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Luftretter in Rendsburg setzen erstmals Blutprodukte ein

Geschrieben von DRF Luftrettung | 3.09.2026

Die Besatzung von Christoph 42 aus Rendsburg hat erstmals Blutprodukte präklinisch eingesetzt – zwei 18-Jährige wurden nach schweren Verkehrsunfällen vor Ort stabilisiert und anschließend in Kliniken transportiert. Die Blut- und Plasmakonserven stehen den Besatzungen seit Anfang April zur Verfügung.

„Die beiden Einsätze haben auf dramatische Weise gezeigt, welchen Unterschied eine frühzeitige Versorgung mit Blutprodukten machen kann“, sagt Dr. Kai Berndt, Leitender Hubschrauberarzt an der Station Rendsburg. „Eine Therapie, die im Krankenhaus zu den ersten Maßnahmen gehören kann, war in diesen Fällen bereits an der Einsatzstelle möglich. Gerade bei schweren Verletzungen mit Blutverlust können wir damit Patientinnen und Patienten bereits vor Ort stabilisieren und gut vorbereitet auf einen möglicherweise längeren Transport gehen.“ Im ersten Fall war ein 18-jähriger Mann als Insasse eines Pkw in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt und musste mit Unterstützung der Feuerwehr aufwendig aus dem Fahrzeug befreit werden. Aufgrund seiner schweren Mehrfachverletzungen und des damit verbundenen Blutverlusts war sein Kreislauf instabil. Noch an der Einsatzstelle erhielt der Patient Erythrozytenkonzentrate und Plasma. Zusätzlich wurde er vor Ort chirurgisch versorgt und künstlich beatmet. Durch die Gabe der Blutprodukte konnte sein Kreislauf stabilisiert und der Patient anschließend sicher in das Zielkrankenhaus transportiert werden.

Nur zwei Tage später wurde Christoph 42 erneut zu einem schweren Verkehrsunfall alarmiert. Wieder war ein 18-jähriger Mann als Pkw-Insasse schwer verletzt worden und musste zunächst mit Unterstützung der Feuerwehr aus dem Fahrzeug befreit werden. Auch in diesem Fall führten schwere Mehrfachverletzungen mit erheblichem Blutverlust zu einer Kreislaufinstabilität. Der Patient wurde noch an der Einsatzstelle chirurgisch versorgt und künstlich beatmet und erhielt Erythrozytenkonzentrate. Auch bei ihm konnte der Kreislauf durch die Transfusion stabilisiert werden, sodass ein sicherer Transport in eine Klinik möglich war. 

Lebensrettende Therapie vor Ort

In beiden Fällen konnte die Transfusion als die Therapie, die auch im Krankenhaus als erstes angewendet worden wäre, bereits vor Ort an der Einsatzstelle erfolgen. So war es möglich, beide jungen Patienten in stabilem Zustand in Kliniken zu transportieren und an die Schockraumteams der Zielkliniken zu übergeben. Die Einsätze innerhalb kurzer Zeit unterstreichen, dass die Bestrebungen der DRF Luftrettung, eine optimale Therapie auch weitab vom nächsten Krankenhaus zu Patienten zu bringen, jederzeit greifen können und einen lebensrettenden Unterschied machen. Gerade in einem weitläufigen, überwiegend ländlich geprägten Flächenland wie Schleswig-Holstein, zu dem auch zahlreiche Inseln gehören, kann die Möglichkeit einer frühzeitigen Blutgabe von besonderer Bedeutung sein. 

Blutprodukte seit April an der Station Rendsburg

Seit dem 1. April 2026 hält Christoph 42 im Rahmen des Projekts „Heliblut“ Blutprodukte für die präklinische Versorgung vor. Damit steht der Besatzung eine zusätzliche Therapiemöglichkeit direkt am Einsatzort zur Verfügung. Das Depot enthält sogenannte Universal-Blutpräparate: Erythrozytenkonzentrate der Blutgruppe 0 sowie gefriergetrocknetes Plasma der Blutgruppe AB. Die Erythrozytenkonzentrate werden von der Blutbank des Instituts für Transfusionsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, bereitgestellt. Das Blutplasma liefert die Apotheke der Schön Klinik Rendsburg.

Christoph 42 ist die sechste Station der DRF Luftrettung, an der Blutprodukte für die präklinische Versorgung zur Verfügung stehen. Bereits 2019 startete der Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung in Greifswald als erster in Deutschland standardmäßig mit Blut- und Plasmakonserven an Bord. Inzwischen wurde das Konzept schrittweise auf weitere Stationen ausgeweitet. Zur wissenschaftlichen Evaluation beteiligt sich die DRF Luftrettung am „Blut im Notarztdienst-Register“ (BiNAR) der BAND e.V.

 

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