abermals Vorreiter für viele weitere Stationen der DRF Luftrettung: Als erste zivile Luftretter weltweit nahmen sie die neu entwickelte H145 in Dienst, die auch heute noch in der derzeit modernste in der Luftrettung eingesetzte Hubschrauber ist. Die DRF Luftrettung setzt mittlerweile nur noch die nochmals weiterentwickelte Version der H145 mit Fünfblattrotor ein. Der Hubschrauber ist sowohl für Notfalleinsätze als auch für dringende Transporte zwischen Kliniken optimal geeignet. Der Einsatz von Christoph München trägt in der Notfallrettung bereits ab der ersten Minute der Notfallversorgung am Einsatzort dazu bei, Patienten bestmögliche Genesungs- und Überlebenschancen zu sichern.

Weitere Informationen zu Christoph München

Der an der Station München am Klinikum Großhadern eingesetzte Intensivtransporthubschrauber ist 24 Stunden täglich einsatzbereit. Intensivtransporte werden schwerpunktmäßig in Süddeutschland, bei Bedarf länderübergreifend auch ins angrenzende Ausland (Österreich) durchgeführt. Regelmäßig finden auch Inkubatortransporte und andere intensivmedizinische Maximaltherapien wie ECMO, ECLS oder IABP statt. An Bord von Christoph München kommt beispielsweise der Inkubator Space Pod für Neugeborene zum Einsatz. Für Notfalleinsätze wird die Crew bei Bedarf in München und den umliegenden Landkreisen alarmiert – diese können auch in der Nacht nach besonderen Verfahren erfolgen.

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