18.09.2019 | News-Bericht

Erstmalig Leben dank Blutkonserven an Bord gerettet

  • In einer speziellen Kühlbox (rechts) wird das Blut bei vier Grad Celsius gelagert. Bei der Transfusion wird es durch ein Blutwärmegerät (links) auf 37 Grad erwärmt.
    In einer speziellen Kühlbox (rechts) wird das Blut bei vier Grad Celsius gelagert. Bei der Transfusion wird es durch ein Blutwärmegerät (links) auf 37 Grad erwärmt.

Seit Juli dieses Jahres führt „Christoph 47“ in Greifswald als erster Rettungshubschrauber in Deutschland sowohl Blut- und gleichzeitig Plasmakonserven bei seinen Einsätzen standardmäßig mit an Bord. Nun hat die Besatzung erstmals einem schwer verunfallten Motorradfahrer mittels einer Bluttransfusion direkt an der Unfallstelle vermutlich das Leben gerettet.

Der 73-jährige Mann verlor auf einer Landstraße im Landkreis Vorpommern-Greifswald die Kontrolle über sein Motorrad. Er stürzte und zog sich dabei eine tiefe, lebensbedrohlich blutende Wunde am Oberschenkel sowie schwere Verletzungen am Knie zu.

Eine Passantin fand den Patienten und alarmierte sofort den Rettungsdienst. Nur wenige Minuten später trafen die Luftretter von Christoph 47 am Unfallort ein. Der Patient zeigte zu diesem Zeitpunkt bereits Anzeichen eines Blutmangelschocks. Sein Zustand verschlechterte sich immer weiter, so dass sich die Notärztin für eine Bluttransfusion direkt vor Ort entschied.

Nachdem der Mann stabilisiert war, wurde er nach Greifswald in die Universitätsmedizin transportiert, wo ihm schließlich in einer Notoperation geholfen werden konnte. Bereits zwei Tage später wurde er auf eine normale Station verlegt.

Forschungsprojekt der Unimedizin Greifswald

Mit dem Projekt „HeliBlut“ ist es der DRF Luftrettung und der Universitätsmedizin Greifswald gemeinsam gelungen, ein wissenschaftlich geprüftes Verfahren zu etablieren, mit dem der schnelle Transport der Blutprodukte mit dem Hubschrauber möglich ist. Denn bei schweren Verkehrsunfällen ist das „Verbluten“ die am häufigsten vermeidbare Todesursache. Bei Notfallpatienten mit massivem Blutverlust ist die schnelle Gabe von Blut und Blutprodukten direkt am Einsatzort entscheidend für eine Rettung.

Transport in Kühlboxen

Bislang wurden schwer verletzte Patienten mit hohem Blutverlust am Einsatzort und im Hubschrauber nur mit einfachen Infusionslösungen versorgt. Erst im Krankenhaus konnten die oft lebensentscheidenden Blutkonserven gegeben werden. Nun ist eine Versorgung mit Blut- und Plasmaprodukten direkt am Unfallort möglich.

Um die Haltbarkeit der Blutprodukte zu gewährleisten, werden sie in speziellen Kühlboxen bei ca. vier Grad Celsius gelagert. Bei der Transfusion wird es durch ein Blutwärmegerät auf 37 Grad erwärmt.

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