Meilenstein in eVTOL-Projekt der ERC System und der DRF Luftrettung erreicht
Mit dem erfolgreichen Erstflug setzt ERC System einen Meilenstein in der Entwicklung bemannter eVTOL-Technologie. (Quelle: ERC System)
Flugerprobung gestartet
ERC System hat mit der Flugerprobung seines neuesten eVTOL-Prototypen in Erding bei München begonnen. Die Testflüge dienen der Entwicklung eines hybrid-elektrischen bemannten Fluggeräts, das unter anderem für den Patiententransport konzipiert wird. Für die DRF Luftrettung als strategischem Partner von ERC System ist dieser Meilenstein mehr als ein technischer Erfolg – er ist ein bedeutender Schritt für die zukünftige Patientenversorgung aus der Luft.
Mit einem Abfluggewicht von 2.735 Kilogramm und einer Spannweite von 16 Metern zählt das Fluggerät zu den größten und schwersten bislang in Europa geflogenen vollelektrischen Fluggeräten.
Dr. Krystian Pracz, CEO der DRF Luftrettung, betont: „Der erfolgreiche Erstflug des Prototyps Romeo markiert den Übergang vom Konzept zur praktischen Erprobung. Als zentraler strategischer Partner von ERC System bringt die DRF Luftrettung ihre medizinische, technische und flugbetriebliche Expertise aus über fünf Jahrzehnten Erfahrung in der Luftrettung in dieses Projekt ein. Gemeinsam entwickeln wir eine zusätzliche Option für den Patiententransport. Die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitswesen - die Reduzierung und Spezialisierung von Kliniken, größere Transportdistanzen und ein zunehmender Fachkräftemangel – erfordern neue Lösungen. Deshalb sind wir überzeugt, dass der ERC-Flieger in den 2030er-Jahren einen festen Platz in unserer Flotte einnehmen wird - als sinnvolle Ergänzung zur etablierten Luftrettung mit Rettungshubschraubern.“
Gerade im Interhospitaltransport – also bei Verlegungen zwischen Kliniken – können eVTOLs perspektivisch ihren Nutzen ausspielen. Auch im post-primären Transport ist großes Potenzial vorhanden: insbesondere bei zeitkritischen Verlegungen nach der Erstversorgung, bei denen weder ein Notarzt an Bord noch eine notfallmedizinische Betreuung während des Flugs erforderlich ist.
Der eVTOL-Prototyp "Romeo" von ERC System hebt erstmals in Erding bei München ab. (Quelle: ERC System)
„Wir freuen uns sehr, mit Romeo einen entscheidenden Meilenstein auf unserem Weg zur Schaffung wirtschaftlicherer Lufttransportlösungen erreicht zu haben – insbesondere, was kritische Missionen betrifft“, sagt Dr. David Löbl, Mitgründer und Chief Executive Officer von ERC System. „Das bemannte Fluggerät, dessen Zulassung wir für das Jahr 2031 anstreben, ist hybrid-elektrisch ausgelegt. Es startet und landet senkrecht wie ein Hubschrauber, nutzt im Reiseflug jedoch Tragflächen für einen effizienten Vorwärtsflug wie ein Flugzeug“, erklärt Löbl.
Über ERC System
ERC System ist ein in München ansässiges Luftfahrt-Startup, das elektrifizierte Luftfahrtlösungen für besonders kritische Missionen entwickelt. Die hybridelektrischen Luftfahrzeuge des Unternehmens starten und landen senkrecht wie Hubschrauber, fliegen im Vorwärtsflug jedoch tragflächengestützt wie Flugzeuge. Sie ermöglichen hohe Geschwindigkeiten, große Reichweiten und niedrige Betriebskosten.
Das Unternehmen ist bekannt für sein bemanntes, hybridelektrisches „Lift-and-Cruise“-Luftfahrzeug, das speziell für den Patiententransport zwischen Krankenhäusern optimiert ist.
ERC wurde 2020 von erfahrenen Luftfahrtexperten gegründet und beschäftigt derzeit ein rund 60-köpfiges Team. Finanzierung und weitreichende Expertise kommen vom Luft- und Raumfahrtkonzern IABG, viele Teammitglieder verfügen außerdem über langjährige Erfahrung in Unternehmen der elektrifizierten Luftfahrt. Ziel ist die kapitaleffiziente Entwicklung innovativer Luftfahrzeuge, die höchste Kunden- und Zulassungsanforderungen erfüllen.
Über die DRF Luftrettung
Die DRF Luftrettung mit Sitz in Filderstadt ist eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. Von 33 Stationen an 31 Standorten in Deutschland aus starten die Hubschrauber und Ambulanzflugzeuge der gemeinnützigen Organisation zu ihren Einsätzen. Hierzu gehören Einsätze in der Notfallrettung, Verlegungsflüge von kritisch kranken oder verletzten Personen zwischen Kliniken und Rückholungen von Patientinnen und Patienten aus dem Ausland. An 13 der Hubschrauberstationen sind die Crews rund um die Uhr einsatzbereit, an einer weiteren ist die Besatzung im Tagbetrieb mit erweiterten Randzeiten einsatzbereit. An fünf Standorten kommen Hubschrauber mit Rettungswinde zum Einsatz. Insgesamt leistete die DRF Luftrettung 35.850 Einsätze im Jahr 2024. Für den kontinuierlichen Ausbau ihrer lebensrettenden Aufgabe ist die gemeinnützige Luftrettungsorganisation auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Rund 400.000 Fördermitglieder weiß der DRF e.V. bereits an seiner Seite. Unterstützen Sie uns und werden auch Sie Mitglied. Weitere Informationen finden Sie unter www.foerderverein-drf-luftrettung.de
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