Ambulanzflug

DRF Luftrettung trägt ihren Teil zur Bewältigung der Pandemie bei

Menschen. Leben. Retten. Das ist unsere zentrale Aufgabe. Seit über vier Jahrzehnten setzen wir uns in Deutschland und weltweit, 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr für hochmoderne Luftrettung mit innovativen Lösungen ein. In dieser Zeit hat sich viel getan. Doch eine Situation, wie wir sie gerade erleben, hat es noch nie gegeben.
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Epishuttle wird in den Hubschrauber verladen
Nutzung eines EpiShuttles während der Corona Pandemie (Quelle: DRF Luftrettung)

Angesichts der Corona-Pandemie gilt es für die DRF Luftrettung, ihre Einsatzbereitschaft auf jeden Fall aufrecht zu erhalten, um ihre Mission weiter erfüllen zu können. Denn Pandemie oder nicht, nach einem Herzinfarkt oder einem schweren Unfall tickt die Uhr für das Überleben oder die Genesung jedes Patienten und jeder Patientin – auch für Reisende im Ausland.

Besonderheiten bei Repatriierungen

Eine zentrale Frage bei den steigenden Infektionszahlen war natürlich: Wie schützen wir unsere Mitarbeitenden im Einsatzgeschehen? Aufgrund der langen Flugzeiten bei weltweiten Repatriierungen und den besonderen Bedingungen in Flugzeugen galt es, gesondert Maßnahmen für diesen Bereich zu entwickeln. Zur Erstellung der Schutz- und Hygienekonzeptes wurden beispielsweise Aerosolmessungen im Ambulanzflugzeug durchgeführt, und verschiedene Masken bei der Crew getestet. „Wir haben uns für ein geschlossenes Maskensystem entschieden, um das Infektionsrisiko auch während mehrstündiger Transporte zu minimieren“ erläutert Markus Kellner, Leiter der Einsatzzentrale.

Eine weitere Anpassung von Schutzmaßnahmen und Antigen-Schnelltests macht mittlerweile Transporte von bis zu drei Stunden mit intubierten und spontanatmenden Covid-19-Patient*innen möglich. Dafür müssen diese nicht speziell isoliert werden. Anhand einer eigens aufgestellten Matrix können die Besatzungen schnell und zuverlässig die geeigneten Hygiene- und Schutzmaßnahmen für die verschiedenen Repatriierungsszenarien bestimmen.

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Verladen eines Patienten im Epishuttle in den Hubschrauber
Patiententransport mit einem EpiShuttle (Quelle: DRF Luftrettung)

Epi-Shuttles und zwei zusätzliche Hubschrauber

Darüber hinaus führten wir zu Beginn der Pandemie ganz neues Equipment für unsere Hubschrauber ein: sogenannte EpiShuttles – spezielle Isoliertragen für hochinfektiöse Patient*innen. Die darin liegende Person kann über luftdichte Zugänge an ein Intensivbeatmungsgerät angeschlossen sein sowie zeitgleich überwacht und behandelt werden. Bereits Anfang April 2020 konnte der erste von elf Hubschraubern damit ausgestattet werden.

Zur Stabilisierung der Gesundheitssysteme nahm außerdem Ende März „Christoph 111“, ein am Flughafen Karlsruhe/ Baden-Baden zusätzlich stationierter Intensivtransporthubschrauber, seinen Dienst auf. Der erste in Deutschland, speziell für Intensivtransporte in der Pandemie. Und das Angebot wurde schnell angenommen, insbesondere für den Transport von Patienten aus Kliniken in Frankreich – oft auch über sehr lange Strecken bis in Kliniken nach Österreich.

Aber nicht nur „Christoph 111“ flog regelmäßig in Nachbarländer. Während der ersten Pandemiewelle leisteten wir grenzüberschreitende Transporte mit Hubschraubern und mit Flugzeugen, oftmals koordiniert von unserer eigenen Einsatzzentrale: Während am Boden Ländergrenzen geschlossen wurden, funktionierte die Luftrettung über Grenzen hinweg ohne Probleme. Dabei organisierte unsere Einsatzzentrale auch die Bodentransporte von den Krankhäusern zum Flugzeug oder Hubschrauber – nicht nur für eigene Luftfahrzeuge. Selbst leistete die DRF Luftrettung 687 Einsätze im Zusammenhang mit Covid-19-Patienten im Jahr 2020.

Kurz vor Weihnachten nahm zusätzlich noch ein weiterer Rettungshubschrauber an der Station Bautzen seinen Dienst auf. „Christoph 114“ wird zur Entlastung bei Notfalleinsätzen beitragen, um bei „Christoph 62“ freie Kapazitäten für Verlegungen von Covid-19-Patient*innen zu schaffen. Dies zeigt, dass wir auch jetzt, in dieser zweiten Welle, unsere Unterstützung wieder zur Verfügung stellen – direkte Kontakte zu den Gesundheitsbehörden auf Landes- und Bundesebene sind etabliert.

Auszeichnung mit dem Adenauer-de Gaulle-Preis

Zusammen mit der Luxembourg Air Rescue (LAR) wurde die DRF Luftrettung im Dezember mit dem Adenauer-de Gaulle-Preises 2020 ausgezeichnet. Das Jahr 2020 habe mit der Covid-19-Pandemie ganz besondere Herausforderungen mit sich gebracht, denen beide Organisationen mit großer Professionalität begegnet seien, begründen Staatsminister Michael Roth und Staatssekretär Clement Beaune ihre Entscheidung. Unter oftmals nicht einfachen Bedingungen haben die DRF Luftrettung und die LAR den Großteil der Hubschraubertransporte französischer Patienten in Krankenhäuser in Deutschland und wieder zurück übernommen. Die Beauftragten für die deutsch-französische Zusammenarbeit erkennen darin ein großes Zeichen nachbarschaftlicher und europäischer Solidarität und einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise.

Diese Auszeichnung macht uns als Organisation unglaublich stolz und bestätigt uns auf unserem Weg.
 

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Learjet der DRF Luftrettung
Learjet der DRF Luftrettung (Quelle. DRF Luftrettung)
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Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung
Im Sommer 2020 transportierte die DRF Luftrettung französische Patienten nach Deutschland und zurück (Quelle: DRF Luftrettung)

Autorin:

Eva Baumann - Pressereferentin
Anne Kunzendorf - Pressereferentin

 

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