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Krisenübung Blackout – Wenn medizinische Versorgung an ihre Grenzen kommt.

Geschrieben von DRF Luftrettung | 27.03.2026

Die Übung „Operation Lichtbrücke“

Was passiert, wenn der Strom über Tage ausfällt – und mit ihm zentrale Teile der kritischen Infrastruktur? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer großangelegten Krisenübung, an der die DRF Luftrettung in der Nacht vom 20. auf den 21. März in Idstein im Taunus teilnahm.

Im Rahmen einer 36-stündigen Simulation, organisiert durch das Bildungszentrum für Gefahrenabwehr und Krisenmanagement (BZGK), trainierten rund 30 Einsatzkräfte aus Polizei, Bundeswehr, THW, Feuerwehr und Rettungsdienst die medizinische Versorgung von Verletzten und Verlegung unter realistischen Blackout-Bedingungen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Luftrettung: Bei der Übung kam ein moderner Rettungshubschrauber vom Typ H145 mit Fünfblattrotor der DRF Luftrettung zum Einsatz, der für die nächtliche Verlegung eines kritisch verletzten, intensivpflichtigen Patienten unter erschwerten Bedingungen eingesetzt wurde. Parallel unterstützte ein Fachberater Luftrettung im Lagezentrum des BZGK. Ein entscheidender Faktor für die Koordination in komplexen Krisenszenarien.

„Wir verstehen Luftrettung im Katastrophen- und Krisenfall als Teil eines vernetzten Systems. Mit zwei bundesweit verfügbaren Hubschraubern, die wir für den Bevölkerungsschutz vorhalten, und der Expertise unserer Fachberater unterstützen wir Behörden, Krisenstäbe und Einsatzleitungen in komplexen Lagen. Übungen wie diese sind entscheidend, um Strukturen zu schärfen, Schnittstellen zu stärken und im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.“ erläutert Dr. Krystian Pracz, CEO der DRF Luftrettung.  

Zivil-militärische Zusammenarbeit

Die Übung „Operation Lichtbrücke“ war Teil eines Lehrgangs an der Hochschule Fresenius und wurde von einem ARD-Filmteam begleitet. Eine Dokumentation über die Auswirkungen eines langanhaltenden Stromausfalls in Deutschland und Europa ist in Planung.

Ein Blackout ist längst kein theoretisches Szenario mehr. Er ist Bestandteil moderner Fortbildungsprogramme für Mitarbeitende des Rettungsdienstes, der Gefahrenabwehr und im gesundheitlichen Krisenmanagement.

Solche Übungen zeigen: Vorbereitung, Training und interdisziplinäre sowie zivil-militärische Zusammenarbeit sind entscheidend, um auch in Ausnahmensituationen handlungsfähig zu bleiben.