Wenn die Leitstelle die Luftrettung alarmiert, geht es um Geschwindigkeit, Präzision und medizinische Expertise: die medizinische Besatzung wird per Hubschrauber schnellstmöglich zum Patienten gebracht, um bereits am Einsatzort oftmals lebensrettende Therapien in die Wege zu leiten. Die Hubschrauber werden anschließend genutzt, um Patienten schnell, schonend und sicher in das für sie am besten geeignete Klinikum zu transportieren. Die DRF Luftrettung verortet ihren Auftrag, Menschenleben zu retten, auch in der Aufgabe, die Luftrettung stetig weiterzuentwickeln: durch neue Technologien und höchste Qualitätsstandards wollen die rot-weißen Luftretter Menschen in Not künftig noch schneller und besser helfen.
Langjährige Expertise im Fliegen bei Dunkelheit
Nach der Alarmierung erreichen die Hubschrauber der DRF Luftrettung Einsatzorte in einem Radius von 60 Kilometern innerhalb von maximal 15 Flugminuten. Dank modernster Technik und hochqualitativer Ausbildung können sich Menschen auch bei Dunkelheit auf die medizinische Notfallrettung durch die DRF Luftrettung verlassen.
Die Besatzungen der gemeinnützigen Organisation sind an 13 Stationen rund um die Uhr einsatzbereit, an einer Station mit erweiterten Randzeiten auch nach Sonnenuntergang. Die rot-weißen Luftretter sind dann mit zwei Piloten mit Instrumentenflugberechtigung und unter Verwendung von Nachtsichtbrillen, sogenannten Night Vision Goggles (NVG), unterwegs. Als erste zivile Luftrettungsorganisation setzte die DRF Luftrettung bereits im Jahr 2009 Nachtsichtbrillen ein – ein bedeutender Fortschritt für die Rettung bei Dunkelheit.
„Nachteinsätze können anstrengend sein, aber ich fliege sie gern, weil wir Menschen erreichen, die sonst zu lange warten müssten. Dabei unterstützt mich in der Dunkelheit die gesamte Crew an Bord, ein zweiter Pilot und auch die Nachtsichtgeräte geben uns ein Plus an Sicherheit, damit wir alle Hindernisse beim Landeanflug rechtzeitig erkennen können“ sagt Pilotin Stefanie Hahnl, die an der Station der DRF Luftrettung in München im Einsatz ist.
Modernste medizinische Ausstattung bereits am Einsatzort
Hinter jedem Einsatz steht ein hochqualifiziertes Team aus Piloten, Notärzten und Notfallsanitätern (HEMS TC), das mit modernster Technik und medizinischer Ausstattung arbeitet.
Neben dem schnellen Zubringen eines Notarztes zum Patienten kommt es im Notfall darauf an, rasch Klarheit über den Patientenzustand zu gewinnen, um eine zielgerichtete Therapie einzuleiten. Die Notärzte und Notfallsanitäter der DRF Luftrettung sind dazu bestausgebildet und verfügen über eine hochmoderne Ausrüstung zur erweiterten Diagnostik bereits am Einsatzort. So können etwa durch den Einsatz mobiler Ultraschallgeräte innere Blutungen, Verletzungen und Erkrankungen besser und schneller erkannt und gezielt behandelt werden.
„Wir entscheiden am Einsatzort gemeinsam über die optimale Versorgung des Patienten. Jeder bringt seine Erfahrungen und Kompetenzen ein, damit schnell die richtigen Maßnahmen für den Patienten ergriffen werden. Und die moderne medizinische Ausstattung ermöglicht uns bestmögliche Arbeit: mit dem mobilen Sonografie-Gerät erkenne ich zum Beispiel innere Blutungen sofort und kann mit geeigneten Maßnahmen beginnen – noch bevor wir wieder abheben“, betont Dr. med. Gregor Lichy, Leitender Hubschrauberarzt an der Station von Christoph 51 in Stuttgart.
Diese so genannte Point-of-Care-Technologie trägt ihren Teil dazu bei, dass die Rettungskette optimal funktioniert: Greifen alle Glieder möglichst gut ineinander, erhöhen sich die Überlebens- und Genesungschancen für den Patienten, reduzieren sich die Länge von Krankenhausaufenthalten oder der Umfang von Reha-Maßnahmen. Die DRF Luftrettung beschäftigt sich fortwährend mit neuen Technologien und unterstützt Studien, die die Point-of-Care-Diagnostik weiterentwickeln. Dazu zählt aktuell ein Proteintest zur Erkennung von Hirnblutungen direkt am Einsatzort.
Patient im Fokus aller Bestrebungen
Um ihre hohen qualitativen Standards auch künftig abzusichern, werden Notärzte, Piloten und Notfallsanitäter, aber auch die Techniker, die die Hubschrauber der gemeinnützigen Organisation warten, regelmäßig geschult. Das Engagement der Luftretter für höchste Qualität zeigt sich aber auch an anderer Stelle: Für ihre Bestrebungen zur Verbesserung der Patientensicherheit wurde die DRF Luftrettung 2025 mit dem Deutschen Preis für Patientensicherheit und 2024 mit dem HRO-Award ausgezeichnet: beide Preise honorieren das hohe Engagement der Luftretter für die stetige Weiterentwicklung und hohe Qualität in der Notfallrettung.
Zudem setzt die gemeinnützige Organisation einen Patientenfürsprecher als zentrale und unabhängige Ansprechperson für Partienten sowie deren Angehörige ein und ist als erste Luftrettungsorganisation in Deutschland institutionelles Mitglied im Bundesverband der Patientenfürsprecher in Krankenhäusern
(BPiK e.V.).
Der Tag der Luftretter wurde von der DRF Luftrettung erstmals am 19. März 2020 anlässlich des Tages des ersten Einsatzes der rot-weißen Luftretter im Jahr 1973 initiiert. Ziel ist es, die Rettung aus der Luft in der breiten Öffentlichkeit bekannter machen.