Station Mannheim feiert 40-jähriges Bestehen
40 Jahre Luftrettung in Mannheim: Seit ihrer Gründung leistet die Station der DRF Luftrettung einen wichtigen Beitrag zur notfallmedizinischen Versorgung in der Region. (Quelle: DRF Luftrettung/Foto Steffen Müller)
Seit dem 1. Juli 1986 ist die DRF Luftrettung in Mannheim im Einsatz. Heute ist die Station ein unverzichtbarer Bestandteil der notfallmedizinischen Versorgung in der Metropolregion Rhein-Neckar. Zur Feier von vier Jahrzehnten rot-weißer Luftrettung kamen heute rund 60 geladene Gäste am City Airport Mannheim zusammen. Morgen findet zudem das Fest zum 100-jährigen Bestehen des City Airports statt, an dem auch die DRF Luftrettung teilnimmt.
Ernst Peleikis, Geschäftsführer der DRF Luftrettung, eröffnete die Feier und begrüßte die Gäste. „Die Rahmenbedingungen für die Luftrettung sind hier in Mannheim und insgesamt in Baden-Württemberg exzellent“, unterstrich er. „Mit neun Luftrettungsstandorten, davon einer im 24-Stunden-Betrieb, und wichtigen Weiterentwicklungen im Rettungsdienst hat das Land in den vergangenen Jahren die richtigen Weichen gestellt. Zugleich sehen wir auf Bundesebene dringenden Handlungsbedarf. Unser Ziel ist es, die Bevölkerung auch künftig schnell, zuverlässig und auf höchstem notfallmedizinischem Niveau versorgen zu können. Dafür benötigen wir eine verlässliche Finanzierung des Rettungsdienstes und eine angemessene, stimmberechtigte Beteiligung derjenigen, die die Notfallversorgung täglich sicherstellen.“
Reiner Moser, Staatssekretär im Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Europa Baden-Württemberg, gratulierte zum runden Geburtstag und hob die wichtige Rolle der Station hervor: „Christoph 53 ist ein unverzichtbarer Bestandteil der notfallmedizinischen Versorgung in der Metropolregion Rhein-Neckar. Er hat sich in den letzten 40 Jahren vom Intensivtransporthubschrauber zur fliegenden Intensivstation entwickelt. Die Mannheimer Crew ist hierbei zu einem Vorreiter bei der Weiterentwicklung der präklinischen Notfallmedizin geworden. Das zeigt sich besonders bei der Versorgung Schwerstverletzter, bei lebensbedrohlichen Blutungen oder in der großen Erfahrung bei Kindernotfällen, Kinderintensiv- und Inkubatortransporten. All das wäre ohne die Menschen, die hinter Christoph 53 stehen, nicht möglich. Luftrettung ist Teamarbeit. Dafür möchte ich heute ausdrücklich Danke sagen. Danke an die aktuellen und ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Station für Ihren Einsatz und Danke an alle Partner für die vertrauensvolle und professionelle Zusammenarbeit.“
Christian Specht, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, hob die wichtige Rolle des Hubschraubers in der Metropolregion Rhein-Neckar hervor und dankte dem Stationsteam sowie der DRF Luftrettung für ihre Arbeit. Dirk Eggert, Geschäftsführer des City Airport Mannheim, würdigte in seinem Grußwort die vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit von Luftrettung und Flugplatz.
Ein „Eichhörnchen“ geht an den Start
„,Flugwacht Mannheim 71‘ ist einsatzbereit!“ hieß es vor 40 Jahren am Flughafen Mannheim. Der Hubschrauber, eine Ecureuil AS 350 („Eichhörnchen“), stand schwerpunktmäßig als Intensivtransporthuschrauber für dringende Transporte zwischen Kliniken zur Verfügung, rund 300 Einsätze jährlich leisteten die Besatzungen in den Anfangsjahren. 2002 erfolgte die Umstellung auf den Funkrufnamen Christoph 53. Seit der Erweiterung der Aufgaben der Intensivtransporthubschrauber in Baden-Württemberg im Jahr 2005 werden die Besatzungen auch verstärkt als schneller Notarztzubringer alarmiert.
