Windenrettung gewinnt in Berlin an Bedeutung

Windenrettung Christoph 100 (Quelle: DRF Luftrettung)

Windenrettung Christoph 100 (Quelle: DRF Luftrettung)

Notfallhilfe an schwer zugänglichen Einsatzorten

Wenn der Einsatzort in einem medizinischen Notfall schwer zu erreichen ist, dann ist der Einsatz eines Rettungshubschraubers mit Rettungswinde oft die beste Option. Der 100. Windeneinsatz der DRF Luftrettung in Berlin verdeutlicht den Nutzen dieses Verfahrens, insbesondere für den urbanen Raum.

 

Kürzlich wird die Crew von Christoph 100 von der Leitstelle der Berliner Feuerwehr zu einem medizinischen Notfall alarmiert: bewusstloses Kleinkind, Atmung unklar, Reanimation nicht auszuschließen. Jede Minute zählt. Der Hubschrauber ist in diesem Fall das schnellste Rettungsmittel, kann aber nicht in unmittelbarer Nähe landen. Um dennoch keine Zeit zu verlieren, entscheidet die Crew, die medizinische Besatzung mit der Rettungswinde abzusetzen.

Nur neun Minuten nach der Alarmierung werden Notarzt und Notfallsanitäter auf einer kleinen Grünfläche vor der Hauseingangstür per Winde abgesetzt. Vor Ort erkennt das Team den kritischen Zustand des Kindes – ein Krampfanfall – und leitet sofort die medizinische Versorgung ein. Das rechtzeitige Eintreffen war entscheidend, um lebensbedrohliche Komplikationen und langfristige Schäden abzuwenden. Nach der Stabilisierung erfolgt der bodengebundene Transport in Begleitung der medizinischen Besatzung in die Kinderrettungsstelle der Charité Campus Virchow-Klinikum.

Der Einsatz markiert zugleich den 100. Windeneinsatz von Christoph 100 seit Inbetriebnahme der Station in Berlin-Buch – ein technischer Fortschritt von dem die Menschen in der Hauptstadt profitieren.

Windenrettung erweitert Einsatzmöglichkeiten in der Großstadt

„Auch wenn viele Menschen die Windenrettung vor allem mit alpinen Einsätzen verbinden, bietet sie gerade in einer Metropole wie Berlin entscheidende Vorteile“, sagt Tim Saueressig, Stationsleiter von Christoph 100. „Immer dann, wenn eine Landung nicht möglich ist oder wertvolle Zeit verloren gehen würde, ermöglicht die Winde eine schnelle medizinische Versorgung direkt am Einsatzort.“

Die Einsatzszenarien sind vielfältig: Neben dicht bebauten Wohngebieten ohne geeignete Landeflächen zählen auch schwer zugängliche Areale wie Waldgebiete, Gewässer oder Baustellen dazu – typische Gegebenheiten im Großraum Berlin. So zeigte bereits der darauffolgende Einsatz die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten: Ein verunglückter Mountainbiker im unwegsamen Gelände am Teufelsberg konnte mit der Rettungswinde schnell erreicht und mittels eines Bergesacks schonend gerettet werden.

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Spezialisierte Technik und eingespielte Teams

Für Windenrettungen ist eine speziell geschulte Besatzung erforderlich. Zur Crew bei Windeneinsätzen von Christoph 100 gehören dauerhaft ein Pilot, ein Notarzt, ein Notfallsanitäter sowie ein Co-Pilot, der als HHO-TC (Helicopter Hoist Operation – Technical Crew member) agiert. Zum Einsatz kommen spezielle Rettungsmittel wie Bergesack, Rettungssitz oder Rettungsschlinge, die je nach Lage individuell eingesetzt werden.

Erfahrung und Ausbau der Windenrettung

Die DRF Luftrettung verfügt über langjährige Erfahrung sowie eine hohe Kompetenz in diesem Bereich: Seit mehr als 25 Jahren werden Hubschrauber mit Rettungswinde eingesetzt. Aktuell sind entsprechende Maschinen in Nürnberg, Bautzen, Freiburg, Dortmund und Berlin stationiert.

Mit Christoph 100 betreibt die DRF Luftrettung seit dem 2. Januar 2025 das erste zivile Luftrettungsmittel mit Rettungswinde in Berlin. Bereits im ersten Betriebsjahr zählt die Station zu den einsatzstärksten im Bereich der Windenrettung innerhalb der Organisation.

Luftrettung in der Hauptstadt aus einer Hand

Mit der Windenausstattung am leistungsstarken Rettungshubschrauber vom Typ H145 mit Fünfblattrotor ergänzt Christoph 100 das umfassende Leistungsspektrum der DRF Luftrettung in Berlin. An der Station in Berlin-Buch wird von 6:00 bis 22:00 Uhr geflogen, während Christoph Berlin in Berlin-Marzahn im 24-Stunden-Betrieb im Einsatz ist.

Seit der Übernahme von Christoph 31 zum 1. Januar 2026 betreibt die DRF Luftrettung inzwischen alle drei Luftrettungsstationen in Berlin. Damit steht Patientinnen und Patienten in der gesamten Region ein eng verzahntes System aus moderner Technik, hochqualifiziertem Personal und einheitlichen Qualitätsstandards zur Verfügung.

 

 

Über die Station Berlin-Buch

Der Rettungshubschrauber Christoph 100 der DRF Luftrettung ist seit 02.01.2025 mit einer fest installierten Rettungswinde ausgestattet.

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Über die DRF Luftrettung

Die Luftrettung mit Sitz in Filderstadt ist eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas.

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