Im Rahmen eines öffentlichen Vergabeverfahrens hat die DRF Luftrettung 2025 den Zuschlag für den Betrieb der Luftrettungsstation für weitere 15 Jahre in Mannheim erhalten. Mit Beginn des neuen Beauftragungszeitraums am 1. November 2026 werden die Besatzungen unter dem neuen Funk-rufnamen „Christoph Mannheim“ und in den Herbst- und Wintermonaten durch eine Erweiterung der Einsatzbereitschaftszeit länger verfügbar sein als bisher.
Herausragende notfallmedizinische Expertise
Die Station Mannheim nimmt seit vielen Jahren eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung und Anwendung innovativer Verfahren in der präklinischen Notfallmedizin ein. Moderne Diagnostikverfahren wie mobile Sonografie, Blutgasanalyse und Pupillometrie ermöglichen es, Erkrankungen und Verletzungen bereits am Einsatzort präzise zu diagnostizieren und lebensrettende Maßnahmen frühzeitig einzuleiten. Als erstes Luftrettungsteam Deutschlands wurde die Mannheimer Crew im Jahr 2019 umfassend in erweiterten invasiven Notfalltechniken ausgebildet. Seit 2024 kommen zudem innovative Verfahren wie REBOA zum Einsatz, bei dem lebensbedrohliche innere Blutungen durch einen vorrübergehenden Verschluss der Hauptschlagader kontrolliert werden können. Ergänzend nutzt die Crew die Nahinfrarotspektroskopie zur Überwachung der Sauerstoffversorgung des Gehirns. Bereits seit 2019 gehören auch Blut- und Plasmaprodukte zur Ausstattung, wodurch Patienten mit massivem Blutverlust bereits vor Erreichen einer Klinik gezielt versorgt werden können. Darüber hinaus beteiligt sich die Station an der Weiterentwicklung der Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand. Hierbei werden erweiterte diagnostische und therapeutische Verfahren wie invasive hämodynamische Messungen, zerebrales Monitoring und die transösophageale Echokardiographie eingesetzt, um die Reanimation zu optimieren und die Überlebenschancen der Betroffenen weiter zu verbessern. Besondere Expertise verfügt die Mannheimer Crew zudem in der Versorgung kritisch erkrankter oder verletzter Kinder und Neugeborener sowie bei der Durchführung komplexer Intensivtransporte zwischen Kliniken. Mit ihrer hohen medizinischen Kompetenz, dem Einsatz innovativer Verfahren und einer modernen Ausstattung zählen die Mannheimer Luftretter bundesweit zu den Vorreitern der präklinischen Notfallmedizin.
Die Station Mannheim der DRF Luftrettung
Der Hubschrauber ist derzeit täglich von Sonnenaufgang (frühestens 7.00 Uhr) bis Sonnenuntergang einsatzbereit und mit einem Piloten, einem Notarzt und einem Notfallsanitäter/HEMS TC (Helicopter Emergency Medical Service Technical Crew Member) besetzt. Ab November 2026 wird die Einsatzbereitschaft von Christoph Mannheim erweitert: Künftig ist der Hubschrauber ganzjährig ab 08:00 Uhr einsatzbereit, im Winterhalbjahr bis 20:00 Uhr und im Sommerhalbjahr bis zum Sonnenuntergang. Zielkrankenhäuser sind überwiegend die Universitätskliniken in Mannheim und Heidelbergund die BG Unfallklinik in Ludwigshafen. Einsatzorte erreicht die Besatzung innerhalb eines Radius von rund 60 Kilometern in maximal 15 Minuten Flugzeit. Im vergangenen Jahr wurde Christoph 53 insgesamt 907-mal alarmiert.
Der Einsatzradius von Christoph 53 reicht von der Mittelgebirgsregion Odenwald bis zu den stark befahrenen Autobahnen A5 und A6. Der Mannheimer Hubschrauber versorgt ein Einsatzgebiet mit mehr als zwei Millionen Einwohnern im Dreiländereck Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz.
Über die Station Mannheim
Die am 1. Juli 1986 gegründete Station befindet sich am Mannheimer Flughafen. Es kommt ein Hubschrauber des Typs H145 mit Fünfblattrotor zum Einsatz.
Über die DRF Luftrettung
Die Luftrettung mit Sitz in Filderstadt ist eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas.
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